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Blue Danube Robotics: Österreichisches Robotik-Startup löscht Facebook-Seite wegen Datenskandal

Blue Danube Robotics rüstet Roboter mit einer fühlenden Haut aus. © Blue Danube Robotics
Blue Danube Robotics rüstet Roboter mit einer fühlenden Haut aus. © Blue Danube Robotics

„Wir haben entschieden, unseren Facebook-Firmenaccount zu löschen.“ Das ist die letzte Meldung, die man auf der Facebook-Seite des Wiener Robotik-Startups Blue Danube Robotics lesen kann. Nächste Woche wird der Auftritt der Firma in dem sozialen Netzwerk offline genommen. Wer via Social Media weiter mit Updates des 2013 als Spin-Off der TU Wien gestarteten Unternehmens bekommen will, muss dazu auf Linkedin ausweichen.

„Als junges Hightech-Unternehmen im B2B-Bereich sind wir im Umgang mit Daten äußerst akkurat. Im Zuge der von uns intern umgesetzten DSGVO wurden alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für dieses Thema sensibilisiert“, heißt es seitens Blue Danube Robotics in einem Statement gegenüber Trending Topics. „Da ist es nicht verwunderlich, dass der unerlaubte Zugang sowie die Weitergabe von Millionen Nutzerdaten, wie sie durch Facebook bzw. Cambridge Analytica erfolgt ist, in starkem Kontrast zu unseren Werten und unserer Firmenpolitik stehen.“

Und weiter: „Solange ein sicherer Umgang mit Daten nicht gewährleistet ist, können wir die unerlaubte Weitergabe von Daten von Dritten nicht riskieren. Das war ausschlaggebend dafür, dass wir unsere Facebook-Firmenseite am Freitag, den 13. April 2018 löschen werden.“ Für Content-Marketing wird die Firma zukünftig auf B2B-Plattformen wie etwa Linkedin zurückgreifen, dort könne man die relevanten Zielgruppen direkt ansprechen.

Auch österreichische Nutzer betroffen

Facebook hat seit dem Bekanntwerden des Skandals rund um Cambridge Analytica, der die Daten von rund 87 Millionen Nutzern betrifft, einige Unternehmensauftritte verloren. Elon Musk ließ die Facebook-Seiten von Tesla und SpaceX löschen, auch der Playboy verzichtet seit kurzem auf eine Präsenz in dem Social Network. Ob Facebook deswegen Einbußen im Werbegeschäft und bei seiner Reichweite hinnehmen muss, bleibt abzuwarten. Mark Zuckerberg zufolge hätte sein Unternehmen bisher kaum Auswirkungen des Datenskandals gespürt.

Die Wirtschafts- und Digitalisierungsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) hat bereits die „umgehende“ Aufklärung der vom Facebook-Datenskandal betroffenen Nutzer gefordert, schreibt die APA. Laut Facebook könnten rund 33.500 österreichische Accounts betroffen sein, in Deutschland sollen es rund 300.000 Facebook-Nutzer sein.

Sicherheits-Haut für Roboter

Mit Airskin hat die Wiener Firma Blue Danube Robotics einen Kollisionssensor für Roboter und Greifarme in Fabriken entwickelt. Diese Haut ist mit Luft gefüllt und erkennt schon bei sanfter Berührung den Kontakt zu einem Objekt oder einer Person im Weg und stoppt sofort die Bewegung des Roboters. Das erlaubt es, auf Schutzzäune in Fertigungsstätten zu verzichten, die zuvor notwendig waren, um Menschen vor den Robotern zu schützen. So wiederum haben Werke die Möglichkeit, mehr Roboter auf der gleichen Fläche unterzubringen. Da menschliche Arbeitskraft auch durch die voranschreitende Automatisierung noch lange nicht gänzlich zu ersetzen ist, werden Menschen und Roboter noch viele Jahre Seite an Seite arbeiten – insofern gelten Sicherheitslösungen wie jene der Wiener Firma als sehr gefragt.

„Die weichen Pads der Sicherheitsverkleidung bedecken den Roboter wie eine zweite Haut, selbst Klemm- und Quetschstellen sind damit abgesichert. Im Falle einer Kollision zwischen Roboter und Mitarbeiter oder einem Gegenstand reagiert der Kollisionssensor und löst augenblicklich einen Nothalt aus“, so Walter Wohlkinger, Geschäftsführer von Blue Danube Robotics. „Zusätzlich dämpfen die weichen Pads Krafteinwirkungen, die bis zum endgültigen Stillstand der Maschine auftreten könnten.“

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