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Brave: Browser-Macher kauft Cliqz, um Googles Suchmaschine anzugreifen

© Brave
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Brave, der Browser mit den Crypto-Token BAT, wird seinem Namen gerecht und geht tapfer seinen Weg. Gerade hat das Unternehmen rund um CEO Brendan Eich, der früher den Firefox-Macher Mozilla leitete, bekannt gegeben, den auf Datenschutz bedachten Browser- und Suchmaschinen-Anbieter Cliqz zu übernehmen. Dieser stand bisher im Besitz von Hubert Burda Media aus München und war eigentlich abgedreht worden.

In erster Linie geht es um das Team, das früher für Cliqz verantwortlich zeichnete und dann die quelloffene Suchmaschine Tailcat entwickelte. Einen Browser hat Brave ja schon, nun will man Google auch eine eigene Suchmaschine entgegen stellen und so im Paket Chrome und den Suchgiganten angreifen. Das wird noch eine harte Partie, immerhin dominiert Google beide Bereiche mit 70 (Browser) bzw. 92 Prozent (Suche) Marktanteil. Neben Browser und Suche betreibt Brave noch einen RSS Reader sowie VPN-Dienste – alles natürlich immer im Interesse der digitalen Privatsphäre.

25 Millionen Nutzer

Immerhin kann Eich vorweisen, dass Brave 2020 stark gewachsen ist. „Brave ist im letzten Jahr deutlich gewachsen, von 11 Millionen monatlich aktiven Nutzern auf über 25 Millionen. Wir gehen davon aus, dass die Nachfrage nach Brave im Jahr 2021 noch größer sein wird, da immer mehr Nutzer echte Datenschutzlösungen fordern, um den invasiven Praktiken von Big Tech zu entgehen“, so Brendan Eich. Die Integration einer Datenschutz-freundlichen Suchfunktion in den hauseigenen Browser sehe man nun als „notwendigen Schritt“, um der „Überwachungs-Ökonomie“ etwas entgegen zu stellen.

Die Suchmaschine, die man gemeinsam mit dem Cliqz-Team bauen möchte, sowohl in einer werbefreien Version kostenpflichtig sein, während die Gratisvariante durch „Private Ads“ finanziert werden soll. Nutzer des Brave-Browsers kennen das schon: Sie werden für das Akzeptieren und Ansehen von Online-Werbung mit BAT (Basic Attention Token) belohnt. Wer sich für eine erste Version der Suche interessiert, kann sich unter brave.com/search anmelden.

Einige weitere neue Suchmaschinen

Im nicht ganz taufrischen Markt der Google-Search-Alternativen ist Brave nicht alleine unterwegs. Die aus den USA stammende Suchmaschine DuckDuckGo schreibt sich ebenfalls Datenschutz auf die Fahnen und profitierte zuletzt von einer immer engeren Anbindung an das Ökosystem von Apple. Manche meinen gar, dass DuckDuckGo einmal von Apple übernommen werden könnte. Ebenfalls auf Datenschutz bedacht ist Neeva, das von zwei ehemaligen Google-Managern gebaut wird, sowie die auf Nachhaltigkeit getrimmte Suchmaschine Ecosia.

Brave: Dieser neue Browser bezahlt Nutzer für das Ansehen von Werbung mit Token

DuckDuckGo: Die Datenschutz-Suchmaschine baut aus – mit der Hilfe von Apple

Neeva: 2 Ex-Googler bauen kostenpflichtige Suchmaschine für mehr Privatsphäre

Ecosia: Von der Suchmaschine zum nachhaltigen Fintech

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