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Bytedance: Das wertvollste Startup der Welt bringt eigenes „TikTok-Smartphone“

© Bytedance / Montage Trending Topics
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Bytedance, das als das wertvollste Startup der Welt gilt, hat sein erstes eigenes Smartphone vorgestellt, das unter dem Spitznamen „TikTok-Handy“ läuft. Denn das chinesische Internet-Unternehmen ist im Westen für die Video-App TikTok bekannt, die künftig fix in das neue Smartphone integriert wird. Oder besser gesagt: Die chinesische Version Douyin von TikTok sollen Nutzer direkt vom Sperrbildschirm weg benutzen können, um noch enger an den Video-Dienst gebunden zu werden.

Offiziell hört das neue Smartphone auf den Namen „Juanguo Pro 3“ und wird in China um umgerechnet rund 370 Euro auf den Markt kommen. Ob es auch in Europa oder den USA erhältlich sein wird, ist derzeit mehr als ungewiss. Die Specs (Snapdragon 855+-Prozessor, 8/12 GB RAM, 48-MP-Hauptkamera, 4.000-mAh-Akku) lassen um den Preis kaum Wünsche offen. Allerdings ist unklar, ob das Betriebssystem (es heißt „Smartisan OS 7“) für den westlichen Markt taugt, weil noch nicht klar ist, ob Android-Apps darauf laufen werden.

TikTok als Sicherheitsrisiko?

TikTok ist mit weltweit rund 800 Millionen Nutzern weltweit in Windeseile zu einem Social-Media-Phänomen sondergleichen geworden – auch Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat es im Visier und denkt darüber nach, wie er mit Instagram dagegen halten kann. Auch die US-Regierung ist einem Bericht der Washington Post zufolge ist auf die chinesische App aufmerksam geworden und will untersuchen, ob sie eine Gefahr für die nationale Sicherheit darstellen könnte. Die Frage ist, wie und ob die chinesische Regierung auf Bytedance Einfluss nimmt und ob die vielen Daten, die TikTok sammelt, zu Überwachungszwecken verwendet werden könnten.

Ob sich das „TikTok-Phone“ am Markt durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. TikTok vom Sperrbildschirm starten und Filter und Effekte auf Videos mit jedweder Länge anwenden zu können (in der App selbst sind maximal fünf Minuten möglich) sind für viele Konsumenten sicher nicht die überzeugenden Argumente für einen Kauf. Möglich ist, dass das Handy etwa in Indien auf den Markt kommt, wo es viele Millionen TikTok-Fans gibt.

Konkurrent Facebook hat bereits 2013 versucht, mit einem Smartphone durchzustarten. Das HTC First war mit einem eigenen Software-Layer zusätzlich zu Android ausgestattet und sollte Facebook-Funktionen tief ins System integrieren. Am Markt hat es sich aber nicht durchgesetzt. Nun wird spannend sein, ob Bytedance erfolgreicher sein wird. Das Unternehmen aus Peking gilt als das teuerste Startup der Welt – Investoren haben es mit 75 Milliarden Dollar bewertet.

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