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Gastbeitrag

13 Tipps für die Job-Suche: Was Jeschke beim Abgrasen der Startup- und Innovations-Branche gelernt hat

Willst du im Heer der Arbeitssklaven mitschwimmen? © Pixabay
Willst du im Heer der Arbeitssklaven mitschwimmen? © Pixabay

Christoph Jeschke, langjähriger Chef von AustrianStartups, hat wie berichtet nach langer Suche einen Job gefunden – beim Wiener Fintech-Startup Finabro. In seinem Gastbeitrag zeigt er, was er bei seiner lange dauernden Job-Suche in der Startup- und Innovations-Szene gelernt hat.

Nach einigen (Zwischen-)Projekten und einer intensive Jobsuche habe ich erst kürzlich inne gehalten: In den vergangenen Monaten nach meiner CEO-Tätigkeit bei AustrianStartups habe ich mir ca. 85 Unternehmen genauer angesehen und mit rund 50 Gesprächen geführt habe. Vom Corporate über etablierte KMU bis hin zu Startups – da war alles enthalten, aber schließlich hat mich nur eines wirklich überzeugt.

Ich habe die Suche nach einer neuen Aufgabe als Prozess – oder besser als Projekt – gesehen und schnell festgestellt, die dabei gesammelte Erfahrung möchte ich mit anderen teilen. Warum? Weil ich all das gerne schon am Beginn meiner Suche gewusst hätte. 13 Learnings sind daraus geworden – sehr persönlich, aber vielleicht gibt es das eine oder andere Nützliche für Suchende da draußen.

1. Beginn’ mit der Suche schon während dem aktuellen Job

Wenn man selber etwas gründet, kann man nicht von heute auf morgen Abschied nehmen: Daher war klar, dass nach der Entscheidung für meinen Weggang der Fokus auf der Suche nach einem Nachfolger und einer ordentlichen Übergabe liegen muss.
Wäre ich allerdings nicht so beschäftigt damit gewesen oder in einem anderen klassischen Job gewesen, hätte ich wahrscheinlich schon währenddessen versucht, bei einem anderen Unternehmen zu unterschreiben.

2. Karriereportale lieber früher als später verwenden

Beim Durchforsten von zig Plattformen (Karriere.at & Standard in AUT, StepStone & Glassdoor in GER/CH – danke Nina) habe ich sehr viel über mich, Jobs und den Bewerbungsprozess an sich gelernt – vom Beschreiben der eigenen Skills bis zur Übersetzung meiner Wunschtätigkeit in ein Jobprofil. Leider habe ich erst Anfang Juni 2017 damit angefangen, da ich bis zu diesem Zeitpunkt nur in meinem Netzwerk gesucht hatte.

3. Was kannst du & möchtest du wirklich machen?

Auch wenn mir irgendwie schon klar war, worin ich gut bin und was mir Spaß macht, brauchte ich einige Gespräche & Zeit um mein persönliches Anforderungsprofil zu erstellen und meinen eigenen “Pitch” für Gespräche parat zu haben. Je eher man beides hat, umso einfacher ist die Suche nach dem passenden Job.

4. Berechne deinen Runway

Je nach persönlicher Arbeitsweise (angestellt, selbstständig, etc) bzw. Einzahlungen, hat man Anspruch auf Arbeitslosengeld oder man hat sowieso ein bisserl Geld auf der Seite. Es ist in jedem Fall ratsam, sich rechtzeitig durchzurechnen, wie lange man auskommt ohne zusätzlich Geld verdienen zu müssen.

5. Pflege & nütze dein Netzwerk

Meine neue Aufgabe und einige der spannendsten Jobangebote habe ich durch Bekannte & Freunde gefunden. Daher: Das persönliche Netzwerk muss auch Bescheid wissen, dass man zu haben ist! Deshalb: in Gesprächen klar sagen, dass man auf Jobsuche ist und das Gegenüber zu einem Multiplikator machen.

6. Know your stuff

Wenn man für ein Gespräch eingeladen wird, sollte man so viel wie möglich über die ausgeschrieben Stelle und das Unternehmen herausfinden, denn von fast jedem Unternehmen wurden mir bereits beim ersten Gespräch sehr spezifische Fragen gestellt.
Am Beginn stehen allerdings noch die Bewerbungsunterlagen, die am besten von 4-6 Augen gegengecheckt werden sollten – just in case, oder zur Ermunterung, den notwendigen “Pep” im Lebenslauf herauszuarbeiten (auch optisch).

7. Stay true to yourself

Auch wenn es nach dem schlimmsten Klischee klingt, hat es sich für mich in jedem Fall bewährt. Ich habe mich nicht verstellt oder verbogen, gesagt was ich denke und auch klar kommuniziert wenn ich in den Bewerbungsgesprächen anderer Meinung war. Nur so war es möglich herauszufinden, ob der Job zu mir passt. Und noch viel wichtiger: ob ich zum Job passe und mir vorstellen kann, die nächsten Jahre darin zu verbringen.

8. Nix is fix

Auch wenn du schon eine mündliche Zusage erhalten hast, warte mit dem Announcen bis du den Vertrag unterschrieben hast. Denn selbst danach kann sich manchmal noch etwas ändern. Für mich bedeutete das, so lange Gespräche mit potentiellen Arbeitgebern zu führen, bis ich für meinen jetzigen Job fertig verhandelt und unterschrieben hatte.

9. Baue dir ein Support System

Je nachdem wie man gestrickt ist, zahlt es sich aus, immer wieder mit Freunden und Familie zu sprechen, denn zumindest für mich waren die unterschiedlichen Prozesse wie eine Achterbahnfahrt, bei der das eine oder andere Gespräch zu Verarbeitung geholfen hat.

10. Gut feeling is a thing

Bei allen Gesprächen hat mich mein Bauchgefühl nie getrügt, selbst wenn ich es in dem Moment nicht verstanden habe. Oftmals habe ich im Nachhinein Geschichten & Details über Unternehmen oder die ausgeschrieben Stelle erfahren, die mir die letzte Bestätigung gegeben hat.

11. Nicht im Bewerbungsfrust versinken

Je nach Suchdauer, Runway und Lust & Laune kann ein Hobby oder ein Projekt spannend sein. Ich habe mir während meiner Suche 4 verschiedene Projekte geangelt, um mich zu challengen und im Arbeitsmodus zu bleiben – und meinen Kopf nicht nur mit Motivationsschreiben & Co zu verkrampfen.

12. Nimm’s nicht persönlich

Das was das Letzte, was ich nach einer Absage hören wollte. Aber mit der Zeit macht es auch Sinn zu verstehen, dass sehr oft komplizierte Dynamiken auf Unternehmensseite wirken und man als BewerberIn sicher nicht überall der/die ideale KandidatIn sein kann.

13. Dankbarkeit

Ich habe in den vergangenen Monaten sehr viele Angebote erhalten, die mich überrascht aber vor allem dankbar gemacht haben: Personen – teils gute Bekannte, teils Businesskontakte –  haben mir Vertrauen entgegengebracht und Positionen in ihren Unternehmen angeboten. Ich war und bin für jedes einzelne dieser Angebote wirklich dankbar, für die Möglichkeit und das Vertrauen in mich und meine Fähigkeiten.

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Be smart and nice ;)

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