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Bullish: block.one will mit 10 Milliarden Dollar und EOS den riesigen Exchange-Markt angreifen

© block.one
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Wie greift man Unternehmen an, die 80 Milliarden Dollar und mehr auf die Waage bringen? Genau, mit einem 10-Milliarden-Dollar-Investment. So hat jetzt block.one, die Entwicklerfirma hinter dem Ethereum-Rivalen EOS, angekündigt, mit Hilfe einer massiven Investitionsrunde eine neuartige Krypto-Exchange aufbauen und 2021 starten zu wollen, die es mit den Marktführern Binance, Coinbase Pro und Kraken aufnehmen soll.

Die Beträge, die einer Pressemitteilung in das neue Projekt, dass angriffslustig auf den Namen Bullish Global hört, muss man sich einmal vor Augen führen. Natürlich wird nicht alles in Cash bezahlt und wahrscheinlich auch nicht alles auf einmal, aber die Öffentlichkeit ließ block.one rund um CEO Brendan Blumer wissen, das folgende Investments in die Exchange fließen sollen:

  • 100 Mio. Dollar von block.one
  • 164.000 BTC von block.one (= ca. 9 Mrd. Dollar)
  • 20 Mio. EOS-Token (= ca. 260 Mio. Dollar)
  • 300 Mio. Dollar von strategischen Investoren

Dass das nicht einfach nur große Zahlenspiele sind, sondern einige Ernsthaftigkeit dahinter steckt, zeigen die Namen der strategischen Investoren. Denn die 300 Millionen Dollar stammen von Star-Investor Peter Thiel (Thiel Capital und Founders Fund), Alan Howard, Louis Bacon (Moore Capital), Richard Li (Pacific Century Group, Sohn des Multimilliardärs Li Ka-shing), dem Deutschen Christian Angermayer (Apeiron Investment Group, Cryptology Asset Group), Galaxy Digital von Mike Novogratz und der japanischen Investmentbank Nomura. Peter Thiel ist wie berichtet seit 2018 bei block.one investiert. Er sowie Alan Howard, Richard Li und Christian Angermayer werden Bullish Global, das als Tochterfirma von block.one strukturiert ist, beratend zur Seite stehen.

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Zentralisiert, aber doch irgendwie DeFi

Was ist nun mit dem vielen Geld geplant? Noch ist wenig bekannt, jedenfalls heißt es, dass Bullish eine Blockchain-basierte Krypto-Börse werden soll, dezentrale Finanzarchitektur (DeFi) mit den Vorteilen von zentralisierten Funktionen wie Nutzerverizifierung und Compliance kombinieren soll. Aufbauen wird sie auf der EOS.io-Blockchain, was nicht weiter überraschend ist. Den Nutzern sollen automatisierte Market-Making-, Kreditvergabe- und Portfoliomanagement-Tools zur Verfügung gestellt werden, was stark an dezentralisierte Exchanges bzw. Dienste wie Uniswap erinnert.

In der Pressemitteilung ist auch einiges von institutionellen Investoren zu lesen, die Bullish ansprechen will. Das ist in der Größenordnung tatsächlich noch eine Marktlücke, da Coinbase und Binance noch eher Retail-Investoren ansprechen. Die reine Ankündigung des Projektes kommt am Markt gut an. Der EOS-Token hat in den vergangenen 24 Stunden um etwa 50 Prozent zugelegt. Bisher war er aber deutlich schwächer unterwegs als andere Token wie ETH, ADA oder DOT, die allesamt in den vergangenen Tagen und Wochen immer neue Allzeithochs erreicht haben. EOS‘ beste Zeiten liegen (noch) im Jahr 2018.

Holprige Jahre

Zwischenzeitlich hat sich das EOS-Projekt etwas verrannt. Eine Blockchain-Plattform vergleichbar zu Ethereum zu werden, hat nie geklappt, und Anfang des Jahres hat CTO Daniel Larimer (ein bekannter Blockchain-Entwickler) das Unternehmen verlassen. 2019 musste block.one eine Strafe von 24 Millionen Dollar an die SEC bezahlen, und das Projekt Voice.com (eine Blockchain-basierte Antwort auf Facebook) ist wieder eingestellt worden. Nun versuchen es Brendan Blumer und seine Großinvestoren also mit großen Kapitalanstrengungen, in den Markt für Exchanges und DeFi einzusteigen.

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