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Clark: Deutsches Versicherungs-Startup kommt nach Österreich

Clark-App am iPhone. © Clark
Clark-App am iPhone. © Clark

Nach dem Fintech-Hype folgt der Insurtech-Boom. Nachdem in den letzten Jahren Challengerbanken und andere Finanz-Startups viel Aufmerksamkeit bekamen und große Erfolge erzielten, kommen jetzt nach und nach die Insurtechs. So hat etwa im vergangenen Jahr das Berliner Startup wefox insgesamt 225 Millionen Dollar Risikokapital eingeholt.

Das nächste große Ding im Insurtech-Bereich könnte nun Clark werden. Heute, Donnerstag, findet der Start des digitalen Versicherungs-Managers in Österreich statt – der Auftakt für die große Internationalisierungsphase des Frankfurter Startups mit derzeit rund 200.000 aktiven Kunden. Mit den Apps bzw. dem Web-Dienst kann man seine bestehenden Versicherungsverträge einscannen – und dann analysieren lassen, ob Clark in seiner Datenbank nicht ein attraktiveres Angebot findet.

Viele Versicherungen als Partner

In Österreich sind etwa 70 Versicherungen am Markt, das Marktvolumen für Versicherungsprämien liegt bei etwa 17 Milliarden Euro (2018). Die größten Versicherungsgesellschaften in Österreich sind Uniqa, Wiener Städtische, Generali und Allianz. Clark hat die Logos der meisten von ihnen bereits in der Partnerliste auf seiner Webseite, etwa auch jene von Wüstenrot, Helvetia oder Grazer Wechselseitige – jenes der Wiener Städtischen fehlt noch.

Wer Clark nutzt, gibt dem Startup eine Makler-Vollmacht. Diese ermöglicht es Clark, eine neue Versicherung als Alternative zu einer bestehenden abzuschließen oder eine neue Versicherung für den Kunden zu finden. Dazu muss der Nutzer auch einen Fragebogen ausfüllen und bekannt geben, welche Versicherungen er denn schon hat. Auf Basis dieser Daten kann Clark dann Vorschläge machen.

Clark wiederum wird etwa von der Deutsche Kreditbank (DKB), der Online-Bank N26 oder dem Vielflieger- und Prämienprogramm Miles & More verwendet, um deren Kunden zusätzlich Versicherungen anzubieten. Gegründet wurde das Startup 2015 von Christopher Oster, Steffen Glomb, Marco Adelt und Chris Lodde.

Makler mit Provisionsgeschäft

Für den Endnutzer ist Clark kostenlos, aber natürlich verdient das Startup Geld mit der Vermittlung von Versicherungen. Dafür nimmt es eine Provision, typischerweise einen Teil der Prämie – fährt also das gleiche Geschäftsmodell wie viele andere Versicherungsmakler auch, nur eben im Digitalen. Die Kommunikation mit dem Clark-Team verläuft dabei rien digital, via App, per Mail oder Messenger. „Wir sehen in Deutschland, dass die Kommunikation über die App und den Messenger am besten funktionieren“, sagt der Salzburger Philip Steiner, der die Geschäftsführung der Österreichtochter von Clark inne hat.

Ihm zufolge könne Clark, was Versicherungen angeht, alles abdecken, was ein Privatkunde oder ein selbstständiger Kleinunternehmer so brauche – große Firmenkunden würde man an die Partner weiterleiten. Im Unterschied zu wefox verfolgt Clark als Versicherungsmakler ein B2C-Businessmodell. wefox wiederum ist B2B2C: es bietet bestehenden Maklern eine digitale Plattform, an der sie andocken können, um ihr bestehendes, analoges Geschäft zu digitalisieren.

Als Vergleichsportal für Versicherungen sollte man Clark nicht verstehen – da ist man besser bei Angeboten wie durchblicker.at aufgehoben.

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