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Corona-Krise: Die große Warnung aus dem Silicon Valley an Startup-Gründer

© Photo by Goh Rhy Yan on Unsplash
© Photo by Goh Rhy Yan on Unsplash

Ein riesiger COVID-19-Ball, der bedrohlich hinter der Erdkugel auftaucht und seinen Schatten wirft: So bebildert Sequoia Capital, einer der größten und wichtigsten Risikokapitalgeber der Welt, seine große Warnung an Startup-Gründer. Der „Schwarze Schwan 2020“ – also ein Ereignis, mit dem niemand rechnen konnte -, das sei die Ausbreitung des Coronavirus.

„Leider gewinnen wir durch die Präsenz von Sequoia in vielen Regionen der Welt Erkenntnisse über die Auswirkungen des Coronavirus auf das globale Geschäft aus erster Hand“, heißt es seitens des Risikokapitalgebers, der etwa in Apple, Google, Instagram, WhatsApp, Cisco, YouTube, Airbnb, PayPal, Stripe oder LinkedIn investierte. „Wie bei allen Krisen gibt es einige Unternehmen, die davon profitieren können. Allerdings stehen viele Unternehmen infolge des Virusausbruchs vor Herausforderungen.“

Business Downturn

Diese Herausforderungen werden wie folgt gelistet:

  • Rückgang der Geschäftsaktivitäten: Portfolio-Unternehmen würden bereits im Q1 2020 von einem Rückgang berichten und Gefahr laufen, ihre Ziele für das erste Geschäftsquartal zu verpassen
  • Unterbrechungen der Lieferkette: Für Hardware-Unternehmen natürlich ein Problem, da große Teile von Produkten in China produziert werden. „Reine Softwareunternehmen sind weniger anfällig für Unterbrechungen der Lieferkette, bleiben aber aufgrund kaskadierender wirtschaftlicher Auswirkungen gefährdet“, so die Sequoia-Spezialisten
  • Reisebeschränkungen und abgesagte Meetings: Es sind alle Unternehmen betroffen, die auf persönliche Treffen angewiesen sind, um Sales, Geschäftsentwicklung oder Partnerschaftsgespräche zu führen. Neben der Beschränkung von Reiseaktivitäten gibt es auch den Effekt, dass immer mehr Events abgesagt werden – kleine wie große. Das mindert die Möglichkeiten, Deals „face to face“ abzuschließen.

Anpassen an sich verändernde Umfelder

Die Sequoia-Partner warnen Gründer in ihrem Portfolio vor “ falschem Optimismus“ und bemühen gleich auch mal Darwin. „Nachdem wir fast fünfzig Jahre lang jeden Business Downturn überstanden haben, haben wir eine wichtige Lektion gelernt – niemand bereute es je, sich schnell und entschlossen an veränderte Umstände anzupassen. In Zeiten des Abschwungs sinken die Einnahmen und das Barvermögen immer schneller als die Ausgaben. In gewisser Weise spiegelt die Wirtschaft die Biologie wider.“ Nicht die stärksten oder die Intelligentesten würden überleben, sondern die, die sich am besten anpassen.

Was können Gründer also nun tun? Sequoia hat eine Reihe von Tipps parat:

  1. Runway: Für wie viele Monate reicht das Geld noch? Und kann man einsparen, um einen Umsatzrückgang abzufedern?
  2. Fundraising: Private Finanzierungen könnten deutlich abnehmen – so wie damals zwischen dem Platzen der Dotcom-Blase und der Finanzkrise 2009.
  3. Verkaufsprognosen: Auch wenn man noch keine direkte oder unmittelbare Gefährdung für das eigene Unternehmen sieht, sollte man damit rechnen, dass Kunden ihre Spendings revidieren könnten. Geschäfte, die sicher schienen, werden vielleicht nicht abgeschlossen
  4. Marketing: Sollte Sales nachlassen, besteht möglicherweise die Notwendigkeit, die Ausgaben für die Kundenakquise zu zügeln, um eine konsistente Rendite der Marketingausgaben zu erhalten, meint Sequoia
  5. Headcount: Die wohl drastischste Folge – bei einem Downturn besteht die Notwendigkeit, Personal zu kürzen
  6. Investitionen: So wie Kunden überlegen, Ausgaben zu kürzen, sollten auch Startups selbst ihre eigenen Investitionspläne in einem unsicheren Umfeld überdenken

Sequoia geht offenbar bereits jetzt davon aus, dass die Corona-Krise zu einer Marktbereinigung führen wird. „Zappos ging aus der Finanzkrise stärker hervor und war bereit, seine Chancen zu ergreifen, nachdem unsere Konkurrenten zerschlagen worden waren“, so Alfred Lin, der damals bei Zappos als CFO diente und heute Partner bei Sequoia ist.

Nicht zu vergessen ist, dass die Corona-Krise generell mit einer Angst vor einer globalen Rezession zusammen fällt. Wie berichtet hat sich unter CEOs Pessimismus breit gemacht, was die künftige Konjunktur betrifft (Trending Topics berichtete).

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