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Bitcoin unter 36.000 Euro: Zweifel haben Krypto-Markt im Griff

© Roy Buri on Pixabay
© Roy Buri on Pixabay

Der Kursrutsch, der am Montag begann, setzt sich fort, wenn auch abgeschwächt: Bitcoin ist in den letzten Stunden nun deutlich unter die Marke von 36.000 Euro gefallen und liegt damit so tief wie schon seit Anfang August nicht. Mehr Damit sind die satten Gewinne, die BTC und viele andere Krypto-Assets in den heißen Sommermonaten gemacht haben, erstmal teilweise weg.

Neben Bitcoin sind es nahezu alle anderen Altcoins, die stark Richtung Süden abgedreht haben und nun ihren neuen Boden suchen. Der neuerliche Preisrutsch hat auch Ethereum als Nummer 2 am Markt, deutlich getroffen. Lag ETH vor einer Woche noch teilweise deutlich über der wichtigen Marke von 3.000 Euro, sind es nunmehr weniger als 2.500 Euro. Ähnlich geht es auch anderen Smart-Contracts-Netzwerken bzw. ihren Token. Cardano hat die Marke von 2 Euro, die es nach einem großen Hype im August eroberte, wieder aufgeben müssen und wird nun bei 1,75 Euro gehandelt.

Marktkapitalisierung sackt weiter ab

Insgesamt ist der Krypto-Markt von dem neuerlichen Kursrutsch deutlich gezeichnet. Vor einer Woche lag die Marktkapitalisierung bei 1,8 Billionen Euro, nunmehr sind es nur 1,57 Billionen. Innerhalb von sieben Tagen sind somit mehr als 200 Milliarden Euro futsch. Ein Ausreißer ist zur Stunde einer der Aufsteiger der letzten Wochen. Während der Markt im roten Bereich liegt, wird Avalanche (AVAX; ein Herausforderer von Ethereum, Solana und Cardano) derzeit ordentlich gepumpt, mit Zuwachsraten von mehr als 10 Prozent.

Was die genauen Gründe für den Preisrutsch sind, ist – wie immer am Krypto-Markt – schwer zu eruieren. Was man sagen kann, ist, das die Stimmung bei Anlegern im Zuge des Evergrande-Skandals (chinesischer Immobilienkonzern in starker Schieflage) generell nicht die beste ist. Das zeigte sich an den klassischen Aktienmärkten und könnte sich auf die Krypto-Märkte durchgewirkt haben.

Die Inflation und die Fed

Doch auch das Thema Inflation und die damit verbundene Geldpolitik ist ein Faktor. An den Märkten wird derzeit heiß das Ergebnis der mit Spannung erwarteten September-Sitzung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) erwartet. Dabei ist spannend zu sehen, ob es erste Anzeichen auf ein Auslaufen („Tapering“) der bisher lockeren Geldpolitik der Fed gibt. Die US-Zentralbank könnte am Mittwoch (zu erwarten ab etwa 20.00 Uhr MESZ) eine Drosselung ihrer milliardenschweren Wertpapierkäufe ankündigen. Das wiederum ist der erste Schritt hin zu einer Bremsung der stark gestiegenen Inflation, würde aber auch ein wenig den Konjunkturmotor abwürgen.

Das Thema Inflation ist am Krypto-Markt ein Großes. Im Zuge der Corona-Krise und einer gefürchteten Geldentwertung sind viele Menschen nicht nur in Gold und andere Assets als Inflationsschutz geflüchtet, sondern suchten und suchen auch ihr Heil in Krypto-Assets, allen voran Bitcoin. Das ist kurz- und mittelfristig bei der starken Volatilität von BTC und Co. natürlich eher eine riskante Wette als ein sicherer Hafen.

Anita Posch: „Das Interesse an Bitcoin steigt, je stärker die Inflation spürbar wird“

Schließlich ist auch das immer härtere Vorgehen der US-Behörden gegen Krypto-Unternehmen kein Anlass zu Optimismus. Wie berichtet stehen Coinbase, Celsius Network und BlockFi in den Vereinigten Staaten für ihre Krypto-Lending-Angebote unter Beschuss. Gary Gensler, Chef der mächtigen US-Börsenaufsicht SEC, hat Stablecoins kürzlich mit Poker-Chips im Casino und den Krypto-Boom mit de „Wildcat Banking Era“ im 19. Jahrhundert verglichen.

Auch ein Anhaltepunkt ist der Crypto Fear & Greed Index von deutschen Entwicklern. Für diesen werden Markt- (Volatilität, Handelsvolumen) und Social-Media-Daten (Twitter) ausgewertet, um die Stimmung am Krypto-Markt zu vermessen. Derzeit steht der Zeiger bei „Fear“ – ein Zeichen dafür, dass die Investoren eher ängstlich sind.

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