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Corona-Krise: 35 Millionen Euro Hilfspaket für Wiener Unternehmen

© Photo by Julia Solonina on Unsplash
© Photo by Julia Solonina on Unsplash

Einbußen von 70 bis 80 Prozent: Die Corona-Krise und die damit verbundenen Maßnahmen wie Ausgangsbeschränkungen, Lokalschließungen und Home Office trifft die Wirtschaft hart. Nachdem gestern, Samstag, die Bundesregierung einen vier Milliarden schweren Fonds (Trending Topics berichtete) angekündigt hat, um Unternehmen in der Krise zu helfen, ist heute, Sonntag, die Stadt Wien dran. In der Bundeshauptstadt sitzen schließlich die meisten Unternehmen.

Ziel ist es, eine Notlage von Betrieben und deren MitarbeiterInnen zu verhindern“, so Bürgermeister Michael Ludwig, der gemeinsam mit Wirtschaftskammer Wien-Präsident Walter Ruck und Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke am Sonntag ein Hilfspaket für Betrieb von 35 Millionen Euro ankündigte. Fokus soll dabei auf EPU und KMU – also auch Startups – liegen, denen man folgendermaßen helfen will:

  • 12 Mio. Euro Bürgschaften zur Liquiditätsstärkung für Wiener KMUs
  • 20 Mio. Euro Notlagenfonds für EPUs und Kleinstunternehmen
  • 3 Mio. Euro Mittelaufstockung des waff (Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds) für Arbeitsstiftungen

Das sind noch nicht alle Maßnahmen, die getroffen werden. Weitere Maßnahmen werden am Mittwoch (18. März), im Anschluss an den Sozialpartnergipfel im Rathaus präsentiert.

Die vorläufigen Maßnahmen funktionieren wie folgt:

12 Millionen Euro Liquiditätsstärkung für Wiener KMUs

Im Rahmen einer Unterstützungsaktion für kleinere und mittlere Unternehmen in Wien wird die WKBG (Wiener Kreditbürgschafts- und Beteiligungsbank) zusätzliche Bürgschaften von bis zu 80% gegenüber Kreditinstituten für Überbrückungskredite (Betriebsmittelfinanzierungen) übernehmen. Die Einreichungen zu einer Bürgschaftsübernahme erfolgt bei der jeweiligen Hausbank  (Link zu Antragsformular und Produktübersicht).

In dieser neu entwickelten Bürgschaftsaktion der WKBG wird gemeinsam von der Stadt Wien und der Wirtschaftskammer Wien in Summe 10 Millionen Euro an Bürgschaftsvolumen zusätzlich zur Verfügung gestellt (5 Mio. Euro von der Stadt Wien, 5 Mio. Euro von der WKW), für rasche und unbürokratische Überbrückungskredite für die Wiener Wirtschaft:

  • Einfache Anträge, rasche Bearbeitung
  • Haftungsumfang: bis zu 80%
  • für Kredite von mind. 5.000 bis max. 500.000 Euro bei den Hausbanken

Damit kann ein Kreditvolumen von über 12 Mio. Euro gehebelt werden.  Auch die Kosten (Bearbeitungsentgelt und Bürgschaftsprovision) für die WKBG- Haftung übernehmen die Stadt Wien und die WKW.

Als Unterstützung für Liquiditätsengpässe, die durch Umsatzausfälle als Folge des Coronavirus entstehen, werden auch auf Bundesebene Garantien für Überbrückungsfinanzierungen (Kredite) im Ausmaß von 10 Millionen Euro durch das Austria Wirtschaftsservice (aws) angeboten.  Das 100 Millionen Euro Garantiepaket der ÖHT – Österreichische Tourismusbank wiederum steht auch Wiener KMUs  im Bereich Hotellerie und Tourismus zur Verfügung.

20 Millionen Euro-Notlagenfonds für EPUs und Kleinstunternehmen ab sofort

Stadt und Wirtschaftskammer Wien leisten akut einen Zuschuss in Höhe von jeweils 10 Millionen EUR in den „Notlagenfonds der Wirtschaftskammer Wien“, der eigens für Krisensituationen eingerichtet wurde.  Damit stehen Wiener EPUs und Kleinstunternehmen, die durch die globale Coronavirus-Epidemie in Not geraten sind, in Summe 20 Millionen Euro als Soforthilfe zur Verfügung.

Aus diesem Notlagenfonds können Ein-Personen- und Kleinst-Unternehmen bis zu 10 MitarbeiterInnen  eine Unterstützung bei starker Betroffenheit (Umsatzrückgang > 50%) erhalten. Details dazu werden in den kommenden Tagen präsentiert.

Zur Erleichterung und Beschleunigung der Abwicklung wird die Wirtschaftsagentur der Stadt Wien der Wirtschaftskammer Wien Expertinnen und Experten für Beratungen und Abwicklung der Förderaktion zur Seite stellen. Ziel ist die unbürokratische Auszahlung sofort nach Antragstellung.

waff stockt Mittel für Arbeitsstiftungen auf

Vermehrt stehen Wiener Unternehmen derzeit vor der akuten Notwendigkeit, vorübergehend personelle Überkapazitäten zu bewältigen. Der waff und das Arbeitsmarktservice Wien (AMS) bieten Wiener Unternehmen verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten an: Von der Einrichtung einer Arbeitsstiftung bei Personalabbau, bis zur Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rahmen von Weiterbildungskarenzen oder Kurzarbeit.

Der Wiener ArbeitnehmerInnenförderungsfonds sucht gemeinsam und in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsmarktservice Wien (AMS) nach geeigneten Instrumenten, auf welche sich das einzelne Unternehmen mit den betrieblichen Sozialpartnern verständigen könnte. Sollte es trotz aller gemeinsamen Anstrengungen dennoch zu einer Insolvenz kommen, steht die Stadt Wien über den waff mit dem Instrument der „Arbeitsstiftungen“ bereit:

  • Zusätzliche akute Mittelzuführung von 3 Mio. Euro
  • Für die Höherfinanzierung von Arbeitsstiftungen
  • Zur finanziellen Absicherung mit Stiftungsarbeitslosengeld während der Stiftungsteilnahme und Ausbildungszuschüssen
  • Berufsorientierung
  • Aus- und Weiterbildung
  • Begleitung bei der Jobsuche

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