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Bitcoin bei 19.000 Dollar: Das sind die Ursachen für den neuen Boom

© Bermix Studio on Unsplash
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Es fehlen noch etwa 1.000 Dollar, dann ist das bisherige Allzeithoch geschlagen: Gegen Ende des Jahres 2020, in dem Bitcoin im März schon mal auf 4.450 Dollar hinter gekracht ist (danke, Corona), scheint wieder alles möglich. BTC wird mittlerweile bei etwa 19.000 Dollar gehandelt – und die Rede ist nicht mehr davon, ob es die 20.000 Dollar werden können, sondern eher, ob es eher Richtung 30.000 oder gar 65.000 Dollar gehen könnte. Das denken zumindest die Bitcoin-Enthusiasten.

2020 kommen mehrere Faktoren zusammen, die Kryptowährungen an den Hype von 2017 anschließen lassen. Nach einem eher mauen Jahr 2019 (man erinnere sich nur an das Debakel rund um Facebooks Stablecoin Libra) geht es 2020 mit in der Krise plötzlich wieder ab. Hier die Punkte im Überblick:

1. Institutionelle Investoren

Ja, das haben wir schon zur Genüge gehört. Waren es 2017 eher Kleinanleger und einige große Crypto-Whales, die den Kurs nach oben gedrückt haben, sind es im Jahr 2020 immer mehr namhafte – und auch börsennotierte – Firmen und Organisationen, die in Bitcoin und Co investieren. Software-Hersteller MicroStrategy, der Payment-Dienst Square von Twitter-Gründer Jack Dorsey oder Galaxy Digital Holdings rund um Investor Mike Novogratz steckten dieses Jahr hunderte Millionen Dollar in BTC.

Bitcoin und Co. werden als Firmen-Assets angesehen. Bei Coinbase, dem führenden Crypto-Händler in den USA, wurden dieses Jahr alleine seit April etwa 14 Milliarden Dollar von Großanleger in Bitcoin und Co investiert. Der US-Fondsriese Fidelity empfiehlt Firmenkunden inzwischen einen Anteil von ein bis fünf Prozent am Gesamtvermögen in Crypto zu investieren. Angesichts der Krise und dem billigen Geld, das zur Bekämpfung der Corona-Krise am Markt unterwegs ist, für viele Firmen-Chefs nun eine Alternative zu anderen Investments wie Gold, Aktien, ETFs oder Immobilien.

+++ Bitcoin muss sich jetzt als Fluchtwährung für das große Geld beweisen +++

2. PayPal

Ja, PayPal gehört natürlich auch zu Punkt 1, aber dieses Unternehmen muss man einfach herausgreifen. Der börsennotierte US-Bezahl-Dienst hat mehr als 300 Millionen Nutzer, denen nun über den Bezahl-Dienst plötzlich einfachen Zugriff auf Bitcoin, Ethereum oder Litecoin bekommen. Nur zum Vergleich: Weltweit gibt es grob 100 Millionen Menschen, die bisher Kryptowährungen besessen haben – durch PayPal wird die potenzielle Nutzerschaft einfach mal mit einem Schlaf vervierfacht.

Dazu kommt, dass PayPal große Mengen an BTC über den Partner Paxos zukaufen muss, um sie seinen Nutzern überhaupt offerieren zu können. Wie berichtet will Pantera Capital errechnet haben, dass PayPal etwa 70 Prozent aller neuen Bitcoins (die durch Minen entstehen) am Markt wegkauft. Das sorgt für eine zusätzliche Knappheit von Bitcoin bei gleichzeitig steigender Nachfrage.

3. Halving

Stichwort Knappheit. anfangs hat es nicht so ausgesehen, aber mittlerweile macht sich auch das Bitcoin-Halving im Mai 2020 bemerkbar. Wir erinnern uns: Beim Halving hat der Code dafür gesorgt, dass pro Block nur mehr 6,25 Prozent neue BTC an die Miner abfallen – zuvor waren es 12,5 Prozent. Bitcoin Halvings finden alle vier Jahre statt – und wie auch 2012 und 2016 zeigt sich, dass der Preis von BTC Monate nach dem Halving zu steigen beginnt.

4. Tether

Etwas im Schatten von Ethereum und XRP hat sich der kontroverse Stablecoin Tether (USDT) im Jahr 2020 zu einem der wichtigsten Krypto-Assets aufgeschwungen. Die Marktkapitalisierung von USDT, dessen Preis an den des US-Dollar gekoppelt ist und dessen Bestände angeblich durch andere Assets gedeckt ist, ist im Jahr 2020 von vier auf derzeit 18,6 Milliarden Dollar gewachsen – ziemlich viele Token also, die an Exchanges permanent zum Traden gegen BTC, ETH und Co verwendet werden.

Tether’s growth in 2020 has been nothing short of spectacular. We now speak of the Tetherization of trading, with the lion’s share of spot trading volume now denominated in USDT„, so Tether-Mastermind Paolo Ardoino im Interview mit Trending Topics sehr selbstbewusst.

Ein Blick in die Volumina von führenden Exchanges zeigt: Mit 38 Prozent Marktanteil ist USDT das meist gehandelte Krypto-Asset der Welt, weit vor BTC und ETH. Dass die gestiegene Menge an USDT den BTC-Preis treiben könnte, verneinen manche Analysten. Doch die muss man auch wieder mal an laufende Gerichtsprozesse erinnern – die dem Firmen-Konglomerat hinter USDT vorwerfen, dass der Stablecoin 2017 dazu verwendet worden sein soll, um die „größte Blase in der Geschichte der Menschheit“ zu verursachen.

+++ Tether CTO Paolo Ardoino: „This Time, Institutional Money is Infusing Bitcoin’s Gains“ +++

5. Ethereum

Vergiss‘ niemals die Nummer zwei am Crypto-Markt. ETH hat sich seit Jahresbeginn mehr als vervierfacht (von 130 auf mittlerweile +600 Dollar) und weist damit ein deutlich stärkeres Wachstum als BTC auf (YTD: 2,6x). Die zunehmende Begehrtheit von Ethereum hängt vor allem mit den Plänen rund um Vitalik Buterin zusammen, der zweit wichtigste Blockchain der Welt ein Updgrade zu verpassen.

Dazu haben Nutzer weltweit mehr als 320 Millionen Dollar (in ETH, versteht sich) zusammengebracht, um das Netzwerk auf Ethereum 2.0 zu heben. Um mitzumachen, braucht man mindestens 32 ETH – was dafür gesorgt hat, dass es nun noch einmal interessanter geworden ist, Ethereum zuzukaufen und zu Staken. Denn künftig wird bei „Proof of Stake“ für die Halter jener ETH auch regelmäßig neues Crypto als Belohnung ausgegeben – und das erscheint jetzt vielen als sehr attraktiv. Nun bleibt abzuwarten, wie das Upgrade auf ETH 2.0 vorangeht.

+++ Die Stakes sind komplett! Ethereum 2.0 kann am 1. Dezember starten +++

6. FOMO

Bei Crypto-Hypes darf niemals auch die „Fear Of Missing Out“ vergessen werden – also die Angst von interessierten Menschen, eine Chance zu verpassen. Gerade jene, die 2017 nicht rechtzeitig zugeschlagen haben, könnten sich nun dieses Mal veranlasst fühlen, zu investieren. Und wer nicht ängstlich ist, der wird im Gegenteil – gierig.

Die beiden Hamburger Entwickler Gregor Krambs und Victor Tobies aus Hamburg versuchen diese Bitcoin-Gier messbar zu machen. Deswegen haben sie (mit Augenzwinkern) den „Fear & Greed Index“ entwickelt, der die Stimmung am Krypto-Markt anzeige soll. Sie berücksichtigen für ihren Index die Volatilität des Marktes, die Volumina, die neu in den Markt gepumpt werden, Daten aus Google Trends sowie Stimmungs-Analysen aus Social Media (Twitter, Reddit, etc.). Wenig überraschend stehen die Zeichen derzeit auf „extrem gierig“.

Crypto Fear & Greed Index on May 13, 2020

7. Kommt die zweite Welle der Privatanleger?

Wenn man das nun alles weiß, dann könnte man auch ableiten: Es wird ein zweiter Crypto-Boom bei Privatanlegern kommen. Ob bei Square, Revolut, Bitpanda oder Coinbase – das Kaufen von Krypto-Assets ist so einfach wie noch nie geworden, und mit dem EInstieg von PayPal in das Geschäft sind Investments in Satoshis für jeden sehr naheliegend. Was noch fehlt, ist ein Medien-Hype wie im Jahr 2017, als der Preisanstieg in Mainstream-Medien in Echtzeit mitverfolgt wurde. Aber wer weiß – vielleicht schwappt die positive Grundstimmung auf eine breitere Masse über, wenn BTC auf mehr als 20.000 Dollar steigt. Weit ist es bis dahin nicht mehr.

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