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Ausbreitung kartieren

Biobot: Dieses Startup testet Abwasser auf SARS-CoV-2

Ein Startup will Abwasser auf den Coronavirus untersuchen. © Frauke Feind / Pixabay
Ein Startup will Abwasser auf den Coronavirus untersuchen. © Frauke Feind / Pixabay

Auch kuriose Geschichten gibt es in der Coronakrise zuhauf. Der Mangel an Coronavirus-Tests hat ein nun ein Startup namens Biobot dazu veranlasst, die Abwässer der Städte in den USA nach Erkenntnissen über den Ausbruch zu durchsuchen. Mit den Daten will man eine Karte der Ausbreitung beziehungsweise Verbreitung des Virus erstellen.

Biobot, ein Spinout des MIT mit Sitz in Massachusetts, will „die Pandemie durch die Analyse von Daten aus Abwasserproben aus den gesamten USA kartieren“, schreibt TheNextWeb. Neue Forschungsergebnisse würden zeigen, dass SARS-CoV-2 mit dem Kot ausgeschieden wird. Letztlich lande dieser in der Kanalisation, wo er nun untersucht werden soll.

Biobot: Abwassertests geplant

Biobo möchte das Abwasser auf SARS-CoV-2 testen und die Daten dann verwenden, um eine Karte des Virus zu erstellen. Diese Karte soll es den Gemeinden ermöglichen, das Ausmaß des Ausbruchs zu messen – ohne sich auf Patienten-Tests und Krankenhausberichte stützen zu müssen.

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In einem von den Biobot-Mitbegründerinnen Mariana Matus und Newsha Ghaeli verfassten Blog-Beitrag heißt es: „Bei einigen Krankheiten scheiden die Menschen Viren aus, bevor sie Symptome zeigen. Das bedeutet, dass Abwasser ein früher Indikator für die Ausbreitung der Krankheit sein kann, bevor die Menschen anfangen, sich um Hilfe zu bemühen“.

Frühwarnungen möglich?

Die Karte könnte die von den Beamten eingeführten Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit leiten. Außerdem soll sie die Auswirkungen des Ausbruchs auf die örtlichen Krankenhäuser vorhersagen und die Wirksamkeit der Interventionen verfolgen können. Sollte sich herausstellen, dass das Coronavirus einen saisonalen Zyklus hat, „könnte es sogar Frühwarnungen geben, die warnen, wenn ein Ausbruch bevorsteht“.

Kooperation gefordert

Um die notwendigen Daten zu sammeln, will Biobot Probenentnahme-Kits an Abwasseranlagen schickeen. Die schicken die Proben dann an die Labors von Biobot zurück und Biobot-Wissenschaftler testen sie. Die Ergebnisse sollen dann an die teilnehmenden Gemeinden geschickt werden. Die verwenden die Informationen letztlich zur Virus-Bekämpfung. Der erste Aufruf an Regierungen und Abwasseranlagen soll bereits verschickt worden sein.

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