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Bitpanda lässt ab heute Nutzer in Teilaktien und ETFs investieren

© Bitpanda
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Lange gingen die Vorbereitungen, nun geht es los: Das Wiener Unicorn Bitpanda wandelt sich vom Krypto-Händler zum Neobroker und bietet seinen mehr als zwei Millionen Nutzern ab heute die Möglichkeit, in Aktien sowie ETFs (Exchange Traded Funds) zu investieren. Die Firma hat sich dazu wie berichtet im März eine Konzession als Wertpapierfirma bei der Finanzaufsicht geholt.

Zum Start gibt es auf Webseite und in der App, die dazu auch gleich ein Redesign bekommen, eine erste Auswahl von Aktien und ETFs, die aber nicht so umfangreich ist wie bei anderen Neobrokern. Statt mit großer Auswahl will Bitpanda zum Start mit Investitionen in Teilaktien locken. Man kann also ab einem Euro investieren und muss sich nicht eine ganze Aktie einer Firma kaufen. Per Sparplan kann auch regelmäßig Geld in Aktien und ETFs investieren.

Kleine Auswahl für kleine Budgets

„Anteilmäßiges Investieren ist das A und O für dieses Produkt. Wenn Nutzer in Technologieriesen oder Blue Chips investieren möchten, dann sollte ihnen das nicht aufgrund eines kleinen Budgets verwehrt bleiben. Unsere Plattform steht für den barrierefreien Zugang aller zu digitalen Assets, inklusive zu den Unternehmen, an die sie wirklich glauben. Bitpanda Stocks ist wie die Wall Street, nur ohne Wall; selbst, wenn die Wall Street schließt“, heißt es in einem ersten Statement von Bitpanda-Mitgründer und CEO Eric Demuth.

Zur Auswahl stehen zum Start etwa 50 Aktien unter anderem Apple, Amazon, Tesla, Facebook, Visa, Mastercard, Netflix, Airbnb, Adidas, Palantir, Twitter oder Palantir – nein, Coinbase hat es noch nicht ins Portfolio geschafft. Auch 7 verschiedene ETFs gibt es, mit dabei sind etwa die bekannten iShares „S&P500“, „MSCI World“ oder „NASDAQ100“. Um das Angebot machen zu können, kooperiert Bitpanda mit der französischen Großbank BNP Paribas sowie mit Lang & Schwarz aus Deutschland, die bereits auch Partner des Wiener Fintechs Wikifolio und weiterer europäischer Neobroker wie Trade Republic, Smartbroker oder Justtrade ist. Um oft kritisierte Differenzkontrakte (CFDs) macht Bitpanda noch einen Bogen.

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Keine Gebühren, aber dafür Spreads

Verstehen müssen Nutzer, dass sie bei Bitpanda nicht die Aktien selbst kaufen, sondern Derivatprodukte, die beim Depotbank-Partner BNP Paribas verwahrt werden und durch ein Pfandrecht gesichert sind. Das Wiener Unternehmen kauft also die Aktien über Partner-Exchanges, also eben Lang & Schwarz, ein und lässt sie von der französischen Bank verwahren. Die Aktien werden dann zu Derivatprodukten gemacht, die eine exakte Kopie der Aktie darstellen. Als Käufer dieser Derivatprodukte hat man ein „indirektes, virtuelles und proportionales Anrecht“ auf entsprechende Dividenden- oder Fondsausschüttungen – diese sollen dem Bitpanda-Konto gutgeschrieben werden.

„Obwohl wir Bitpanda Stocks provisionsfrei und mit engen Spreads anbieten, kommen bei Bitpanda weder Servicegebühren noch andere laufende Gebühren zur Anwendung“, heißt es seitens Bitpanda. Es gebe keine Konto-, Verwaltungs, Listung- oder FX-Gebühren, und man verrechne auch keine Provisionen. Geld will Bitpanda mit dem Angebot aber trotzdem verdienen. Dazu wird ein so genannter Spread verrechnet, also eine Preisspanne zwischen dem dem Kauf- (Offer) und Verkaufskurs (Bid). Bei Brokern ist das ein üblicher Weg, Geld zu verdienen. Der Spread liegt bei Bitpanda zwischen 0% und 0,5% zu den ordentlichen Börsenhandelszeiten, zu Nacht- und Wochenendzeiten (also wenn die Börsen geschlossen haben) gibt es einen Aufschlag von maximal 3 Prozent (mehr Infos hier).

Diese Derivate ermöglichen es, dass die Teilaktien nicht nur zu den Börsenöffnungszeiten, sondern rund um die Uhr ge- und verkauft werden können. Über Zeit sollen mehrere hundert Assets hinzugefügt werden, Ende des Jahres ist geplant, „mit tausenden Unternehmen“ den Aktien- und ETF-Markt abzudecken. Auch nicht unwichtig: Um die zu zahlenden Steuern aus Gewinnen beim aktien- und ETF-Kauf müssen sich die Nutzer selber kümmern.

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