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Canva: Australisches Unicorn übernimmt Wiener AI-Startup Kaleido komplett

Diese COVID-safe Digital-Fotomontage wurde mit der Hintergrundentfernungs-Technologie von Kaleido erstellt. Canva übernimmt das Wiener Startup nun. © Kaleido
Diese COVID-safe Digital-Fotomontage wurde mit der Hintergrundentfernungs-Technologie von Kaleido erstellt. Canva übernimmt das Wiener Startup nun. © Kaleido

Großer Exit für Kaleido: Die austalische Design-Plattform Canva übernimmt das Wiener AI-Startup (Trending Topics hat berichtet). Der Deal ist eine der größten Akquisitionen in der österreichischen Startup-Geschichte. Kaleido will sich bis Ende des Jahres dementsprechend vergrößern, 30 neue Mitarbeiter sollen für das Büro in Wien eingestellt werden.

Wi wir bereits berichtet haben, ist Canva groß bei Kaleido AI eingestiegen und hat sich in einem ersten Schritt 40 Prozent an dem Wiener Startup gesichert. Mittlerweile sind die Anteile auf 100 Prozent aufgestockt worden. Zum Kaufpreis gibt es derzeit noch keine Informationen.

Kaleido: „An Tempo und Wachstum zulegen“

Kaleido ist vor allem für die Tools remove.bg und Unscreen bekannt, die die Hintergründe von Bildern und Videos mit einem Klick entfernen können. Das Startup wird von Herstellern und Dienstleistern wie Alibaba, Deutsche Bahn, Samsung oder der New York Times genützt und hat kürzlich den Meilenstein von mehr als 100 Millionen Hintergrundentfernungen im Monat geknackt.

Das ist auch Canva nicht verborgen geblieben: „Wir sind vor mehr als einem Jahr auf ihre (Kaleido, Anm.) äußerst disruptive Technologie gestoßen und hatten seitdem immer wieder intensiven Kontakt mit dem Team von Kaleido AI. Es ist ein Produkt, das wir und unsere Kunden bereits kennen und lieben. Wir freuen uns daher umso mehr, ab jetzt gemeinsam nochmal an Tempo und Wachstum zuzulegen und im selben Zug neue Produktinnovationen rund um Visual Design zu entwickeln”, so Seb Ruiz, Head of Apps and Integrations bei Canva.

Partnerschaften für neue Möglichkeiten

Die User-Basis von Kaleido AI ist allein im Jahr 2020 um mehr als 600 % auf 20 Millionen monatlicher Nutzer gewachsen, heißt es vom Wiener Startup. Die Canva-Design-Community umfasse indes mehr als 40 Millionen Menschen auf der ganzen Welt. „Diese dazugewonnenen Partnerschaften eröffnen uns unzählige Möglichkeiten für weitere Innovationen in diesem Feld.

Von leistungsstarken Design-Automatisierungstools wie dem äußerst beliebten ‚One-Click Background Remover‘ bis hin zur Möglichkeit, realistische Produkt-Mockups mit nur einem Klick zu erstellen. Egal, ob man als Einzelperson Fotos bearbeiten möchte, als kleines Unternehmen Marketingmaterialien erstellt oder als Unternehmen Waren-Mockups entwirft, Canva wird nun endgültig der One-Stop-Shop für jeden Designbedarf“, führt Ruiz weiter aus.

Kaleido: „Team und Produktpalette massiv ausbauen“

Auch in Wien ist die Freude groß. „Canva und Kaleido AI sind zwei außergewöhnliche Unternehmen, die kaum besser zusammen passen könnten. Das trifft zunächst vor allem auf die gemeinsame Vision, komplexe Vorgänge zu vereinfachen, zu. Genauso aber wie auf ähnlich ambitionierte Wachstums- und Produkt-Roadmaps. Die Demokratisierung von Design und visueller AI treibt uns alle an und wir können es kaum erwarten, unser Team genauso wie unsere Produktpalette bereits in den kommenden Monaten massiv auszubauen und die gesamte Technologie von Kaleido AI der globalen Design-Community von Canva zugänglich zu machen“, so Benjamin Groessing, Co-Founder und CEO von Kaleido AI.

Im Gespräch mit Trending Topics verraten Grössing und Co-Gründer David Fankhauser, wie es zum Deal kam. „Wir haben mit Canva schon über ein Jahr zusammengearbeitet, sind mit remove.bg integriert, das ist eines der beliebtesten Canva-Pro-Features. So kam es, dass wir Canva auch näher kennengelernt haben. Nicht nur auf Produktseite, sondern auch wie die Kultur ist, wie die Menschen sind und wir haben uns sehr gut mit dem anfreunden können, was wir da gesehen haben. So kam es eben jetzt zu diesem Deal.“

Keine Details zu den Finanzen

Genaue Zahlen sind Verschlusssache: „Zu den Financials können wir leider gar nichts verraten, da haben wir Stillverschweigen vereinbart“, erklärt Grössing. Man habe aber auf jeden Fall große Pläne: „Wir sind im Moment ja 25 Leute im Team und wollen alleine dieses Jahr 30 weitere Personen einstellen. Wir haben auch ein neues Office bezogen, wo wir genug Platz auch haben, um die neuen Team-Member aufzunehmen – sobald das halt irgendwie geht. Wir haben vieles vor, vor allem neue Visual AIs, die darauf abzielen, dass wir mehr Menschen Zugang zu Design und AI ermöglichen und dass wir dadurch produktive Arbeit weiter fördern können.“

Exit quer über den Globus

Der Exit sei allerdings nie die Hoffnung gewesen, erzählen die beiden Gründer. „Wir wollten einfach Leuten das Leben erleichtern. Es war tatsächlich so, dass wir remove.bg im Zuge eines anderen Produktes entwickelt haben, weil wir gesehen haben, dass das so gut funktioniert hat. Generell ist es, so glauben wir, der falsche Weg, ein Startup nur zu gründen, damit dann der Exit kommt. Wir haben immer versucht, die User im Mittelpunkt zu sehen. Der Deal mit Canva ist dann so zustande gekommen, weil wir gesehen haben, dass wir eigentlich zusammen viel mehr erreichen konnten. Das hat einfach auf jeder Ebene Sinn ergeben“.

In Australien waren Grössing und Fankhauser aber noch nicht. Die Zusammenarbeit funktioniert trotzdem: „Das war eigentlich ganz lustig, vor allem, weil die ganzen Calls, die wir zusammen hatten, zu sehr unchristlichen Zeiten waren. Aber die Leute, mit denen wir zu tun hatten, die haben eine wahnsinnig positive Energie gehabt und waren so freundlich. Wir haben einfach gemerkt, dass es auch dort in der Firma noch die Startup-Energie gibt.“

Gegründet haben die beiden Kaleido 2018. „Wir haben Kaleido AI von Anfang an komplett ohne Investoren aufgebaut: nur zwei Gründer und ein unglaubliches Team. Wir waren von Beginn weg profitabel, diese Akquisition geschah also komplett aus freien Stücken. Im Fall von Kaleido AI und Canva ergibt dieser Zusammenschluss von 1 plus 1 nicht 2, sondern aus all den bereits genannten und weiteren Gründen 10!“

Kaleido AI: Australisches Unicorn Canva steigt groß bei Wiener Startup ein

Ausbau in alle Richtungen

Durch den Zusammenschluss mit Canva werde die Technologie von Kaleido AI direkt in die Designplattform von Canva integriert. Fankhauser: „Durch die Kombination unserer AI-Kernkompetenz und des weltweit besten Design-Editors von Canva, zusätzlichen technologischen Ressourcen und allen weiteren Synergien wird Kaleido AI in der Lage sein, noch schneller bessere Visual AI basierte Produkte zu entwickeln. Ich habe keinen Zweifel daran, dass wir gemeinsam die auf allen Endgeräten weltweit führende AI-gesteuerte Plattform für visuelles Design und Editing sein werden.“

Vorerst wird das Team aufgestockt, alleine 2021 will man das Team mit 30 zu besetzenden Positionen in allen Bereichen mehr als verdoppeln. Benjamin Groessing dazu: „Wir brauchen in nächster Zeit einiges an Verstärkung für unser unglaublich talentiertes Team, um sinnvolle neue Produkte zu bauen, die in Zukunft noch mehr positiven Einfluss auf Millionen von Menschen in der ganzen Welt haben werden.“

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