Speedinvest beteiligt sich bei Krypto-Startup Bitpanda

Big news today: Speedinvest steigt bei dem Wiener Krypto-Startup Bitpanda ein. Wie es dazugekommen ist und wie sich die Coronakrise auf die FinTech-Szene auswirkt, erzählen die Bitpanda Co-Founder Eric Demuth & Paul Klanschek sowie Stefan Klestil von Speedinvest.

Gepostet von TrendingTopics.at am Mittwoch, 8. April 2020
Blockchain

Bitpanda: Speedinvest steigt bei Wiener Krypto-Startup ein

Es kommt zusammen, was zusammen kommen muss: Der führende österreichische VC Speedinvest beteiligt sich bei der Wiener Krypto-Firma Bitpanda. Das haben die beiden Unternehmen an Mittwoch im Rahmen einer Online-Pressekonferenz bekannt gegeben. Das erklärte gemeinsame Ziel der beiden Firmen ist nun, Bitpanda und seine Handels-Plattform, auf der man neben Kryptowährungen auch Edelmetalle kaufen kann, weltweit expandieren zu lassen. Die ersten drei Märkte, die man zuerst angehen will: In Frankreich, die Türkei und Spanien wird man Ende April launchen.

Für Bitpanda ist Speedinvest der erste institutionelle Investor, bisher waren „nur“ eine Reihe von Business Angels an dem Unternehmen beteiligt. Speedinvest, das kürzlich 190 Millionen Euro für seinen dritten Fonds für Early-Stage-Startups eingesammelt hat (Trending Topics berichtete) ist für die Wiener Krypto-Firma ein naheliegender Partner, da der VC immer schon gerne in Fintech investierte. Im Firmenbuch ist von dem Investment derzeit noch nichts zu sehen, insofern ist vorläufig unklar, wie viel Prozent von Bitpanda sich Speedinvest schnappt. Der investierte Betrag soll dem Vernehmen nach jedenfalls unter zehn Millionen Euro liegen. Genaue Details zu der Finanzierungsrunde sollen nicht bekannt gegeben werden. Bei dem Fintech-Investment-Vehikel von Speedinvest sind auch Uniqa Ventures und Elevator Ventures der Raiffeisenbank International (RBI) an Bord.

Kurs auf Tokenization

Neben der regionalen Expansion in Europa (derzeit ist Bitpanda vor allem im deutschsprachigen Raum verankert) geht es auch darum, künftig neben Kryptowährungen und Edelmetallen weitere Assets digital handelbar zu machen. Dazu hat das Unternehmen bereits 2019 das so genannte Launchpad angekündigt, das 2020 kommen soll. Dort sollen Unternehmen individuellen Token Offerings anbieten können – so ist etwa denkbar, dass Immobilien tokenisiert werden und Bitpanda-Nutzer in Folge über den Kauf von Token in diese Immobilien investieren können.

„In den nächsten Jahren wollen wir Bitpanda zu einem globalen Unternehmen weiterentwickeln. Die strategische Partnerschaft mit Speedinvest ist eine neue Erfahrung für uns, da wir schon seit Jahren profitabel und selbstständig agieren. Jetzt geht es aber darum international zu wachsen, neue Produkte und Services anzubieten und unsere Produkte in neue Märkte einzuführen. Gemeinsam mit Speedinvest können wir unser langfristiges Ziel erreichen“, so Eric Demuth, Co-CEO und Gründer von Bitpanda, in einer ersten Stellungnahme.

Unicorn-Status wird angestrebt

Für Speedinvest, das sein Büro im selben Wiener Bezirk wie Bitpanda hat, dürfte die Krypto-Firma schon länger ein interessantes Investment-Ziel gewesen sein. „Bitpanda hat ein erfolgreiches Geschäftsmodell entwickelt, ist von Anfang an profitabel und für internationales Wachstum sehr gut aufgestellt. Mit unserer Partnerschaft wollen wir den Erfolg von Bitpanda weiter vorantreiben – genauso wie wir es mit N26, wefox, Curve und anderen getan haben. Zusammen streben wir danach, das erste österreichische Fintech-Unicorn zu entwickeln“, sagt Stefan Klestil, Head of Fintech bei Speedinvest. Das Ziel, Einhorn-Status erreichen zu wollen, hat Demuth bereits vor einem Jahr formuliert (Trending Topics berichtete).

Die Investment-Entscheidung wurde vor der Corona-Krise getroffen, so Klestil. Robinhood in den USA oder Revolut in Großbritannien hätten gezeigt, dass die Kombination aus Krypto-Trading und anderen Finanzdienstleistungen viele Menschen ansprechen würde. „Zugang zu Investment-Möglichkeiten zu haben, ist ein Riesen-Trend, und COVID beschleunigt das nur“, so Klestil.

Junge Menschen fürs Investieren begeistern

Bedeutet strategisch also derzeit: Gemeinsam werden sich Bitpanda und Speedinvest nicht nur in neue Märkte aufmachen, sondern auch nach Investoren suchen, die dann in Folge eine ganz große Runde stemmen. Dafür wird man die Corona-Krise durchtauchen müssen. Das Potenzial für Bitpanda ist aber groß, man könnte sich zu einem europäischen Pendant zu Coinbase entwickeln.

Spannend wird nun, ob Bitpanda den Sprung aus der Krypto-Ecke hin zu einem umfassenden Anbieter für digitale Assets schafft. „Es geht darum, dass sich die junge Generation wieder für Geld, Finanzen und Investments interessiert. Wir wollen für die Leute nicht nur die Krypto-Szene, sondern generell Investing für die digitale Generation attraktiv machen“, sagte Demuth bereits 2019 in einem Interview mit Trending Topics.

Exchange bisher kein großer Erfolg

Nachdem Bitpanda im Vorjahr begonnen hat, zusätzlich zu Kryptowährungen auch Gold und Silber zu handeln, wurde auch versucht, eine Krypto-Exchange im Stile von Binance aufzubauen. Dieser Plan ist nicht aufgegangen – kürzlich wurde die „Global Exchange“ in „Bitpanda Pro“ umgetauft und repositioniert. Fokus liegt dort nicht mehr auf Crypto-to-Crypto-Trading, sondern auf den Handel zwischen Fiatgeld und Kryptowährungen -vor allem Schweizer will man nun ansprechen (Trending Topics berichtete).

Bei Bitpanda arbeiten mehr als 180 Teammitglieder, die Plattform zählt derzeit eigenen Angaben zufolge etwa 1,2 Millionen Nutzer. Die Firma ist seit 2016 profitabel. Das Trading-Volumen im März soll bei mehr als 200 Millionen Euro gelegen haben.

Disclaimer: Speedinvest ist auch Investor von Trending Topics.

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