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Bitcoin: Die einen fürchten Evergrande-Skandal, die anderen kaufen den „Dip“

Bitcoin Trading am Smartphone. © Viktor Forgacs on Unsplash
Bitcoin Trading am Smartphone. © Viktor Forgacs on Unsplash

Sensibel, sensibler – Krypto. Dieses Phänomen zeigt sich auch wieder einmal am Montag, als die weltweiten Börsen in eine neue Woche starten. Diese wird vom Skandal um den chinesischen Immobilienkonzern Evergrande überschattet, der manche Beobachter schon von einer neuen Lehman-Pleite sprechen lassen. Der Konzern hat 305 Milliarden Dollar Schulden, 1,5 Millionen unfertige Immobilien, ein Minus von 85 Prozent beim Aktien – und nun auch noch den Ruf, dass eine Pleite eine Kettenreaktion auf Banken und andere Immobilien unternehmen auslösen könnte.

Während europäische Aktienindizes wie der neue DAX40, der FTSE 100 in Großbritannien oder der CAC40 in Frankreich starteten deutlich negativ in die Woche, die beiden wichtigen US-Indizes Dow Jones und NASDAQ stehen am Montag frühen Abend noch leicht im Plus. Doch während weltweit die Börsianer nun darüber rätseln, ob nun ein „Lehman 2.0“ auf sie zukommt, geht es an den Krypto-Exchanges so richtig in die Talfahrt hinein.

So hat Bitcoin im Vergleich zu 24 Stunden davor um 9 Prozent nachgelassen und liegt nunmehr bei 37.000 Euro. Noch härter trifft es die Smart-Contracts-Token Ether (ETH) und Cardano (ADA) mit jeweils zehn Prozent Minus, und schließlich stürzen viele Altcoins, von jeher viel volatiler als BTC, um 15 Prozent oder mehr. Exemplarisch hart trifft es Avalanche (AVAX), das als Ethereum-Herausforderer in den letzten Tagen viel Aufmerksamkeit bekam, nun aber die Euphorie der Skepsis weicht. Insgesamt zeigt dieses Chart sehr deutlich, wie stark Bitcoin überreagiert:

  • Bitcoin (blau)
  • DAX40 (orange)
  • NASDAQ (gelb)
  • Dow Jones (türkis)
  • UK 100 (pink)
  • Hang Seng Hongkong (lila)

El Salvador stürzt sich auf den Dip

Die von Headlines und Euphorie- bzw. Panik-getriebenen Märkte (insbesondere Krypto ist da sehr anfällig), reagieren am Montag also recht sensibel auf die schlechten Nachrichten aus China, die aber eigentlich keine Überraschung sind. Auch wenn der Krypto-Markt dutzende Milliarden Euro in wenigen Stunden abnimmt, ist das für Enthusiasten sowieso kein Grund, gleich aufzugeben. Der prominenteste Mensch auf dem GLobus ist mittlerweile wohl El Salvadors Präsident Nayib Bukele. Er feiert den Preissturz und kündigt an, dass das mittelamerikanische Land, das BTC als Zahlungsmittel einführte, die Gunst der Stunde ausnutzen würde, um frische 150 Bitcoins zuzukaufen. Das entspricht einem Investment von etwa sechs Millionen Dollar.

Aber ist es nur der Evergrande-Skandal, auf den die Märkte reagieren? Wohl kaum, immerhin ist Evergrande nicht Lehman, und China ist nicht Amerika. Dementsprechend ist auch zu beachten, dass viele auf die Ankündigung der Fed am Mittwoch warten. Gut möglich, dass sie dann die Käufe von Wertpapieren drosseln wird, was wiederum die Basis für erste Zinserhöhungen wäre. Denn die über allem schwebende Inflation (in den USA seit Monaten über der 5-Prozent-Marke) verlangt nach einem Eingriff in die Geldpolitik. In der Eurozone könnte es solche Maßnahmen auf absehbare Zeit ebenfalls geben, auch wenn die EZB sich zurückhaltend gibt.

Anita Posch: „Das Interesse an Bitcoin steigt, je stärker die Inflation spürbar wird“

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