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Coinpanion: Neues Wiener Startup will dich erfolgreiche Krypto-Trader kopieren lassen

Das Coinpanion-Team: Alexander Valtingojer (u.), Vladimir Kornilov/r.), Matthias Zandanel (l.) und Aaron Penn (o.). © Coinpanion, Montage Trending Topics
Das Coinpanion-Team: Alexander Valtingojer (u.), Vladimir Kornilov/r.), Matthias Zandanel (l.) und Aaron Penn (o.). © Coinpanion, Montage Trending Topics

Es ist für viele immer wieder verlockend, in Kryptowährungen zu investieren. Doch wer im schnellen Auf und Ab der Märkte an den Exchanges nicht in Sekundenschnelle reagiert, der kann viel Geld verlieren. Das Wiener Startup Coinpanion will dieses Problem für seine zukünftigen Nutzer lösen und eine Art Wikifolio für Krypto-Trader schaffen.

Die Idee: Anstatt selbst bei Exchanges Coins und Token zu traden, soll man bei Coinpanion anderen Tradern einfach folgen und deren Trades automatisiert kopieren können. Kauft der Trader, dann kauft man ebenfalls, verkauft er, dann verkauft man auch. Der Trader bekommt von seinen Followern im Gegenzug eine Gebühr – und auch Coinpanion verdient daran mit.

Gegründet wurde Coinpanion von Alexander Valtingojer (CEO), Vladimir Kornilov (CMO), Matthias Zandanel (CTO) und Aaron Penn (Lead Developer). Beraten wird das Team von Bernhard Blaha, der bereits das Krypto-Startup Herosphere mitgründete und in Österreich zu den führenden Experten im Krypto-Bereich zählt.

Im Interview erklärt Coinpanion-CEO Valtingojer, wie der Dienst funktioniert, welche Gebühren für die Nutzung fällig sind und wie erfolgreiche Krypto-Trader gefunden werden können.

Trending Topic: Welches Problem löst Coinpanion?

Alexander Valtingojer: Die überwiegende Mehrheit aller Trader schreibt langfristig Verluste. Zudem werden regelmäßig Falschinformationen von Krypto-Influencern über Plattformen wie Twitter oder Telegram verbreitet, auf die leider Neulinge blind vertrauen. Coinpanion löst dieses Problem, indem Transparenz in die Trading-Ergebnisse der Trader gebracht wird. Dazu wird Neueinsteigern ermöglicht, automatisiert von Tradern zu profitieren.

Das Ganze gibt es bereits im klassischen Aktienmarkt, jedoch nicht in dieser Form für den Krypto-Markt. Durch das Ausbleiben eines eigenen Exchanges reduzieren wir Wechselkosten, können eine Vielzahl von Kryptowährungen anbieten und benötigen nur einen geringen Vertrauensvorschuss, da die gesamten Trading-Mittel auf den bekannten Exchanges bleiben.

Wie funktioniert euer Angebot in der Praxis? Was muss man als Nutzer tun?

In der Praxis erinnert Coinpanion stark an ein Marketplace. Nutzer können sich entweder als Trader oder Follower registrieren. Dabei ist es unbedingt nötig, die API-Keys der gewünschten Krypto-Börse bereitzustellen. Mithilfe der API-Keys können Aktivitäten der Trader automatisiert gelesen, verarbeitet und auf den Follower kopiert werden. Trader besitzen ein aufgearbeitetes Profil auf der Coinpanion-Plattform, welches die nötigen Informationen über den Trader sowie die vergangenen Trading-Ergebnisse bereitstellt.

Entscheidet sich ein Follower für ein Abonnement, so wird er durch einen simplen 3-Step-Guide durchgeführt und kann sofort loslegen. Danach werden alle Positionen der Trader prozentual beim Follower repliziert. All das passiert automatisiert und völlig Cloud-basiert.

Zusätzlich stellen wir dem User ein kostenloses Dashboard zur Verfügung, welches ebenfalls automatisiert Echtzeit Statistiken erstellt, um somit eine klare Übersicht über die Trading Aktivität zu haben.

Auf welchen Exchanges funktioniert Coinpanion?

Aktuell unterstützen wir Binance und Bittrex. In Zukunft sollen aber mehr Exchanges folgen, sowie auch alternative Trading-Plattformen wie z.B. Bitmex, auf denen es möglich ist, Margin Trading zu betreiben. Vor kurzem hat auch Binance ihre Margin-Trading-Funktion veröffentlicht, die wir uns ebenso genauer ansehen werden.

Wie identifiziert ihr erfolgreiche Crypto-Trader?

Grundsätzlich kann sich jeder als Trader auf Coinpanion registrieren und seine Fähigkeiten anbieten. Trading-Ergebnisse werden automatisiert, direkt über die Exchanges gesammelt und übersichtlich im Profil des Traders angezeigt. Alle Ergebnisse sind absolut transparent und unmöglich zu manipulieren. Unprofitable Trader werden somit bloßgestellt. Follower haben dann die Möglichkeit, mithilfe dieser Informationen Trader zu vergleichen und sich für den besten Trader zu entscheiden. In Zukunft wollen wir diesen Prozess noch weiter vereinfachen und zusätzliche Indikatoren (z.B. Sharpe Ratio) zur Verfügung stellen.

Crypto Trader sind in der Regel anonym unterwegs. Wie kann man die eigentlich tracken?

Um seine Services auf Coinpanion anbieten zu können, ist es nötig, dass der Trader seine API Keys mit unserer Plattform verbindet. Diese erlauben uns, seine Trading-Daten vom Exchange zu lesen und in Echtzeit zu tracken.

Nutzer müssen die Trader bezahlen – welche Gebühren gibt es da?

Follower geben zu Beginn eines Abonnements ihren Follow Amount an – die Menge an Coins, mit denen sie den Trader kopieren möchten -, auf welchem eine monatliche Gebühr in Höhe von 1 Prozent berechnet wird. Diese wird zu 50/50 zwischen dem Trader und Coinpanion geteilt.

Wie funktioniert euer Geschäftsmodell?

Aktuell werden die Einnahmen durch die monatliche Gebühr erzielt. In Zukunft sollen noch Premium Pläne für bestimmte Features folgen.

Werdet ihr euren Service auch für Bitpanda Global Exchange anbieten, der im August starten soll?

Wir verfolgen gespannt den Release des neuen Exchanges und planen definitiv diesen auch zu unterstützen. Des Weiteren befinden wir uns schon im Kontaktaufbau, um mögliche Synergien zu nutzen. Bitpanda hat das Potential, zur europäischen Go-to-Börse zu werden.

Wie seht ihr das derzeitige Auf und Ab der Krypto-Kurse. Welche Gründe gibt es für das permanente Pump & Dump?

Die Marktkapitalisierung der meisten Kryptowährungen ist aktuell noch so gering, dass die Kurse äußerst volatil sind. Sogenannte „Whales“, also User mit großen Krypto-Beständen, können somit die Kurse mit großen Ordern gezielt lenken. FOMO und FUD („Fear Of Missing Out“ „Fear, Uncertainty, and Doubt“, Anm.) verstärken diese Bewegungen, weshalb es oft zu enormen Preisunterschieden in kürzester Zeit kommt. Zudem finden aktuell viele Entwicklungen statt, wie z.B. Facebook Libra, die wieder die Medien auf den Markt lenken. FOMO/FUD wird auch dadurch bekräftigt.

Generell kann man aber sagen, dass diese Vorgänge ganz normal sind in neueren und kleineren Märkten. Zum Beispiel sieht man dasselbe auch immer wieder im Cannabis-Stock-Sektor. Wir sind jedoch zuversichtlich, dass sich das in Zukunft bessern wird. Es muss aber auch gesagt werden, dass gerade diese Volatilität den Markt für einige Trader besonders interessant macht.

Jedoch sollte man wie bei jedem High-Risk-Investment niemals mehr investieren als man bereit ist zu verlieren – besonders nicht ohne die nötige Zeit aufgebracht zu haben, wirklich zu verstehen, mit was man da überhaupt handelt.

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