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Braintribe: Wiener Software-Firma bekommt Millioneninvestment für die Internationalisierung

Braintribe-Mitarbeiter beim Feiern. © Braintribe
Braintribe-Mitarbeiter beim Feiern. © Braintribe

Braintribe zieht mit einem Millioneninvestment im Rücken in die USA. Der Wiener Gründer und CEO Stefan Ebner bleibt seiner Heimatstadt Wien dennoch treu. Von Amerikanern lernen, global erfolgreich sein und trotzdem authentisch europäisch bleiben. Das ist der Plan.

Über das Investorenkonsortium Q Capital Ventures stiegen jetzt namenhafte Investoren wie Fritz Schweiger, Willi Hemetsberger oder Hermann Hauser ein und gaben Braintribe die nötige Kraft für nächste Schritte: Internationalisierung. Von Wien, Bratislava und Belgrad soll es nach London, Delaware und San Francisco gehen. Informationen zu der genauen Höhe werden derzeit nicht bekannt gegeben, es sollen jedenfalls mehrere Millionen Euro im mittleren einstelligen Bereich sein.

Die Software-Plattform Tribefire, mit der Kunden aus Daten in der Cloud schnell und einfach Anwendungen bauen können, soll weltweit vertrieben werden. Aktuell zählen Unternehmen wie Kapsch, Samsung oder Uniqa zu den Kunden.

Stefan Ebner ist davon überzeugt, dass die starke Konkurrenz in den USA anspornt. Und auch die Erfahrung seiner Business Angels wird ihm dabei helfen: „Wir profitieren vom Wissen und den Netzwerken unserer Investoren – wir haben natürlich gut überlegt, wen wir mit in die Runde nehmen.“.

Millionen von Hermann Hauser und Co.

ARM-Gründer und Business Angel Hermann Hauser selbst zeigt sich überzeugt von der globalen Durchschlagkraft von Braintribe: “Stefan Ebner hat mit seinem Unternehmen das Potential, nicht nur global zu funktionieren, sondern auch eine Vormachtstellung einzunehmen.“ Das käme der Vision des Gründers recht nahe: „Wir möchten ein Open-Source-Betriebssystem sein, das eine Welt der Datendemokratie und der Masseninnovation ermöglicht“, ist im Mission Statement von Braintribe zu lesen.

„Es geht nicht darum, in Europa oder Amerika zu sein. Es geht darum, überall zu sein.“ Stefan Ebner macht mit Braintribe große Schritte. 80 Mitarbeiter arbeiten heute am Erfolg des Wiener Startups, Gründungsjahr 2014. Die dezentrale Unternehmensstruktur ist einer der Erfolgsfaktoren von Braintribe. Ein anderer ist ein Geschäftsmodell, das von Anfang an Gewinn abwirft: „Wir haben gezeigt, dass man als Startup eben auch vom ersten Tag an profitabel sein kann. Das gefällt den Leuten natürlich.“

Viele Dinge, die sein Unternehmen heute wachsen lassen, hat Stefan Ebner aus den eigenen Fehlern gelernt. „Ich bin gegen viele Wände gefahren und habe sechs, sieben Jahre lang Fehler gemacht, die mir heute den richtigen Weg zeigen.“ Ebner war immer ein Quereinsteiger – zuerst Globe Trotter als Musiker, dann Studiumsabbrecher, dann Gründer inklusive Quasi-Fuck-up. Sein 2011 gegründetes Start-up wurde nach drei Jahren eingestampft. Aber die Idee der Smart-Data-Plattform blieb.

Daten smart machen

Daten sind dumm. Auch wenn sie nichts dafür können. „Die schiere Masse von Informationen, die unterschiedlichen Systeme und Sprachen, in denen sie existieren, machen es Unternehmen unendlich schwer mit ihnen zu arbeiten“, erklärt Ebner das Grundproblem, das Braintribe antreibt.

„Wir möchten mit Tribefire eine Smart-Data-Plattform bieten, die es Unternehmen ermöglicht, mit Big Data zu arbeiten.“ Die Daten smart zu machen – das heißt sie zu übersetzen, zu interpretieren und sie an die in den Unternehmen bestehenden Verarbeitungssysteme anzudocken. Erfolgreiche Use Cases mit großen, globalen Unternehmen wie Adidas oder Uniqua zeigen, dass Braintribe auf einem guten Weg ist.

Nächster Schritt: American Series B

Nach dem Umzug der Holding nach Delaware, USA, blickt Braintribe im Sommer 2018 einer nächsten, höheren Investitionsrunde entgegen. Denn 2020 soll Tribefire als Betriebssystem für Daten öffentlich zugänglich werden. Ein weiterer großer Schritt für Stefan Ebner: „Heute arbeiten wir daran, einen Vertrieb aufzubauen und Partnerschaft mit großen Konzernen einzugehen. 2020 soll Braintribe dann aber auch den Kleinen zur Verfügung stehen.“ Den Tech-Startups zum Beispiel, die sich aufmachen, die Welt zu erobern.

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