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Ethereum-Konkurrent

Cardano: Das steckt hinter dem neuen Stern am Krypto-Himmel

Logo der Kryptowährung Ada von Cardano. © Cardano
Logo der Kryptowährung Ada von Cardano. © Cardano

Zuerst kam Bitcoin, dann kam Ethereum, und dann kommt Cardano: Das glaubt zumindest Charles Hoskinson, einer der Köpfe hinter der neuen Krypto-Bewegung Cardano. Hoskinson ist einer der Mitgründer von Ethereum, aber mit seiner Firma Input Output Hongkong (IOHK) und im Verbund mit der Cardano Foundation in der Schweiz und der japanischen Firma Emurgo will er Kryptowährungen aufs nächste Level hieven. Nichts weniger als die dritte Generation der Kryptowährungen nach BTC und ETH will man bis 2020 entwickeln.

Die Krypto-Community ist von den Konzepten rund um Cardano und der zugehörigen Kryptowährung Ada offenbar ziemlich angetan. Ada ist laut CoinMarketCap in den letzten Wochen quasi aus dem Nichts zur nunmehr sechst größten Kryptowährung nach Marktkapitalisierung aufgestiegen – sie liegt jetzt bei einem Market Cap von rund 12 Milliarden Dollar und ist so gesehen größer als Dash, Bitcoin Gold, IOTA, NEM oder Monero.

Was will Cardano?

Cardano versteht sich als technische Plattform für die Kryptowährung Ada, die bereits gehandelt werden kann. Die Plattform soll mehrere Dinge können: Mit Ada sollen Endnutzer, aber auch Organisationen und Regierungen Transaktionen machen können, und zwar schneller und einfacher als etwa mit Bitcoin oder Ethereum. Der Ada-Token ist als Voucher konzipiert. Später soll auch ein eigener Layer folgen, um „Smart Contracts“ abbilden zu können, damit Firmen künftig digital Verträge abschließen können. Weiters sollen sich auch dezentrale Apps („dApps“) auf der Plattform programmieren lassen.

Wichtig ist den Machern auch, dass Cardano Auflagen von Regulierungsbehörden erfüllen kann und die Anforderungen mit Gesetzen mit den Wünschen von Nutzern nach Privatsphäre in Einklang bringt. Für Bitcoin etwa ist das derzeit ein Problem. Aufgrund der hohen Anonymität des Bitcoin fordern immer mehr Politiker (etwa in der EU), dass Krypto-Börsen und Wallet-Anbieter eine Identifizierung von Nutzern durchführen (Trending Topics berichtete). So soll der Missbrauch etwa zur Geldwäsche verhindert werden. Bei Cardano sieht man die Erfüllung von regulatorischen Vorgaben als Voraussetzung für die Adoption am Massenmarkt.

Was ist das Besondere an Cardano?

Von anderen Krypto-Projekten will sich Cardano durch eine starke wissenschaftliche Basis unterscheiden. Rund um Hoskinson hat sich ein Team aus in der Szene anerkannten Krypto-Forschern (u.a. Bernardo David, Duncan Coutts) gefunden, die mit Feedback aus der wissenschaftlichen Community arbeiten. Über Peer Reviews wird regelmäßig die Tauglichkeit der Technologie abgeprüft, heißt es.

Die Plattform selbst wird so gebaut, dass sie theoretisch auch Fortune-500-Unternehmen und Regierungen einsetzen können. Das ist nicht abwegig: Immer wieder kommen Berichte oder zumindest Gerüchte auf, dass Länder wie Russland, Venezuela oder Estland eigene Kryptowährungen planen. Auch große Unternehmen drängen in den Bereich.

Während Ethereum derzeit in erster Linie für ICOs von Startups, Trading und spaßige Dinge wie CryptoKitties wichtig ist, will Cardano mit seiner Plattform gleich bei großen Organisationen und Institutionen andocken und vor allem mit regulatorischer Konformität punkten.

Wer steckt hinter Cardano?

Hinter dem Cardano-Projekt stecken im Wesentlichen drei Organisationen. Die Firma Input Output Hongkong (IOHK) von Charles Hoskinson (bis 2014 bei Ethereum) ist eine Forschungsfirma, die sich auf Blockchain-Technologien spezialisiert hat. Sie ist damit beauftragt worden, die Cardano-Plattform bis 2020 voll funktionsfähig zu entwickeln. IOHK war auch bei der Ethereum-Abspaltung Ethereum Classic involviert.

Die Cardano Foundation rund um den Vorsitzenden Michael Parsons hat ihren Sitz in Zug in der Schweiz und soll sich um die regulatorischen Aspekte der Kryptowährung kümmern. Die japanische Firma Emurgo schließlich ist der Partner des Projekts, der sich ums Business kümmern soll. Sie soll in einem ersten Schritt dafür sorgen, dass in Japan im Laufe des nächsten Jahres 25 Geldautomaten aufgestellt werden, bei denen man Ada kaufen und verkaufen kann.

Michael Parsons von der Cardano Foundation. © Cardano Blog
Michael Parsons von der Cardano Foundation. © Cardano Blog

Wo kann man Ada handeln?

Derzeit kann man die Kryptowährung Ada den Betreibern zufolge der bei vier Krypto-Börsen handeln: Bittrex (Las Vegas), Binance (Hongkong), Coinnest (Südkorea), UpBit (Südkorea) und Mr. Ripple (Japan). Insgesamt gibt es 45 Milliarden Ada-Token, auf den Märkten zirkulieren derzeit nur rund 26 Milliarden davon. Das bedeutet, das große Teile der Ada-Token unter der Kontrolle einiger weniger Personen oder Organisationen stehen und nicht frei am Markt verfügbar sind.

Laut CoinMarketCap wird Ada zur Zeit hauptsächlich bei Bittrex und bei Binance gehandelt (zusammen rund 90 Prozent des Handelsvolumens).

Welche Wallet braucht man für Ada?

Um Ada senden und empfangen zu können, braucht man eine eigene Wallet. Diese heißt Daedalus (benannt nach der Figur aus der griechischen Mythologie) und kann derzeit auf Windows-PCs und Mac-Computern installiert werden (Linux soll folgen). Auch Apps für Android und iOS sind geplant, allerdings gibt es dafür derzeit noch keinen Zeitrahmen. Ebenfalls in Entwicklung sind Funktionen für die Wallet, damit man in dieser auch Ethereum verwenden kann. Prinzipiell soll jede Währung unterstützt werden können.

Fun Fact: An der Daedalus Wallet arbeiten auch die beiden österreichischen Entwickler Stefan Malzner (Macher der Franz-App) und Dominik Guzei mit.

Was soll man mit Ada machen können?

Derzeit kann man mit Ada rein auf den genannten Krypto-Börsen handeln. Wenn es einmal Apps gibt, die Ada unterstützen, soll man mit dem als Voucher konzipierten Token für Services bezahlen können oder Geld in Form von Ada an Freunde senden können.

Das Ziel ist aber, dass Nutzer das digitale Geld im Alltag zum Bezahlen verwenden können. Dafür soll es einmal eine eigene Bankomatkarte geben, um den Brückenschlag zum Offline-Handel zu ermöglichen. Dieses Konzept kennt man bereits von anderen Krypto-Projekten wie etwa TenX (mehr dazu hier).

Kann man Ada minen?

Nein, derzeit nicht. Anders als andere Kryptowährungen funktioniert Ada nicht nach dem Konzept „Proof of Work“, sondern nach „Proof of Stake“.

Bei „Proof of Work“ wird die Rechenleistung eines Teilnehmers in einem Netzwerk herangezogen, um von einem Algorithmus bestimmen zu lassen, wer die bei einer Blockgenerierung als Belohnung geschaffenen Coins bekommt. Bitcoin oder Ethereum sind nach „Proof of Work“ konzipiert.

Bei „Proof of Stake“ bestimmt die Menge an Coins, die die jeweiligen Teilnehmer in dem Netzwerk haben, mit, wer neu generierte Coins bekommt. IOHK hat mit „Ouroboros“ einen eigenen Algorithmus entwickelt, der „Proof of Stake“ unterstützt wurde. „Proof of Stake“ hat sich aber noch nicht durchgesetzt und bewährt. Hier gibt es mehr Details zu Cardanos „Proof of Stake“-Algorithmus.

Was steht auf der Roadmap?

Im ersten Quartal 2018 will das Cardano-Projekt einen „Computation Layer“ veröffentlichen. Dieser soll es Nutzern ermöglichen, mit einem eigenen Stack dezentrale Apps zu entwickeln, die auf der Cardano-Plattform laufen. Die Firma IOHK, die mit der Entwicklung beauftragt wurde, ist bis 2020 engagiert, um die Plattform voll auszubauen. Bedeutet: Das Projekt muss in den nächsten Jahren beweisen, dass die hoch gesteckten Ziele erreicht werden können.

Nach Phänomenen wie IOTA, Bitcoin Cash oder Stellar oder Monero ist Cardano das nächste Krypto-Projekt, das schnell in die vorderen Ränge kam. Ob es sich dort behaupten kann oder bald vom nächsten Hype abgelöst wird, bleibt abzuwarten.

Editor’s Note: Investments in Krypto-Coins oder Token sind hoch spekulativ und der Markt ist weitestgehend nicht reguliert. Jeder, der Aktivitäten in Erwägung zieht, sollte in Betracht ziehen, dass sein komplettes Investment verloren gehen könnte.

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