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breathe ILO: Kann dieser Grazer Fruchtbarkeits-Test „Ding des Jahres“ werden?

Der Breathe ILO. © Carbomed
Der Breathe ILO. © Carbomed

Nie mehr auf Stäbchen pinkeln und nie wieder nach dem Aufstehen zum Thermometer greifen – das verspricht der Ovulationstest breathe ILO des Grazer Startups Carbomed, der seit etwa 2013 in der steirischen Hauptstadt entwickelt wird. Der Trick des Geräts: Während des Menstruationszyklus der Frau erzeugen Hormone Veränderungen in der Atemluft. Das handliche Gerät der Jungfirma kann den CO2-Gehalt in der Atemluft messen und Daten an eine App übertragen – und diese Daten sagen der Frau wiederum in Echtzeit, ob sie gerade ihre fruchtbaren Tage hat.

breathe ILO will damit Hilfestellung bei der Familienplanung geben und Paaren genau sagen können, wann sie Sex ohne Verhütung haben sollten, um schwanger zu werden. Das Gerät, das online und in österreichischen Apotheken um etwa 280 Euro verkauft wird, hat Carbomed rund um Geschäftsführer Bastian Rüther nun in eine große deutsche TV-Show gebracht. Das Startup pitcht am Mittwoch Abend vor Publikum und einer prominenten Jury bei „Das Ding des Jahres“ auf Pro Sieben. Die Show holt in der aktuell dritten Staffel wieder Startup-Produkte und Erfindungen auf die Bühne – Lena Gercke, Joko Winterscheidt, Lea-Sophie Cramer (Amorelie-Gründerin) und Hans-Jürgen Moog (REWE-Einkaufschef) fungieren als Juroren.

„Wir wurden eingeladen“

In der Show geht es darum, das Publikum im studio zu überzeugen, um im Duell gegen ein zweites Startup in die nächste Runde aufzusteigen. Auf den Gesamtgewinner warten insgesamt 100.000 Euro sowie Werbe-Budget des Senders im Wert von zwei Millionen Euro. “Wir wurden eingeladen, ob wir teilnehmen wollen”, sagt Bastian Rüther im Gespräch. „Das war alles top organisiert.“ Wie die Sendung für Carbomed ausging, darf er noch nicht verraten.

Für das Startup ist die Ausstrahlung von „Das Ding des Jahres“, wo mehr als eine Million Zuseher mit dabei sind, der Auftakt für den Marktstart in Deutschland. Wie auch in Österreich setzt die Firma auf den wachsenden Markt für so genanntes FemTech – also Technologien, die speziell auf Frauen und deren Bedürfnisse zugeschnitten sind. Auf Kunden-Feedback hört das Startup sehr genau: So wird mittlerweile auch angeboten, das nicht unbedingt günstige Gerät für 30 Euro pro Monat zu mieten. Wird es an die Firma zurückgeschickt, wird der Fruchtbarkeitstest generalüberholt und bereit für den nächsten Kunden gemacht.

Viele Millionen dahinter

Carbomed hat bereits Erfahrung mit TV-Startup-Shows gesammelt – und zwar als erfolgreicher Teilnehmer von „2 Minuten 2 Millionen“. Nachdem die TV-Investoren Hans-Peter Haselsteiner, Leo Hillinger und Martin Rohla ihr Engagement zusagten, sind schließlich auch noch die Neuroth AG und SMB Group an Bord gekommen. 2019 konnte die Firma Gesamtfinanzierungen in Höhe von 1,6 Millionen Euro generieren. Bis 2018 hat Carbomed bereits drei Millionen Euro erhalten – jeweils etwa die Hälfte von privaten Investoren und von öffentlichen Förderstellen. Die Gründer und Entwickler von breathe ilo sind Ludwig Wildt, ehemaliger Direktor der Universitätsklinik Innsbruck für gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, sowie Medizintechniker Horst Rüther.

Übrigens: Als Verhütungsmittel ist breathe ILO nicht zu verstehen und darf als solches auch nicht vermarktet werden – deswegen wird es auch als Gerät positioniert, das explizit auf die fruchtbaren Tage hinweist und dabei helfen soll, schwanger zu werden. Für die Einstufung als Verhütungsmittel fehlt noch die Zulassung, für die klinische Studien und entsprechende Belege notwendig sind. “Wir arbeiten in diese Richtung”, so Rüther. Jedoch könne man noch nicht sagen, wann man sich eine solche Zulassung holen könne, da klinische Studien zeitintensiv und kostspielig sind.

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