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Übernahmegerüchte

Bird oder Lime? Warum sich Uber ein E-Scooter-Startup kaufen will

Bird fährt mit Xiaomi, Lime mit Segway. © LimeBike/ Christian Wind (www.christianwind.com) / Montage Trending Topics
Bird fährt mit Xiaomi, Lime mit Segway. © LimeBike/ Christian Wind (www.christianwind.com) / Montage Trending Topics

Manche Wiener stöhnen nur mehr genervt, wenn sie die Namen Bird oder Lime hören. Unfälle, falsch abgestellte Roller oder Nutzer, die mit dem E-Scooter fälschlicherweise am Gehsteig fahren – das Image der Scooter-Sharing-Startups ist nicht immer das beste.

Doch im Silicon Valley gelten Bird und Lime derzeit als die heißesten Übernahmekandidaten. „Ich habe noch nie ein so schnelles Umsatzwachstum gesehen…ever“, sagte Mark Suster, Managing Partner bei Upfront Ventures, kürzlich. Denn Bird, Lime und andere Anbieter gelten als Gelddruckmaschinen. Die E-Scooter, die sie auf die Straßen von mittlerweile dutzenden Städten stellen, sind im Einkauf sehr günstig. Nach einigen Wochen bzw. wenigen Monaten Betrieb werfen die Roller bei entsprechender Auslastung bereits Geld ab. Beide Anbieter haben bereits mehr als 10 Millionen Fahrten abgewickelt.

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Uber und Lyft wollen zuschnappen

Bird und Lime sind von Risikokapitalgebern seit ihrer Gründung 2017 mit Geld überhäuft worden. Bird wird mit zwei Milliarden Dollar bewertet, Lime mit 1,1 Milliarden Dollar. Beide Unternehmen haben hunderte Millionen Dollar Investment bekommen – und gelten jetzt als jene Startups, die sehr bald von größeren Unternehmen aufgekauft werden könnten.

The Information zufolge verhandelt Uber derzeit sowohl mit Bird als auch Lime eine Übernahme. Zu Lime hat Uber bereits einen guten Draht, da man bereits in das Startup investiert hat. Und: Der Gründer von Lime ist Travis VanderZanden, der vor einigen Jahren noch als VP of International Growth bei dem Fahrten-Vermittler arbeitete.

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Kampf um Mobility-Services

Die Phase, in der sich der Markt derzeit befindet, ist heiß. In den USA hat sich der Uber-Konkurrent Lyft kürzlich den Fahrrad-Verleiher Motivate um satte 250 Millionen Dollar geleistet, Autoriese Ford hat sich das E-Scooter-Startup Spin geschnappt, und Uber selbst hat Jump Bikes übernommen.

Sich Bird oder Lime zu schnappen, würde nicht nur bedeuten, viele Kunden, neue Standorte und neue Dienste zuzukaufen, sondern einem stark wachsenden Konkurrenten der Zukunft den Wind aus den Segeln zu nehmen. Denn Lime will künftig auch Autos zum Leihen anbieten und dringt so in den Markt vor, den DriveNow und Car2go in Europa beherrschen.

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Rollen statt fahren

Gerade für Carsharing- bzw. Ridehailing-Anbieter sind Elektroroller eine attraktive Ergänzung im Portfolio. Immerhin sind sie mit dem Versprechen angetreten, den Autoverkehr und damit verbundene CO2-Emissionen zu reduzieren – dieser Effekt hat sich aber noch nicht eingestellt. Mit elektrisch betriebenen Rollern, die wenig Platz wegnehmen, könnte man diesem Ziel dann aber doch näherkommen.

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