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CBDC: Südkorea und Japan planen staatliche Digitalwährungen

© Luke Jones on Unsplash
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China prescht vor, und immer mehr Länder laufen hinten nach: so genannte CBDCs, also „Central Bank Digital Currencies“ sind der letzte Schrei in der Welt der Zentralbanken. Immer mehr Länder wollen eine haben oder zumindest austesten, ob sie etwas taugen würden. In China wird die Einführung des digitalen Yuan vorangetrieben, und das hat auch Auswirkungen in den Nachbarländern. So wurde nun bekannt, dass auch Südkorea und Japan digitale Währungen ab 2021 testen wollen.

Haruhiko Kuroda, Gouverneur der Bank of Japan, sagte einem Bericht von Reuters zufolge, dass der asiatische Inselstaat im Frühjahr 2021 damit beginnen würde, den digitalen Yen zu testen. Wichtig sei dabei aber, dass man nicht den privaten Payment-Sektor ausschalten würde. Den denkbar ist sicherlich, dass Nutzer eines digitalen Yen und einer entsprechenden Wallet theoretisch ohne Bankkonto auskommen könnten.

China testet bereits

Ähnlich Bestrebungen sind zuletzt auch in Südkorea bekannt geworden. Dort will man 2021 die Ausgabe und Zirkulation einer digitalen Währung gemeinsam mit Banken und anderen Firmen testen. Die südkoreanische Nationalbank hielt dabei aber auch fest, dass die Tests nicht zwingend eine Einführung bedeuten würden. Genutzt werden soll für die Tests eine Blockchain-Plattform.

Südkorea und Japan beobachten sicherlich sehr genau die Experimente, die in China durchgeführt werden. Dort wurde der digitale Yuan testweise an Privatpersonen und Firmen in verschiedenen, wirtschaftlich wichtigen Regionen ausgegeben. Das Projekt wurde unter dem Kürzel DC/EP, das für „digital currency/electronic payment“ steht, bekannt. Wie Trending Topics berichtete, kan dabei ziemlich genau festgehalten werden, für welche Zwecke das digitale Geld eingesetzt wird.

EU setzt auch auf Digitalwährung

In der EU soll ab 2022 eine neue Verordnung namens MiCA (Markets in Crypto Assets) gelten. diese sieht vor, dass Firmen, die Stablecoins ausgeben, strengen Regulierungen unterliegen. Parallel wurde wie berichtet bekannt, dass auch die Europäische Zentralbank (EZB) einen elektronischen Euro angedacht hat und auch vor hat, ihn zu testen. Die Europäische Union sieht siech gar in einer möglichen Vorreiterrolle, was Crypto-Assets angeht.

„Das Eurosystem will einfach vorbereitet sein, falls in einer schnelllebigen Zahlungslandschaft über die Zeit ein Bedarf für einen digitalen Zentralbank-Euro für alle entsteht. Falls etwa in Zukunft die Nachfrage nach Bargeld radikal zurückgehen sollte, könnte es sinnvoll sein, den universalen Zugang zu Zentralbankgeld auf digitale Weise anzubieten“, sagte Beat Weber, Ökonom bei der Österreichischen Nationalbank (OeNB), zu den Plänen für einen digitalen Euro, im Interview mit Trending Topics. „Oder falls plötzlich Fremdwährungen durch eine überlegene digitale Darreichungsform dem Euro im Inland Konkurrenz machen, ohne dass der Privatsektor im Euroraum dem Paroli bieten kann.“

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