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CO2-neutral laden: Tier bringt E-Scooter mit austauschbaren Batterien

© Tier Mobility
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E-Scooter haben europäische Städte wie Wien im Sturm genommen – und nicht nur hunderttausende Nutzer begeistert, sondern auch Kritiker auf den Plan gerufen. Denn zum Aufladen der Akkus kommen nach wie vor oft Lastwägen zum Einsatz, die die Roller am Abend einsammeln, zu einem Standort zum Laden bringen und in der Früh wieder in der Stadt verteilen. Wie berichtet, verursacht dieser Prozess (neben der Produktion der Batterien) sehr viel CO2.

Diesem Problem widmet sich das Berliner Startup Tier Mobility nun mit einem neuen Produkt. Als erster Betreiber weltweit hat das erst 2018 gegründete Unternehmen jetzt in Paris 200 E-Scooter auf die Straße gebracht, deren Akkus austauschbar sind. „Die Integration von Rollern mit austauschbaren Batterien macht es nicht mehr notwendig, Roller jeden Tag hin und her zu transportieren, um sie zu laden“, heißt es seitens Tier.

„Eine neue Flotte von E-Cargos und E-Vans wird es den lokalen Betrieben ermöglichen, leere Batterien schnell wieder aufzuladen und zu ersetzen, ohne sich auf traditionelle, Sprit-betriebene Fahrzeuge verlassen zu müssen.“ Offen ist, ob die Akkus fortan auch mit grünem Strom aufgeladen werden – das ist Voraussetzung dafür, um wirklich einen CO2-neutralen Betrieb zu ermöglichen.

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Verzicht auf Lastwagen

Ziel von Tier Mobility ist es laut Mitgründer und CEO Lawrence Leuschner jedenfalls, in den nächsten 12 Monaten zu einem CO2-neutralen Unternehmen zu werden. Bis November soll die gesamte Pariser Flotte auf E-Scooter mit austauschbaren Batterien umgerüstet werden, danach werden andere Städte folgen. Tier ist derzeit in rund 40 Städten in 12 Ländern vertreten – Wien war die erste Metropole, in der das Startup seine Elektroroller auf die Straße brachte. In Wien arbeitet Tier mit Veloce zusammen – das lokale Unternehmen ist für das Einsammeln, Laden und Verteilen der Roller zuständig.

Eine Studie der North Carolina State University, die im Sommer veröffentlicht wurde, hat gezeigt, dass die Nutzung von Leih-Scootern durchaus einiges an CO2 verursacht – vor allem eben durch das Einsammeln der Roller mit Lastwägen. Mit frischen 60 Millionen Dollar Risikokapital im Rücken hat Tier Mobility jedenfalls genug Kapital im Rücken, um die neuen E-Scooter auf den Markt zu bringen. Spannend wird, ob Mitbewerber wie Lime oder Bird dem Trend folgen.

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