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Bikemap: Wiener Radrouten-App bei der großen Apple-Show

Bikemap für die Apple Watch. © Apple/Bikemap
Bikemap für die Apple Watch. © Apple/Bikemap

Kenner der Wiener Startup-Szene, die sich gerne auch mal stundenlange Präsentationen von Apple live im Netz ansehen, könnte es gestern Abend aufgefallen sein: Das Wiener Startup Bikemap hatte gestern Abend im Rahmen der Entwickler-Konferenz WWDC einen Cameo-Auftritt. Im Rahmen der Neuerungen rund um das kommende Betriebssystem für die Apple Watch (mehr dazu hier) wurde auch kurz die Bikemap-App vorgestellt.

Um in die Lage zu kommen, von Apple vor einem weltweiten Millionenpublikum erwähnt zu werden, ist viel Vorarbeit notwendig – und am Ende weiß niemand sicher, ob es zu der Erwähnung kommen wird oder nicht. Bikemap jedenfalls, das seit nunmehr sechs Jahren Apps für Smartphones (und mittlerweile auch Smartwatches) anbietet, in denen Nutzer mittlerweile mehr als fünf Millionen Radrouten auf der ganzen Welt finden, ist in der Corona-Krise wieder in den Fokus gerückt. Die Nutzungszahlen sind in den letzten Monaten dank Fahrrad-Boom explodiert (Trending Topics berichtete).

„Eine schöne Überraschung!“

„Das war eine Sache von fast zwei Jahren Entwicklungsarbeit“, sagt Bikemap-CEO Matthias Natmessnig über den Cameo-Auftritt bei der WWDC. „Unser iOS-Team und Lead Patrick Wolowicz haben immer die neuesten Apple-Features mit Dark Mode, Apple Watch, etc. frühzeitig unterstützt. Gleichzeitig haben sich unsere Ratings massiv verbessert, dieses Jahr sind regelmäßige App-Store-Features dazugekommen. Wir haben dann aber auch erst gestern gesehen, dass es die Apple Watch App ist, die gezeigt wird, eine schöne Überraschung!“

Das Bikemap-Team in Wien. © Bikemap
Das Bikemap-Team in Wien. © Bikemap

Dass gerade die Apple Watch-App von Bikemap gezeigt wurde, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Denn der Fokus von Bikemap liegt weiterhin bei den Smartphone-Apps. „Smartwatches komplettieren ein gutes Navigationssystem erfahrungsgemäß, und können für einzelne Use Cases (z.B. Tracking) das smartere Interface sein. Wer die volle Navi Experience haben möchte, verwendet aber lieber das Smartphone“, sagte Natmessnig kürzlich im Interview mit Trending Topics.

Apple Maps bekommt Fahrrad-Navigation

Die weltweite Aufmerksamkeit von Apple-Fans und Entwicklern war Bikemap damit – zumindest für einige Sekunden – sicher. Dass Apple aber nicht nur Freund, sondern auch Feind sein kann, merkte man bei Bikemap auch gleich wenige Minuten nach der Erwähnung. Denn da kündigte Apple an, bei seinem Kartendienst künftig auch Fahrradrouten anzubieten. Also auch Konkurrenz für Bikemap?

„Wir sehen das als sehr große Bestätigung, dass das Fahrradsegment ein absolutes Wachstumsfeld ist in Zukunft. Apple Maps für Fahrrad gibt’s ab Herbst ja nur in ein paar Städten, und naturgemäß dauert eine wirkliche Internationalisierung nochmal deutlich länger“, so Natmessnig. „Dabei kann Bikemap ein starker Partner sein, wir haben in über 100 Ländern wertvolle Routendaten.“

Es gibt auch andere österreichische Startups, die bereits im Rampenlicht einer Apple-Präsentation standen. So wurde etwa das Linzer Musik-Startup Fretello bereits mit Stagetime von Apple bedacht, genauso wie iTranslate aus Linz (Trending Topics berichtete).

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