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Corona-Krise: Ein guter Online-Shop ist oft nur die halbe Wahrheit

© Pixabay
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Die Coronavirus-Krise ist auch eine Chance. Die Sternstunde der Digitalisierung. Was wir seit Jahren ein wenig verschlafen oder vor uns herschieben, läuft auf einmal. Ja, es muss laufen: flächendeckendes Remote-Working selbst in großen Unternehmen, digitale Lernunterlagen für Schülerinnen und Schüler und Online-Shops für kleine Geschäfte.

Wo die Wirtschaft strauchelt und tausende kleine Betriebe vor dem Aus stehen, ist der Handelsriese Amazon plötzlich nicht mehr nur theoretisch pfui. Die Digitalbranche nimmt kleine Händler und Produzenten unter die Fittiche und kreiert Suchmaschinen für österreichische Online-Shops, stellt ihnen Apps und Tools kostenlos zur Verfügung, Webinare, Beratung und Marketing.

Die Logistik-Challenge

Dabei wird aber eine ganz andere Herausforderung übersehen: Während ein Profi einen Online-Shop binnen kürzester Zeit auf die Beine stellen kann, braucht es bei der Logistik etwas mehr Knochenarbeit – vor allem in Zeiten von Ausgangs- und Mobilitätsbeschränkung. Das ist doch bei kleinen Online-Shops kein großes Problem? Mag sein, dann aber rettet dieser Online-Shop das Kleinunternehmen wahrscheinlich auch nicht über die Krise. Ganz nebenbei ist selbst die Supermarkt-Kette Billa für Online-Bestellungen bis April ausgebucht. Diese Challenge wird nun auch bei kleineren Lebensmittel-Händlern augenscheinlich.

Bestell-Flut ganz ohne Online-Shop

Im Unterschied zu Oster-Keramik, Haarschmuck oder Naturkosmetik, setzt bei kleinen Lebensmittel-Händlern gerade ein regelrechter Boom ein. Mehr als ein Boom. Während Biogemüse-Online-Shops gestern noch Nische waren, rennen Kunden ihnen derzeit die Warenkörbe ein. Manche davon haben noch nicht einmal einen Online-Shop – sie nehmen die Bestellungen per E-Mail entgegen. Oder besser: nahmen. Bestellstopp, Lieferschwierigkeiten. Bei fast allen.

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Das Problem ist bei kleinen Lebensmittel-Händlern gerade gar nicht die Digitalisierung, es ist die Logistik: Wie packe ich tausende Kartons, wie liefere oder versende ich sie und wie halte ich dabei die derzeit notwendigen Hygienerichtlinien ein? Da wird gerade jede helfende Hand benötigt – bei markta zum Beispiel haben sogar Kunden Hilfe angeboten. Die, die gerade #staythefuckhome ignorieren, um uns zu bedienen – sei es am Essenslieferanten-Fahrrad, an der Supermarkt-Kassa, beim Bio-Kistl-Schleppen oder im Versandlager – das sind die wahren Helden der Krise.

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