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Cardano nach Alonzo-Upgrade: Aufbruch in eine schwierige Smart-Contracts-Zukunft

ADA-Token von Cardano. © Executium on Unsplash
ADA-Token von Cardano. © Executium on Unsplash

„Wir haben es geschafft! Das ist der Beginn einer neuen Ära!“ So oder so ähnlich lesen sich aktuell die Botschaften aus der Cardano-Community, die rund um Gründer Charles Hoskinson via Twitter, Reddit und YouTube jubelnd in die digitale Welt geblasen werden. Denn am späten Sonntag Abend war es soweit: Durch das Protokoll-Upgrade „Alonzo“ und einem damit einhergehenden Hard Fork ist die Cardano-Blockchain nach Jahren der Vorbereitung endlich bereit, Smart Contracts auszuführen.

Viel hat sich auf die Nacht auf Montag hin zugespitzt. Der Kurs des ADA-Token ist ab August auf sein Allzeithoch gewachsen und hat Cardano zur dritt größten Kryptowährung hinter Bitcoin und Ethereum gemacht. Die Marktkapitalisierung liegt bei mehr als 65 Milliarden Euro – das ist mehr, als viele Großbanken, aber auch andere, vergleichbare Blockchain-Projekte wie Solana, Polkadot oder Algorand auf die Waage bringen.

Nachdem ADA zu immer neuen Höhen geeilt ist, ist der Kurs des nativen Tokens der Cardano-Blockchain dann ab dem 7. September wieder ein wenig zurück gegangen. Da war die Erwartung an das Alonzo-Upgrade eingepreist, außerdem begann das Projekt dann mit vermehrt kritischen Stimmen zu kämpfen, die an der Technologie zu meckern begannen. So äußerten sich einigen Investoren kritisch (Trending Topics berichtete) und zweifelten an, dass das Upgrade wirklich so große Änderungen bringen wird.

 

Neues Rückgrat für DApps

Beim Unternehmen Input Output Hongkong (kurz IOHK), das wesentlich die Cardano-Entwicklung vorantreibt, ist man jedenfalls (naturgemäß) sehr optimistisch. „Jetzt haben wir das Rückgrat für eine neue dezentrale Anwendungsplattform, die zahlreiche DApps und dezentrale Finanzanwendungen (DeFi) ermöglicht – von einfachen Swap-Apps über dezentrale Börsen (DEXs) bis hin zu komplexeren Berechnungsprogrammen wie Oracles und Krypto-gestützten algorithmischen Stablecoins“, heißt es seitens Tim Harrison, Marketing & Communications Director bei IOHK.

Harrison zufolge gibt es derzeit mindestens 150 Projekte, die im Rahmen von Cardanos Innovationsprogramm „Project Catalyst“ neue Anwendungen auf Basis der Blockchain und der nun möglichen Smart Contracts entwickeln. Über einen Fonds werden regelmäßig Fördergelder an Bewerber ausgeschüttet, und im Topf liegen Harrison zufolge umgerechnet mehr als eine Milliarde Dollar, um das Ökosystem anzutreiben. Außerdem gebe es mehr als 33.000 Mitglieder, die zum Ausbau von Cardano beitragen würden. Um Cardano groß aussehen zu lassen, hat IOHK auch gleich folgende Grafik in Umlauf gebracht, die das Ökosystem abbilden soll.

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Probleme vorprogrammiert

Stablecoins, DEX, Lending-Plattformen, und so weiter und so fort: Das alles kennt man natürlich auch von Ethereum oder Solana, wo es bereits große Communities gibt, die entsprechende DApps für ihren jeweiligen Plattform entwickeln. Cardano muss noch erst beweisen, dass es imstande ist, ebenfalls solche Ökosysteme rund um die Blockchain entstehen zu lassen. Dass das alles nicht einfach wird, weiß man auch bei IOHK.

„Es wird Unebenheiten auf dem Weg geben. Die ersten Nutzererfahrungen werden nicht perfekt sein. Einige frühe DApps werden Probleme haben. Wir werden einige großartige Entwicklungsteams sehen und einige schlechte. Da es sich um eine erlaubnisfreie, dezentrale Blockchain handelt, ist dies unvermeidlich. Und einige DApps könnten sich als unsicher erweisen“, so Sprecher Harrison. „Auf diesem Upgrade ruhen hohe Erwartungen. Einige davon sind unangemessen hoch. Cardano-Beobachter erwarten vielleicht ein ausgeklügeltes Ökosystem von verbraucherfreundlichen DApps, die unmittelbar nach dem Upgrade verfügbar sind.“ Doch damit solle man nicht rechnen. Am Cardano Summit, der am 25. und 26. September dezentral und virtuell stattfinden wird, wird sich erstmals zeigen, was realisiert werden wird und was nicht.

Derweil warnt Harrison die Anhänger vor FUD – als „Fear, Uncertainty & Doubt“, die von Gegnern des Projekts im Netz gestreut werden würden. Das sei in der vergangenen Woche so gewesen, und es würde wahrscheinlich noch schlimmer werden. In den kommenden Wochen werden wir noch viel mehr FUD und Unsinn erleben. Die Dinge werden wahrscheinlich noch hässlicher werden, bevor sie besser werden“, so Harrison.

Cardano: Große Erwartungen, aber auch große Skepsis an Smart Contracts

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