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„Copycat“: Slack reicht EU-Wettbewerbsbeschwerde gegen Microsoft ein

Slack an der New Yorker Börse. © Slack
Slack an der New Yorker Börse. © Slack

Microsoft soll seinen Kommunikations-Dienst Teams illegal mit seiner Büro-Software Office bündeln und seinem eigenen Produkt damit einen unfairen Vorteil am Markt verschaffen: So lautet der Vorwurf der börsennotierten Firma Slack, bekannt für seinen Büro-Chat, gegen den IT-Riesen aus Seattle. Das Unternehmen rund um Gründer und CEO Stewart Butterfield hat deswegen eine Wettbewerbsbeschwerde gegen Microsoft bei der EU-Kommission eingereicht.

„Wir sind zuversichtlich, dass wir aufgrund der Vorzüge unseres Produkts gewinnen, aber wir können illegales Verhalten nicht ignorieren, das den Kunden den Zugang zu den von ihnen gewünschten Tools und Lösungen verwehrt“, sagte Jonathan Prince, Vizepräsident für Kommunikation und Policy bei Slack. „Slack bedroht Microsofts Einfluss auf geschäftliche E-Mails, den Eckpfeiler von Office, was bedeutet, dass Slack Microsofts Dominanz bei Unternehmenssoftware bedroht.“

„Schwaches Nachahmer-Produkt“

So stellt es der kleinere Herausforderer dar: Weil man einen E-Mail-Ersatz böte, würde man Microsofts Kerngeschäft angreifen, und Microsoft wiederum würde das mit der Bündelung von Office mit Teams verteidigen. Man wolle fairen Wettbewerb, und die EU-Kommission solle der unabhängige Schiedsrichter in dem Streit sein. Und es geht noch härter:

“Microsoft is reverting to past behavior. They created a weak, copycat product and tied it to their dominant Office product, force installing it and blocking its removal, a carbon copy of their illegal behavior during the ‘browser wars.’ Slack is asking the European Commission to take swift action to ensure Microsoft cannot continue to illegally leverage its power from one market to another by bundling or tying products.”

Die EU-Kommission wird sich die Wettbewerbsbeschwerde nun ansehen und muss dann entscheiden, ob es in dem Fall eine formale Untersuchung einleiten wird. Seitens Microsoft gibt es zur Zeit noch keine offizielle Stellungnahme. Konkret geht es wohl darum, dass es bei Office 365 Business Premium and Office 365 E3 eine Gratis-Version von Teams gibt. In der jüngeren Vergangenheit hat Slack bereits gegen Microsoft aufbegehrt (Trending Topics berichtete).

Bei der EU-Kommission wird die Slack-Beschwerde wohl auf offene Ohren stoßen. Diese hat in den letzten Jahren bereits Milliardenstrafen gegen Google verhängt und hat sich 2020 Apple vorgeknöpft. Dem i-Phone-Konzern wird wettbewerbsfeindliches Verhalten beim App Store sowie bei Apple Pay vorgeworfen (Trending Topics berichtete).

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