Channel

Mobility

Mobility

City Transformer: Israelisches Startup zeigt faltbares Elektroauto, das auf einen Motorrad-Parkplatz passt

© City Transformer
© City Transformer

Einen Parkplatz finden, ist eine der eher mĂŒhsamen Dinge im Alltagsleben in Tel Aviv. Das hat das Team des Startups City Transformer rund um CEO Asaf Formoza und seine beiden MitgrĂŒnder Gideon Goldwine und Erez Abramov dazu inspiriert, das erste faltbare Auto der Welt zu entwerfen. Das GefĂ€hrt kann die RĂ€der ein- und ausfahren und sich so schlank genug machen, um in einen Parkplatz fĂŒr ein grĂ¶ĂŸeres Motorrad zu passen. PrĂ€sentiert wurde der Prototyp jetzt am „Smart Mobility Summit“ in Tel Aviv und soll auf viel Interesse seitens Investoren und Autoherstellern getroffen sein.

„Wir hatten die Idee, weil wir soviel Zeit mit der Parkplatzsuche in Tel Aviv verschwendet haben“, sagt Formoza zu Trending Topics. Warum dann nicht einfach gleich ein schlankes Auto bauen? „Die grĂ¶ĂŸte Herausforderung dabei ist die StabilitĂ€t und das SicherheitsgefĂŒhl fĂŒr den Fahrer“, so der City Transformer-Chef. Deswegen wĂŒrde das kleine Auto im entfalteten Zustand 1,44 Meter Breite haben. Dann sei ein Top-Speed von 90 km/h möglich. Zusammengeklappt misst es in der Breite nur mehr einen Meter, die LĂ€nge kommt auf 2,35 Meter.

© City Transformer
© City Transformer

Ab 2019 um mindestens 10.000 Dollar

AbhĂ€ngig von Investmentgeldern, die Formoza fĂŒr seine patentierte Kreation derzeit sucht, soll der kleine Wagen mit Ende 2019 zu einem Preis von mindestens 10.000 Dollar auf den Markt kommen. Auf diesen Startpreis mĂŒssen noch Steuern und die Kosten fĂŒr die Batterien aufgeschlagen werden. „Auch wenn es viel Interesse seitens Privatkunden gibt, wollen wir uns zuerst auf zwei Bereiche fokussieren: Logistik und Carsharing-Anbieter“, sagt Formoza.

So gibt es das GefĂ€hrt derzeit in drei AusfĂŒhrungen: In der normalen Variante kann hinter dem Fahrer noch eine Person Platz nehmen. Eine zweite Version hat in der zweiten Reihe Platz fĂŒr zwei Kinder, und eine dritte Variante des City Transformer bietet hinten Stauraum fĂŒr Pakete. Sollte das Konzept bei B2B-Kunden gut ankommen, sei es möglich, es auch fĂŒr Privatkunden anzubieten.

© City Transformer
© City Transformer

Mit Elektroantrieb und Autopilot

Zwei große Trends der Automobil-Branche will City Transformer nicht auslassen: Autonomes Fahren und ElektromobilitĂ€t. Wenn es auf den Markt kommt, soll das Falt-Auto autonomes Fahren der Stufe 3 beherrschen, wird sich als etwa im zusammen gefalteten Zustand selbst einparken können. Noch hat der Prototyp ein Lenkrad verbaut, doch der Plan sieht vor, dass das GefĂ€hrt auch auf Stufe 5 fahren kann – also vollkommen selbststĂ€ndig ohne Insassen an Bord.

Was noch nicht feststeht: Welche Batterie und welchen Antriebsstrang City Transformer verwenden wird. Dazu laufen erst GesprĂ€che mit Herstellern. Formoza will jedenfalls die ersten 50 WĂ€gen nĂ€chstes Jahr in Israel produzieren lassen. Ohne Partnerschaften geht das nicht. Formoza zufolge hat man Kooperationen mit Yamaha Motor Ventures, Altair (Simulations-Software u.a. fĂŒr Ferrari), Fiat und Rassini geschlossen – letztere Firma aus Mexiko ist ein Zulieferer fĂŒr Mercedes und andere Premium-Hersteller.

Ob sich das Konzept durchsetzen wird, muss sich weisen – die Idee eines gĂŒnstigen, platzsparenden, elektrisch angetriebenen und selbstfahrenden Autos wird aber bei einigen Unternehmen sicher gut ankommen.

© City Transformer
© City Transformer

Ähnliches Konzept bereits 2012 vorgestellt

City Transformer ist nicht das erste faltbare Elektroauto der Welt. Bereits 2012 wurde das Auto „Hiriko Fold“ eines spanischen Herstellers vorgestellt und von der EU-Kommission als Teil der urbanen MobilitĂ€tszukunft gefeiert. Es basierte auf einem Konzept des Massachusetts Institute of Technology (MIT) namens „CityCar“ und sollte 90 km/h bei einer Reichweite von 120 Kilometern schaffen. Um Platz zu sparen, konnte es sich in der Mitte „falten“, wobei die beiden Achsen zueinander rĂŒckten und das GefĂ€hrt quasi ie eine Katze einen Buckel machte. Kosten hĂ€tte es 12.500 Euro sollen.

Klein, gĂŒnstig, grĂŒn: Ein perfektes Ding also eigentlich fĂŒr den Stadtverkehr. Doch 20 Millionen euro Finanzierung, zum Teil auch aus EU-Mitteln, halfen nichts. Das Geld versickerte in einem Netzwerk aus Firmen, am Ende wurde das Projekt eingestellt (mehr dazu bei Zeit Online).

Springe zu:

Ganzen Artikel lesen