Kryptowährungen

Jagd zum Mond oder „spekulativer Wahnsinn“: Geht die Rekord-Rallye von Bitcoin weiter?

Wo geht die Reise hin? ©flickr.com_CC2.0_ZachCopley
Wo geht die Reise hin? ©flickr.com_CC2.0_ZachCopley

Der Chef der Bitcoin Foundation, Llew Claasen, hielt kürzlich einen TED-Talk in Tansania und warnte die Bitcoin-Enthusiasten „nicht mehr zu investieren, als sie sich leisten können“. Er unterstrich die Rolle der Bitcoins als „digitales Gold“ und warnte davor, die Kryptowährungen als „Geld zu interpretieren“. Der Kurs kletterte währenddessen auf ein neues Allzeithoch von 4.605 Dollar.

Rekord jagt Rekord jagt Rekord. Geht das so weiter mit dem Bitcoin oder kommt bald der Sturz? Über kaum ein Thema lässt sich in der Finanz-Welt aktuell trefflicher streiten. Die einen ziehen den Vergleich zur Tulpen- oder zur Dotcom-Blase ins Feld, die anderen sehen in den Bitcoins eine Zukunftstechnologie und erwarten, dass die Reise Richtung Mond („to the moon!“) noch lange kein Ende gefunden hat. Genau so gibt es dutzende Theorien über den weiteren Anstieg, etwa wegen den Raketentests der Nordkoreaner und die damit einhergehende starke Nachfrage aus Japan oder die Devisenverschleppung in China, um den Yuan zu stützen. Wir haben die Stimmen der internationalen Analysten gesammelt, die sich zu dem Thema geäußert haben.

Wall-Street-Analyst Thomas J. Lee (Fundstrat Global Advisors, Ex-JP Morgan Chase):

In einer Aussendung von 18.08. schreibt der ehemalige Chef-Stratege der Investmentbank JP Morgan Chase, dass er von einem Preis bis 6.000 Dollar pro Bitcoin bis Mitte 2018 ausgeht. Innerhalb der nächsten vier Jahre erwartet er einen Anstieg bis 25.000 Dollar pro Bitcoin. Lee geht in seiner Prognose von der Unterstützung der institutionellen Anleger, besseren und sichereren Tauschbörsen und einer steigenden Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung aus. Kurzfristig erwartet Lee eine Korrekturphase Ende August.

Howard Marks (Oaktree Capital Management):

Ende 2016 verwaltete sein Unternehmen 101 Milliarden Dollar. Seine Meinung über die Kryptowährungen tat er Ende Juli in einem Memo kund: „Bitcoins sind spekulativer Wahnsinn. Ich bin der festen Überzeugung, dass diese Währungen ein weiterer Beweis für die finanzielle Naivität der Menschen ist. Man kann beispielsweise Ethereum dazu benutzen, um andere imaginäre Währungen zu kaufen oder in neue Unternehmen zu investieren, die wiederum neue Kryptowährungen schaffen“, so Marks. „Ein unbegründeter Wahn und sogar ein Schneeballsystem.“

Ronnie Moas (Standpoint Research):

Eine moderate Meinung hat Ronnie Moas. Er vermutet, dass die Kryptowährungen in den kommenden Jahren den klassischen Anlageformen ein paar Prozentpunkte abnehmen können. „Wenn rund 200 Billionen US-Dollar in Aktien, Anleihen, Cash und Gold angelegt sind und davon lediglich ein Prozent in Kryptowährungen wandert, dann wäre ein enormes Vervielfachungspotential vorhanden“, so der Schluss von Moas.

Robert Prechter (The Elliott Wave Theorist):

Der Newsletter der Elliott Wave Theorists erscheint seit 1979 und hat durch präzise Vorhersagen viel Renomée gesammelt. Der Gründer Robert Prechter sah den Börsencrash 1987 voraus. Sein Sohn schrieb schon 2010 über den Aufstieg von Bitcoin. Jetzt warnt er Investoren vor einer eintretenden Bärenphase.  Ausgangstheorie ist das Elliott-Wave-Prinzip, das die langfristigen Wellenbewegungen eines Aktienkurses analysiert. Demnach sind fünf bullische Phasen mit dem Peak bei 4.500 Dollar je Bitcoin erreicht. Laut Prechter folgt eine zyklische Abwärtsbewegung in drei Schritten, die den Preis um rund ein Drittel drücken könnte. Laut Prechter wird der Abwärtstrend „das Ende der aktuelle Krypto-Mania“ einläuten.

Edward Anderson (FXPro):

„Es ist sehr gut möglich, dass Bitcoin die Prognose von 4.800 Dollar bis zum Jahresende überschreiten wird“, sagt etwa Edward Anderson, Chief Sales Officer bei FxPro aus London. „Die Nutzung steigt, allerdings ist die Versorgung weiterhin begrenzt. Die Volatilität und Bedenken hinsichtlich Missbrauchs werden so schnell nicht abnehmen, Flash-Crashes sind nach wie vor denkbar.“ Der zugrunde liegende Trend deute zwar auf höhere Preisniveaus hin, folgert Anderson. „Händler werden aber vorsichtiger. Sie vermuten das Ende der Rallye und wissen, dass es jederzeit soweit sein kann.“

Editors Note: Investments in Krytocoins oder Token sind hoch spekulativ und der Markt ist weitestgehend unreguliert. Jeder, der Aktivitäten in Erwägung zieht, sollte in Betracht ziehen, dass sein komplettes Investment verloren gehen könnte.

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