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Business-Angel-Netzwerk PrimeCrowd holt sich eine Million Euro Investment

© PrimeCrowd
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In drei Jahren ist das Business-Angel-Netzwerk von PrimeCrowd von rund 20 Investoren auf mittlerweile 1.000 angewachsen. Für bis dato 18 Startups (z.B. Domonda, goUrban, Farmdokkonnte man insgesamt rund 7 Millionen Euro an Investments vermitteln. Zeit also für das Team rund um CEO Markus Kainz, den nächsten Schritt zu machen. Mit einem frischen Investment von einer Million Euro soll die Expansion nach Deutschland sowie neue Mitarbeiter in Österreich finanziert werden.

Unter den 22 neuen Investoren an Bord sind Rainer Diera (MCT Diera, bereits investiert in Stratact), Günter Maier (MG Energy+), Christoph Martin (bereits investiert in Orderlion), Konrad Kreid (Sportnahrung – bereits investiert in Domonda und iDWELL) sowie der bekannte deutsche Pokerspieler Fedor Holz, der in Wien mit der Primed Group im Startup-Business aktiv geworden ist (Trending Topics berichtete). Den größten Teil des Investments stemmt laut Kainz aber die Q Advisers Group von Fritz Schweiger.

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Expansion nach Deutschland

“Wir fangen beim großen Nachbarn an, weil die Kultur und die Mentalität sehr ähnlich sind”, sagt Markus Kainz im Gespräch mit Trending Topics. “Aber: In Österreich weiß keiner, was in Deutschland Sache ist.” Deswegen will PrimeCrowd jetzt in Deutschland über ein neues Büro in München neue interessierte Investoren in sein Netzwerk holen – später sollen dann auch Büros in Frankfurt, Hamburg und Zürich dazukommen, um den DACH-Raum besser beackern zu können. “Wir haben den Plan, bis Ende 2020 in sechs Städten im DACH-Raum vertreten zu sein”, so Kainz.

PrimeCrowd-Chef Markus Kainz. © PrimeCrowd
PrimeCrowd-Chef Markus Kainz. © PrimeCrowd

Neu ist die Idee von Business-Angel-Clubs in Deutschland nicht, doch PrimeCrowd setzt auf ein Alleinstellungsmerkmal. “In Deutschland gibt es sicher einige Business-Angel-Netzwerke, Clubs und Fonds, aber beim Pooling von kleinen Investoren mit 10.000 Euro sind wir die ersten, die das anbieten”, sagt Kainz. So will man viele kleine Interessierte, die kleine Beträge in Startups investieren wollen, an Bord holen. Klar ist auch: PrimeCrowd braucht immer mehr Investoren, da mittlerweile zwei unterstützte Jungfirmen dabei sind, eine Series A zu machen.

Ausfälle gibt es aber auch. So musste die Grazer Firma liimtec, die einen Mini-Defibrillator namens „PocketDefi“ entwickeln wollte, dieses Jahr Konkurs anmelden. PrimeCrowd-Investoren hatten 2017 rund 400.000 Euro in das Startup gesteckt (Trending Topics berichtete).

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Drei Einnahmequellen

PrimeCrowd selbst fungiert dabei als Vermittler zwischen Startups, Investoren aus dem eigenen Netzwerk sowie Corporates. Daraus ergeben sich drei Erlösmodelle. Startups bezahlen eine Provision für die vermittelte Leistung (also wenn PrimeCrowd erfolgreich Investoren findet), diese Investoren wiederum berappen eine Success Fee bei einem Exit des investierten Startups. Und schließlich sind es auch große Unternehmen, die als Kunden in Frage kommen und die ihre Brands mit der Startup-Szene in Verbindung bringen wollen.

PrimeCrowd will Startups außerdem auch an die Wiener Börse bringen, die den Dritten Markt für kleine Firmen Anfang 2019 öffnet. “Spannend wird es auch mit der Wiener Börse. Startups, die schon weiter sind, wollen wir darauf vorbereiten, an die Börse zu gehen”, sagt Kainz. Seine eigene Firma denkt derzeit noch nicht an einen Börsengang. “Das wäre für uns spannend, aber noch nichts konkretes in Planung. Bis 2020 sind wir ausfinanziert.” Zuletzt hat startup300 angekündigt, eine Börsenlistung machen zu wollen (Trending Topics berichtete).

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