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In Tirol entwickelte Payment-Lösung Bluecode holt sich 11,2 Mio. Euro Investment

© Bluecode
Mit dem Strichcode am Handy bezahlen - in China ganz normal, in Europa noch nicht © Bluecode

Das ursprünglich als Veropay in Tirol gegründete Schweizer Unternahmen Bluecode lässt mit einer großen Finanzierungsrunde aufhorchen. 11,2 Millionen Euro stecken Investoren in die Mobile-Payment-Lösung, die kürzlich mit dem chinesischen Marktführer Alipay eine Partnerschaft eingegangen ist (Trending Topics berichtete).

Für die Finanzierungsrunde haben laut Aussendung „drei renommierte, branchennahe Family Offices aus Europa“ zusammengelegt, die lieber nicht namentlich genannt werden wollen. „Wir hatten auch Interesse aus Asien, aber dazu haben wir Nein gesagt“, sagt Bluecode-CEO Christian Pirkner im Gespräch mit Trending Topics. „Wir haben jetzt genau die Investoren, die unsere Mission vorantreiben wollen“.

Die drei Investoren haben etwa 13 Prozent des Unternehmens für ihr Investment erhalten. Bluecode hält demnach bei einer Bewertung von mehr als 80 Millionen Euro.

Bluecode lässt per Strichcode an der Kassa bezahlen

Bluecode hat eine Mobile-Payment-Lösung entwickelt, bei der Nutzer über einen einmal gültigen Strichcode an der Kassa bezahlen können. Die App ist direkt mit dem Girokonto verbunden und der Betrag wird grundsätzlich per Lastschrift abgebucht. Mittlerweile funktioniert das laut Bluecode mit Konten von mehr als 100 europäischen Instituten in Echtzeit. Die Daten seien dabei besser geschützt als bei der Konkurrenz, da weder Name noch Kontonummer zu irgendeinem Zeitpunkt an Bluecode übertragen werden. Mehrere Millionen solcher Transaktionen wickelt das Unternehmen nach eigenen Angaben jährlich ab.

Händler brauchen keine speziellen Geräte, der Code kann mit herkömmlichen Scannern von Registrierkassen gescannt werden. Das Geschäftsmodell basiert wie üblich auf einer Transaktionsgebühr. Die muss der Händler bezahlen und sie wird zwischen allen Playern im Ökosystem aufgeteilt: den beteiligten Banken, dem App-Provider und eben Bluecode.

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Datenschutz als Argument gegen Apple Pay und Google Pay

Das Prinzip, das sich in Europa noch nicht breit durchgesetzt hat, ist im asiatischen Raum weit verbreitet. Der dortige Marktführer, die chinesische Alipay, ist deshalb eine Kooperation mit Bluecode eingegangen und nutzt in Europa die Infrastruktur des Schweizer Unternehmens. Bluecode will sich in Europa als Datenschutz-sichere Alternative zu Mobile-Payment-Platzhirschen wie Apple Pay oder Google Pay positionieren.

Um sich gegen die mächtigen und finanzstarken Player aus den USA behaupten zu können, braucht Bluecode allerdings starke Partner, erklärt CEO Pirkner: „Die Idee wird nur funktionieren und skalieren, wenn wir Bluecode in die Apps der europäischen Banken und der Händler einbauen. Bei Zahlungen geht es um Vertrauen, und da ist es für eine neue Brand sehr schwer und sehr teuer“. Das Ziel sei es, irgendwann die eigene App abdrehen zu können und sich nur noch um die Technologie und das Regelwerk zu kümmern.

Chinesische Touristen sollen Expansion ankurbeln

Das Unternehmen will das frische Kapital vor allem in die Expansion in Europa stecken. Das Händlernetzwerk soll international stark wachsen, um die Chancen, die durch die Partnerschaft mit Alipay entstehen, optimal nutzen zu können. Für Händler, Hotels und Restaurants wird der Zugang zu dem beliebtesten Zahlungsmittel chinesischer Touristen ein gutes Argument sein – Alipay zählt derzeit rund 700 Millionen Kunden. Bluecode ist bisher vor allem in Österreich, Deutschland, Frankreich, Spanien, UK und Irland tätig, wo die Teams weiter ausgebaut werden sollen. Derzeit hat das Unternehmen mehr als 35 Mitarbeiter. Gemeinsam mit Alipay will man nun auch Italien, Skandinavien und Osteuropa erschließen.

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