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cashpresso: Wiener Fintech holt Volkswagen Bank als großen Investor an Bord

Die cashpresso-Gründer. © cashpresso
Die cashpresso-Gründer. © cashpresso

Die Volkswagen Bank, die etwa Ratenkredite, Auto-Leasing, Versicherungen, Girokonten oder eine Kreditkarte anbietet, beteiligt sich mit 20 Prozent am Wiener Fintech-Startup cashpresso. Hinter cashpresso steht die Credi2 GmbH der drei Gründer Jörg Skornschek, Daniel Strieder und Michael Handler, die sich auf digitale Konsumkredite spezialisiert haben.

Der neue Shareholder will mit den Anwendungen von Credi2 „große technologische Fortschritte“ machen, sein Kreditgeschäft weiter automatisieren und dadurch Kosten sparen. „Mit dem Antragsprozess von Credi2 verkürzen wir zudem unsere Produkteinführungszeiten“, so Michael Reinhart, Sprecher der Geschäftsführung der Volkswagen Bank GmbH. Für die Bank, die zum VW-Konzern gehört (und dort im Geschäftsbereich Finanzdienstleistungen angesiedelt ist), arbeiten weltweit mehr als 16.000 Mitarbeiter, es gibt einen Bestand von rund 20,3 Millionen Verträgen.

Automatisierung von Krediten

„Mit der Volkswagen Bank haben wir einen Partner gefunden, um gemeinsam unsere Lösungen einem großen Kundensegment zugänglich zu machen und von der Fachexpertise einer großen und erfolgreichen Bank zu profitieren. Als Spezialist für die Prozessautomatisierung im Kreditbereich wollen wir die Volkswagen Bank dabei unterstützen, noch besser für die Herausforderungen der Zukunft gewappnet zu sein“, so CEO Daniel Strieder in einem ersten Statement. Das frische Geld wird vor allem in den Ausbau der White-Label-Lösungen fließen.

Wie viel die Volkswagen Bank sich die 20 Prozent von cashpresso kosten lässt, wird nicht verraten. Da das Wiener Startup seit 2015 insgesamt über Finanzierungsrunden mehr als sechs Millionen Euro (siehe unten) aufgenommen hat, dürfte es sich um einen hohen einstelligen oder niedrigen zweistelligen Millionenbetrag handeln. Das Investment sei jedenfalls „deutlich größer“ als die letzte Runde (2018: 3,5 Mio. Euro), heißt es seitens der Firma. Im Firmenbuch ist der Einstieg der Deutschen noch nicht ersichtlich – offen ist somit vorerst, wie der Cap Table künftig genau aussieht. Mit 20 Prozent ist die Volkswagen Bank jedenfalls der größte einzelne Shareholder der Wiener Firma, die bestehenden Investoren bleiben allesamt an Bord.

+++ bsurance & cashpresso: Zwei Wiener Startups kooperieren beim Käuferschutz +++

Ratenkäufe in Online-Shops

cashpresso ist mit Schnellkrediten gestartet, die sich Konsumenten über die App holen können (bis zu 1.500 Euro). Das Startup tritt dabei als Vermittler von Rahmenkredite der Deutschen Handelsbank AG auf. Mittlerweile ist die Wiener Firma auch im B2B-Geschäft tätig: Händler können Ratenkäufe am Point of Sale anbieten oder als Zahlungsmethode in Online-Shops integrieren. Dabei erhalten die Händler innerhalb von  24 Stunden den Kaufpreis – das gesamte Risiko übernimmt cashpresso für sie.

cashpresso hat in den vergangenen Jahren mehrere Investmentrunden abgeschlossen. 2016 launchte die Firma der mit rund 700.000 Euro im Rücken (u.a. von den Runtastic-Gründern, Hansi Hansmann, Speedinvest und Angel Stefan Kalteis). Im Februar 2017 gab es dann die zweite Investmentrunde, diesmal in der Höhe von zwei Millionen Euro. Reimann Investors und Dieter von Holtzbrinck Ventures kamen als neue Investoren an Bord. Im Juni 2018 folgte dann die nächste Runde mit 3,5 Millionen Euro das Geld kam von den bestehenden Investoren sowie vom damaligen Neuinvestor Hevella Capital (Trending Topics berichtete).

Startup-Partner und eigene Kreditkarte

cashpresso hat dieses Jahr in der Startup-Szene für Aufmerksamkeit gesorgt, weil es Partnerschaften mit zwei anderen Fintechs schloss. Mit bsurance kooperiert mit man Käuferschutz für Endkunden, die mit cashpresso in Online-Shops bezahlen, mit Bluecode gibt es eine Zusammenarbeit im Bereich Mobile Payment.

Das Wiener Startup arbeitet außerdem an einer eigenen Kreditkarte für seine Nutzer, wie Georg Freilinger, Head of Product bei cashpresso, Trending Topics bereits im April 2019 verriet. „Wir sind gerade mit Bluecode in einer Beta-Phase und arbeiten daran, eine Kreditkarte zu issuen.“

+++ Mobile Payment von Bluecode wird in die App von cashpresso integriert +++

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