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Corona-Krise: Im Silicon Valley beginnt das große Startup-Sterben

Landeanflug auf die Bay Area, Heimat des Silicon Valley bei San Francisco. © Jakob Steinschaden
Landeanflug auf die Bay Area, Heimat des Silicon Valley bei San Francisco. © Jakob Steinschaden

Massenkündigungen bei Bird und Lime, Job-Abbau bei Yelp oder Angellist: Zwar gibt es in der Corona-Krise einige Gewinner wie die Video-Conferencing-Software Zoom. Doch auch im Herzen der Tech-Industrie zeigen sich nun erstmals die Folgen der Krise. Wie Techcrunch berichtet, werden derzeit deutlich mehr Startups geschlossen als üblich. Das zeigen Zahlen von Sherwood Partners – jener Firma, die auch der „Totengräber des Silicon Valley“ genannt wird.

Sherwood Partners ist ein Unternehmen, das sich seit 1992 auf Restrukturierungen von Unternehmen spezialisiert hat – ein freundliches Wort für ein Prozedere, das oft mit dem Zusperren von jungen Firmen endet. Laut Marty Pinchison, dem Gründer von Sherwood Partners, hat sein Unternehmen derzeit so viel zu tun wie noch nie zuvor. Normalerweise ist seine Firma damit beschäftigt, die Schließung von zwei bis vier Firmen pro Woche abzuwickeln. Derzeit sind es zwei bis drei Firmen pro Tag.

Deutlich mehr Insolvenzen als üblich

Sherwood Partners behandelt dabei viele unterschiedliche Startups – von der frühen Phase bis hin zu Later-Stage-Firmen. Zwischen zehn Millionen und 1,5 Milliarden Dollar haben die Unternehmen an Funding bekommen, die sich an Sherwood Partners wenden. Ihr Gemeinsamkeit: Sie sind alle insolvent und müssen von Sherwood Partners abgewickelt werden.

Dass das Silicon Valley bald ein Startup-Sterben verzeichnen muss, war abzusehen. „Was normalerweise durch das enorm rasante Wachstum im Silicon Valley ausgeglichen wird, führt in Zeiten wie diesen schnell zu Existenzängsten wegen eines kürzer werdenden Runways“, berichtete kürzlich Maximilian Hörantner, Mitgründer von SwiftSolar, Trending Topics aus dem Silicon Valley. „Dementsprechend sind derzeit die Gründer vieler Startups damit beschäftigt, sich Strategien zu überlegen, wie Kosten gespart werden können, um sich lange genug über Wasser zu halten, bis die Krise vorüber geht und die Investoren bereit sind für die nächsten Finanzierungsrunden.“

Die Macht liegt derzeit – wie eigentlich sehr oft – bei den Investoren. Die „Sandhill Road“ (gerne als Sammelbegriff für die großen VCs verwendet) wird wesentlich mitbestimmen, welche Startups eine neue Runde bekommen und welche aus dem Portfolio gestrichen werden müssen. Doch im Silicon Valley wird auch positiv gedacht. Krisen können neue Chancen eröffnen. Während der Finanzkrise sind große Brands wie Uber oder Airbnb im Silicon Valley entstanden. In ein paar Jahren wird sich zeigen, welche Startups die Corona-Krise hervorgebracht hat.

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