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Wiener Krypto-Firma Bitpanda steigt in den Handel mit Gold und Silber ein

Goldbarren. © Pixabay
Goldbarren. © Pixabay

„Richtig geile Produkte, die viele über die Krypto-Nische hinaus nutzen werden“ – das hat Bitpanda-CEO Eric Demuth Anfang des Jahres im Interview mit Trending Topics angekündigt. Nun ist es soweit: Die Krypto-Plattform, die bisher mit Bitcoin, Ethereum und Co. handelte, bietet seinen Nutzern demnächst den Kauf von Gold und Silber über die eigene Plattform an. Das verkündete Demuth im Rahmen des Pioneers Festival, das derzeit in Wien stattfindet und hunderte Startups in die Hofburg lockte.

„Gold ist die erste Commodity aus der alten Welt, die wir digitalisieren“, sagt Demuth im Gespräch mit Trending Topics. Über Bitpanda kann man sich künftig digital Edelmetalle kaufen und diese dann auch gegen andere digitale Assets (z.B. BTC, ETH) tauschen. Die Edelmetalle werden dabei nicht an den Kunden geliefert, sondern lagern in der Schweiz. „Die Edelmetalle sind versichert und werden in einem Hochsicherheitstresor in der Schweiz gelagert“, sagt Demuth.

Physisch hinterlegt in der Schweiz

„Das ist zertifiziertes Gold und ist physisch hinterlegt.“ Dafür arbeitet Bitpanda mit den beiden Firmen Pro Aurum und Philoro zusammen. Wie berichtet ist der Wiener Edelmetallhändler Pro Aurum bereits ins Geschäft mit Bitcoin eingestiegen. Im Wiener Geschäftslokal von Pro Aurum kann man sich bereits Gold gegen Bitcoin kaufen (Trending Topics berichtete).

Die Gebühren seien sehr günstig, so der Bitpanda-CEO. Hier die Gebühren:

Gold Silber
Kaufgebühren 0,5% 2,5%
Verkaufsgebühren 0,5% 2,0%
Lagergebühren 0,0125% pro Woche 0,025% pro Woche

„Werden der größte Goldhändler Österreichs“

In Zukunft würde man das „digitale Gold“ auch per Mail an andere Menschen schicken können. „Wir lassen das Edelmetall regelmäßig überprüfen“, so Demuth. Und: Bitpanda würde einen Stablecoin entwickeln wollen, bei dem das Gold mit einem ERC20-Token tokenisiert wird. „In spätestens einem Jahr sind wir der größte Goldhändler Österreichs“, sagt Demuth selbstbewusst. „Da bin ich mir sehr sicher.“ Man werde die Gold-Branche „disrupten“, die Zeit der Abzocke mit hohen Gebühren sei vorbei.

Edelmetalle sind für Bitpanda der erste Schritt, mehr als nur Krypto-Assets auf der Plattform zum Kauf anzubieten. Man könne alles digitalisieren, meint Demuth: „Alles, was Wert hat – also Immobilien, Aktien, ETFs, Bonds, IP und eben auch Edelmetalle.“ Demnächst wolle man bereits das nächste neue Produkt vorstellen.

Eirc Demuth, CEO von Bitpanda. © Trending Topics
Eirc Demuth, CEO von Bitpanda. © Trending Topics

Krypto-Flaute schadet Bitpanda nicht

Dass das neue Geschäft mit Gold und Silber mit einer Flaute beim Handel mit Kryptowährungen zu tun hätte, verneint Demuth gegenüber Trending Topics. „Es geht nicht darum, aus der Krypto-Welt auszubrechen, sondern darum, die alte Welt in diese neue Welt hinein zu holen“, sagt Demuth. „Das Krypto-Geschäft läuft super und wir wachsen immer noch weiter. Schau dir die letzten Monate an, die Preise steigen wieder. Selbst in den Monaten, wo am wenigsten los war, sind wir weiter gewachsen.“ Die Nutzerschaft sei mittlerweile so breit, dass das Grundrauschen so groß sei, um auch bei Krypto-Flauten wachsen zu können.

Das Kerngeschäft sollen Krypto-Assets bleiben. „Unser Business-Modell ist die Vision dahinter. Wir wollen alles, was einen Wert hat, digitalisieren“, sagt Demuth. „Da werden wir nicht reich damit, aber es stärkt unser Ökosystem.“

Auch kleine Mengen kaufen

Den ersten Schritt in Richtung Edelmetalle zu machen, sei naheliegend. „Gold hat gute Eigenschaften fürs Investing, aber auch einige Nachteile. Man kann es nicht liquide machen, man kann es nicht einfach herumschicken, und in kleinen Mengen ist es unendlich teuer“, sagt Demuth. Das könnten sich derzeit nur Reiche leisten, doch mit dem neuen Dienst ändere sich das. „Man kann sich jetzt auch für einen Euro Gold kaufen, aber wenn man will, kann man sich auch eine Tonne kaufen.“

Wer das gekaufte Gold physisch bei sich haben will, der wird es sich ab einem Kilo in Zukunft auch liefern lassen können. Dann muss man sich aber um einen teuren Safe kümmern, um es von der Versicherung abdecken zu lassen.

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