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Kryptowährungen: Erholung nach dem „großen Crash“

"Winter Sale" bei Kryptowährungen. © Imgur

Wird der 22. Dezember als Tag des großen Crashes in die Annalen der Kryptowährungen eingehen? Gut Möglich. Zwar sind wie berichtet am Freitag die Kurse nahezu alle Coins und Token ordentlich eingebrochen, doch die Talfahrt ist einen Tag später auch schon wieder vorbei. „We survived the crash“, „Recovering!“, „Hodl on!“ rufen sich Krypto-Enthusiasten auf virtuellem Weg via Reddit zu. Gewitzelt wird über den Kurssturz natürlich auch:

Cryptocurrencies today from Bitcoin

Bitcoin, das innerhalb einer Woche von fast 19.000 hinunter auf 12.000 Dollar rasselte, ist schon wieder auf dem Weg Richtung 16.000 Dollar. Ethereum, die zweit größte Kryptowährung nach Marktkapitalisierung, fiel diese Woche von mehr als 800 hinter auf rund 630 Dollar, wird aktuell aber schon wieder bei mehr als 700 Dollar gehandelt. Auch sämtliche anderen Top 100 Kryptowährungen, darunter Dash, Litecoin, Bitcoin Cash, Ripple, IOTA oder Cardano sind ordentlich im Plus.

Gemessen an der gesamten Marktkapitalisierung hat der Krypto-Markt allerdings doch ordentlich Federn lassen müssen. Von mehr als 650 Milliarden Dollar sind aktuell „nur“ mehr rund 570 Milliarden übrig geblieben. Als Platzen der Blase, vor der immer wieder von verschiedensten Seiten gewarnt wird, kann man allerdings nicht sprechen.

„Zoom out“

Worauf Nutzer immer wieder hinweisen: Man sollte sich den „Crash“ einmal aus der Vogelperspektive ansehen. Zieht man Zahlen zum Jahresverlauf heran, sieht man, dass Bitcoin noch immer mehr als 15 Mal so viel wert ist die zu Beginn von 2017, Ethereum gar das 90-fache. Außerdem sieht man, dass es bei BTC Preisstürze in diesem Jahr in ähnlichem Umfang bereits fünf Mal gab. Diesmal wirkt es jetzt eben besonders dramatisch, weil der Wert des Bitcoin zuvor so steil nach oben ging.

Auf die „Crashes“ dieses Jahr verweist auch der Twitter-Nutzer Robert Reid. Er merkt an, dass es nach Kurseinbrüchen von 30 Prozent in diesem Jahr jedes Mal steil nach oben ging – mit Zuwächsen von bis zu 237 Prozent bis zum nächsten Dip. Über die Gründe der gestrigen Talfahrt lässt sich nur spekulieren. Ein Faktor könnte der Vorwurf des Insider-Handels bei Coinbase nach dem Start von Bitcoin Cash sein, ein weiterer die vermehrten Warnungen vor Kurseinbrüchen, ein anderer einfach der Umstand, dass die Feiertage vor der Tür stehen. Gegenüber futurezone.at sagte Monika Rosen, Chefanalystin der UniCredit Bank Austria, dass der Handel sich beruhigen würde und Trader über das lange Wochenende Risiko herausnehmen würden.

Weiter Warnungen

Die Warnungen vor der hohen Volatilität der Kryptowährungen hören derweil nicht auf. Der Präsident der deutschen Aufsichtsbehörde BaFin, Felix Hufeld, warnte wie andere vor ihm, dass es sich bei Bitcoin und Co um „höchst spekulative Vorgänge mit der Möglichkeit des Totalverlustes“ handle. Anleger müssten wissen, dass sie ihr gesamtes Geld, dass sie in Kryptos stecken, verlieren könnten. Dänemarks Zentralbankchef Lars Rohde ging sogar so weit, Konsumenten zum „Wegbleiben“ zu raten, weil der Bitcoin-Handel „tödlich“ sein könnte.

Derweil hat der Start von Bitcoin Futures an den zwei großen US-Terminbörsen CME und CBOE nicht für eine Stabilisierung des Preise gesorgt. Nutzer von Krypto-Börsen freuten sich teilweise über die Talfahrt und nutzten die Gelegenheit, verhältnismäßig günstig (im Vergleich zu den Vortagen) in Altcoins einzusteigen. Die Börsen Bitfinex und Bittrex etwa erleben derzeit einen so großen Ansturm, dass sie bis auf weiteres keine neuen Nutzer auf ihre Plattformen lassen. Bei Coinbase wiederum war der Handel wegen zu vieler Zugriffe auf die Web-Dienste zeitweise nicht möglich, die Server hielten dem Ansturm nicht stand.

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