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BioNTech: So funktioniert der Covid-19-Impfstoff

© Sam Moqadam / Unsplash
© Sam Moqadam / Unsplash

Der gestrige Montag könnte – zumindest ein Stück weit – in die Geschichte eingehen: Dem deutschen Unternehmen BioNTech, das gemeinsam mit dem US-Riesen Pfizer an einem Impfstoff gegen Covid-19 forscht, dürfte ein Durchbruch gelungen sein. Gestern ging man damit an die Öffentlichkeit – und seit dem machen Schlagwörter wie „mRNA“ und „BNT162b2“ die Runde. Doch wie funktioniert ein möglicher Impfstoff eigentlich? Und was bedeuten diese Begriffe?

Weltweite Impfstoff-Versuche

Seit nunmehr fast zehn Monaten wird weltweit an Corona-Impfstoffen geforscht. Russland preschte schon vor Wochen vor und ließ die ersten Impfstoffe zu, was allerdings vorrangig für Kritik sorgte. Klinische Studien seien kaum gemacht worden, zahlreiche Experten äußerten Bedenken. Russland will den Impfstoff dennoch einsetzen – und wie gestern bekannt wurde, soll auch Ungarn mit dem Gedanken spielen, den Impfstoff beziehungsweise die Lizenz für die Nutzung zu erwerben. Brasilien wiederum setzte auf einen chinesischen Impfstoff, musste die Tests aufgrund „schwerwiegender Nebenwirkungen“ aber wieder aussetzen. In Österreich und Deutschland wird die Zulassung noch auf sich warten lassen, gestern vermeldete BioNTech aber immerhin einen ersten Durchbruch.

Wirksamkeit von mehr als 90 Prozent

„BNT162b2“ ist der Name des Impfstoff-Kandidats, den BioNTech und Pfizer als sehr sicher einstufen. Die Wirksamkeit vor Covid-19 soll bei mehr als 90 Prozent liegen. Vergleichswerte des russischen Impfstoffes gibt es nicht. Während die Börse mit einer Achterbahnfahrt reagiert hat, wird vielerorts über den Impfstoff und dessen Funktionsweise diskutiert. Bei BNT162b2 handelt es sich um einen sogenannten „mRNA“-Impfstoff. Diese Impfstoffe beruhen auf einem Erbgutschnipsel und sind vergleichsweise neu – der ZEIT zufolge ist die Forschung noch keine 20 Jahre alt.

So funktioniert der Impfstoff

Die Funktionsweise ist komplex, wir brechen sie darum ein wenig herunter: RNA steht für Ribonukleinsäure, eine sogenannte Nukleinsäure, die genetische Informationen in Proteine umsetzen kann. mRNA ist eine Art Boten-RNA (das „m“ steht für „messenger“), die über die Impfung in den menschlichen Körper gelangt. Hier beginnt dann der Zauber: Die mRNA ist gleichzeitig auch eine Art „Bauplan“ für Proteine, den Körperzellen gewissermaßen auslesen können. Daraus entsteht dann ein Protein, gegen das wiederum Antikörper gebildet werden. Der Körper stellt sich so seine Medikamente selbst her, wenn man so will. Wer geimpft wird, bekommt also den Bauplan für Proteine in den Körper, woraus wiederum Antikörper entstehen, die eben auch Covid-19 bekämpfen – oder gar nicht erst zulassen.

Zulassung dauert noch

Ursprünglich wurde an mRNA-Vakzinen geforscht, um sie beispielsweise als Waffe gegen Krebs einzusetzen. Neben Pfizer beziehungsweise BioNTech forscht vor allem das US-Unternehmen Moderna an derartigen Lösungen. Die klinischen Studien laufen teilweise seit März – und haben nun eben erste, vielversprechende Ergebnisse hervorgebracht. Bis die Zulassungen genehmigt sind, werden aber noch Wochen, wenn nicht Monate, vergehen.

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