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STO statt ICO

Black Manta Capital: Security Tokens statt Aktien mit Segen der Finanzaufsicht

© Pixabay
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Firmenanteile als Tokens über die Blockchain zu digitalisieren hat viele Vorteile. Eine Beteiligung an einem Unternehmen kann so rasch, unkompliziert und sehr günstig umgesetzt werden. Außerdem sind Tokens in ihrer Gestaltung sehr flexibel und können auch sehr spezielle Arten der Beteiligung abbilden. Tokens können auch leichter gehandelt werden als Aktien und zwar rund um die Uhr. Der Vielfalt der technischen Möglichkeiten steht allerdings eine noch etwas unklare rechtliche Lage gegenüber.

Wertrecht statt Wertpapier

„Der Gesetzgeber ist bei neuen Technologien meistens hinten nach“, sagt Christian Temmel, Rechtsanwalt bei der Kanzlei DLA Piper. Als endlich entschieden war, ob eine Unterschrift auf einem Fax wirklich eine Unterschrift ist, hätten viele Studenten nicht mehr gewusst, was ein Fax überhaupt ist. Bei der Regulierung von Security Tokens, also dem digitalen Abbild von Assets jeglicher Art, geht es hoffentlich schneller. So sei in Österreich bereits in Diskussion aus dem Wertpapiergesetz ein Wertrechtegesetz zu machen, welches dann eben auch Rechte umfasst, die nicht nur auf Papier verbrieft sind.

„Selbst auf EU-Ebene gibt es erst eine wage regulatorische Einordnung“, sagt David Christian Bauer, Country Managing Partner bei DLA Piper. Von dieser rechtlichen Unsicherheit könne man aktuell zwar vielleicht sogar profitieren, das sei allerdings sehr riskant: „Irgendwann kommen die Regeln und dann wird erwartet, dass man sie schon immer eingehalten hat“, warnt Bauer.

Die Flexibilität der Security Tokens

„Security Token Offerings“ (STO) sollen die mittlerweile in Verruf gekommenen „Initial Coin Offerings“ (ICO) als Möglichkeit der Kapitalbeschaffung für Unternehmen beerben. Während bei ICOs in der Regel sogenannte „Utility Tokens“ ausgegeben werden, sind es bei STOs „Security Tokens“. Der Unterschied: Ein Utility Token dient lediglich als Gutschein im System des Anbieters – beispielsweise um Gebühren eines Marketplaces zu begleichen. Ein Security Token verbrieft ein Recht an dem Asset selbst. Das können Eigentumsrechte sein oder auch nur ein Genussrecht, ein Schuldschein oder zum Beispiel Stimmrechte. So können zum Beispiel auch große Immobilienprojekte finanziert werden. Je nach konkreter Ausgestaltung des Tokens kann dieser also rechtlich ganz unterschiedlich eingestuft werden.

Black Manta: „Tokenization as a Service“

Die meisten Tokenization-Firmen konzentrieren sich derzeit auf die technische Umsetzung von Security Tokens. Mit der rechtlich und regulatorisch schwierigen Situation befassen sich die Wenigsten. „Von diesen Anbietern setzen wir uns ab“, sagt Christian Platzer, einer der Gründer von Black Manta Capital. „Wir kommen aus Kapitalmarkt-rechtlicher Perspektive und setzen Security Tokens regulatorisch korrekt um“. Um trotz der noch etwas unklaren Lage auf möglichst sicherer Seite zu sein, hat das in Luxemburg gegründete Unternehmen mit Niederlassungen in Wien, Valletta (Malta) und Berlin bei der deutschen Finanzmarktaufsicht um eine Lizenz angesucht. Platzer rechnet demnächst mit dem positiven Bescheid und will mit Black Manta dann „Tokenization as a Service“ anbieten.

Knackpunkt KYC

Gemeinsam mit iov42, das von Österreichern gegründet wurde und sich auf die Verifizierung von Identitäten auf der Blockchain befasst, will Black Manta außerdem eine Handels-Plattform anbieten. Auf dieser Plattform können Privatanleger Security Tokens finden und kaufen. Dazu ist ein sehr genauer KYC-Prozess vorgesehen – „Know Your Customer“, ist sich Anwalt David Christian Bauer sicher, wird bei der Regulierung von STOs eine sehr große Rolle spielen. Die Plattform von Black Manta werde aufsichtsrechtlich korrekt gestaltet und der gesamte KYC- und Registrierungs-Prozess digital durchführbar sein, erklärt Black-Manta-Co-Founder Alexander Rapatz. „Wir warten nur noch auf das Go der Bafin“.

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