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Brave: Dieser neue Browser bezahlt Nutzer für das Ansehen von Werbung mit Token

© Brave
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Es gibt sie doch noch, die Innovationen im Browser-Markt. Während Google mit Chrome den Markt dominiert (Marktanteil weltweit bei etwa 65 Prozent), tut sich im Kleinen wieder einiges. Der neueste Browser ist Brave, der heute aus der Beta-Phase gekommen ist und nun eine voll funktionsfähige, kostenlose Version für Windows, macOS, Linux, Android und iOS anbieten kann. Hinter Brave steht mit Gründer Brendan Eich einer der Co-Founder von Mozilla – jene Firma, die für den Firefox-Browser bekannt wurde, der unter der wachsenden Dominanz von Chrome stark gelitten hat.

Brave ist nun ein Browser, der vieles anders macht als andere Software. So ist er nicht nur darauf spezialisiert, verschiedene Tracking-Methoden (u.a. Cookies) und aufdringliche Werbe-Elemente automatisch zu blockieren, die dafür gebaut sind, Profile über das Surf-Verhalten von Internetnutzern für Werbezwecke anzulegen – das können andere Browser wie Chrome, Safari oder Edge mit oder ohne Plugins auch. Brave geht aber einen Schritt weiter: In der Software sollen User zum einen störende Ads auf Webseiten blockieren können, zum anderen aber dann doch Werbung zu sehen bekommen – und zwar in Form von Pop-ups, die regelmäßig im Browser-Fenster rechts oben aufscheinen und an Notifications erinnern.

BAT-Token für Aufmerksamkeit

Wer es dem Browser erlaubt, diese Pop-up-Werbung anzuzeigen, dem wird in Aussicht gestellt, sich damit Krypto-Token namens BAT (kurz für Basic Attention Token) verdienen zu können. Und das ist die Krux der Geschichte. Während Brave auf der einen Seite gegen Werbung auf Webseiten vorgeht und sie blockiert, weil sie die Privatsphäre stören, analysiert der Browser für die eigenen Werbeeinblendungen selbst das Surf-Verhalten. „Werbung wird Ihnen auf Grundlage Ihrer Interessen, die sich aus Ihrem Browsing-Verhalten ergeben, vorgeschlagen“, heißt es. Die Analyse soll immerhin auf dem Gerät stattfinden, auf dem der Browser installiert ist, und nicht in der Cloud.

Nun, wer sich auf den Deal einlässt, kann sich jedenfalls BAT-Token verdienen. Brave verspricht, dass 70 Prozent der Gelder, die Werbetreibende einzahlen, auch an die Nutzer ausgeschüttet werden. BAT-Token werden seit geraumer Zeit auf Krypto-Börsen gehandelt – derzeit steht 1 BAT bei etwa 0,25 Dollar, war aber zu seinen Bestzeiten schon mal fast einen Dollar wert. Wie andere gehandelte Krypto-Assets sind BAT-Token den oft starken Schwankungen der Krypto-Märkte unterworfen.

Geben Nutzer den Publishern etwas ab?

Wer sich nun BAT-Token verdient, der kann im Prinzip zwei Dinge damit tun: Er kann sie sich auszahlen, um mit ihnen etwa auf Exchanges zu handeln – dafür braucht man dann aber einen extra Uphold-Account). Oder man kann die Token automatisch an Webseiten ausschütten lassen, die ein Zertifikat von Brave bekommen haben. Derzeit nehmen rund 280.000 Content-Macher and Publisher (u.a. Guardian, Vice, Washington Post, wikihow oder Coindesk) an dem Programm teil. Je nachdem, wie viel Zeit Nutzer auf ihren Webseiten verbringen, wer mehr oder weniger Token an sie ausgeschüttet. Brave zählt rund 8 Millionen Nutzer. Spannend wird nun, ob Werbetreibende genug Geld einkippen, damit für die Publisher am Ende spürbare Beträge ausgezahlt werden. Gut möglich, dass sich viele die BAT-Token einfach behalten oder auf Exchanges damit traden.

Brave unterstützt zwar auch auf Datenschutz getrimmte Suchmaschinen wie DuckDuckGo oder Startpage, versperrt sich der Welt von Google aber keineswegs. So ist die Suchmaschine standardmäßig voreingestellt, und Plugins und Erweiterungen, die für Chrome zu haben sind, kann man sich auch für Brave holen. So ist etwa Googles Übersetzungs-Tool für Webseiten schnell installiert.

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