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Chargeprice: Neues Startup berechnet, wie viel das Laden des Elektroauto kostet

Karten-Fächer. © Chargeprice
Karten-Fächer. © Chargeprice

Vor der Krise hat ein Liter Benzin in Österreich etwa 1,20 Euro gekostet, mittlerweile ist der Preis auf einen Euro oder manchmal sogar weniger gefallen. Die Benzinpreise, die kennt der Autofahrer, und jeder weiß, wenn er eine Tankstelle anfährt, wie viel er für einen vollen Tank ungefähr bezahlen wird.

Bei Elektroautos ist das komplett anders. In ganz Europa gibt es etwa 400 verschiedene Betreiber von Ladestationen (von Tesla bis zu lokalen Hotels), dazu kommen etwa 100 verschiedene Ladekarten bzw. Apps, mit denen man an den Ladestationen bezahlen kann. Für E-Auto-Fahrer bedeutet das: Es gibt teilweise drastische Preisunterschiede und Abrechnungsmodelle: Mal bezahlt man pro Minute, mal pro Kilowatt, oder auch mal pauschal pro Ladevorgang.

Wegweiser im Tarifdschungel

„Es gibt zig Apps und Ladekarten, mit denen man die Stationen aktivieren kann. Im Gegensatz zu Tankstellen gibt es jedoch an einer Station keinen einheitlichen Preis, sondern jede Ladekarte legt selbst den Preis fest“, sagt Niklas Hösl. „Dabei sind die Preise für eine einzige Ladung extrem unterschiedlich: Mit der richtigen Karte zahlt man 5 Euro, mit einer anderen im schlimmsten Fall bis zu 250 Euro für die gleiche Ladung.“

Das Chargeprice-Team. © Chargeprice
Das Chargeprice-Team. © Chargeprice

Hösl ist nicht nur E-Autofahrer, sondern mittlerweile auch Mitgründer eines neuen Startups namens Chargeprice. Mit seinen beiden französischen Mitgründern Quentin Ducreux Lerebours und Guillaume Bouley hat er das Ziel, den ultimativen Ladetarifrechner für Elektroautos anzubieten. Auf der (auch mobil optimierten) Webseite kann man auf einer Karte Ladestationen in Österreich, Deutschland, Frankreich und der Schweiz finden und sich anzeigen lassen, was man mit verschiedenen Ladekarten und Apps bezahlen würde – und so schnell herausfinden, welche Option am günstigsten ist.

Übrigens ist auch ausschlaggebend, mit welchem E-Auto man lädt. Denn hängt man etwa ein älteres Modell an einen Ladepunkt, der nach Minuten abrechnet, bezahlt man für die gleiche Menge Strom mehr als mit einem E-Auto, das schnelleres Laden unterstützt – einfach, weil ein Wagen länger am Strom hängen muss als ein anderer.

“Die Preisunterschiede sind teilweise extrem“

“Die Preisunterschiede sind teilweise extrem, manchmal um den Faktor 10″, sagt Hösl. “Im Endeffekt geht es darum, den Einstieg für neue Elektroautofahrer so einfach wie möglich zu machen. Am Anfang steht man vor der Ladesäule und weiß nicht, wie viel man zahlt.” Mit dem Tarifrechner wolle man Transparenz in einen undurchsichtigen Markt bringen. Die Daten holt sich Chargeprice derzeit zumeist über die Webseiten und Tarifbeschreibungen der Anbieter, doch künftig will man die Daten via API in die eigene App holen.

“Für den Endkunden soll die Preisabfrage immer kostenlos bleiben. Unser Geschäftsmodell funktioniert so, dass wir mit Partnerunternehmen arbeiten”, sagt Hösl. So ist geplant, dass die Ladetarifdaten in den Apps anderer Firmen integriert werden – etwa in die Navigationssysteme von Elektroautos. Im besten Fall würde etwa ein Hersteller wie Tesla auf Chargeprice setzen und seinen Nutzern die Daten auf dem Touchscreen im Auto anzeigen.

Auch native Werbung wäre eine Option für Chargeprice. Wie bei vielen Tarifrechnern (oder auch bei Google) könnten Anbieter für bessere Position ihres Angebots bezahlen. Service ist den drei Gründern jedenfalls wichtig: Laut Hösl kommt bald eine neue Funktion, die die für den Nutzer beste Ladekarte empfiehlt – basierend auf Daten wie Wohnort, Fahrzeug und Ladefrequenz.

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