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Bier-in-Aktion.at: Steirer sammelt für Schnäppchenjäger die besten Angebote aus Flugblättern

Zuerst tragen, dann trinken. © Leonardo Franko/Fotolia
Zuerst tragen, dann trinken. © Leonardo Franko/Fotolia

Die Idee, Sonderangebote aus Flugblättern, die täglich in unseren Postkasterln landen, zu digitalisieren, ist an sich keine neue. Manuel Penaloza will da aber jetzt eine vielversprechende Nische ausfindig gemacht haben. Auf seiner Webseite www.bier-in-aktion.at können Nutzer seit Kurzem das finden, was der Name verspricht: Günstige Supermarktangebote für den begehrten Gerstensaft. Ob Wieselburger, Ottakringer, Hirter oder Zwettler, Penalozas Webseite hält regelmäßig Informationen parat, wo es gerade Flaschen, Dosen oder ganze Kisten besonders billig zu kaufen gibt. Die Idee kommt bei heimischen Facebook-Nutzern offenbar gut an – etwa 4.500 Likes hat die Facebook-Seite bis dato gesammelt. Sie werden dort nicht nur über Sonderangebote informiert, sondern bekommen auch die allseits beliebten Witzbilder und Sprüche in den News Feed geliefert.

Nach 2015 sieht die Webseite von Penaloza nicht unbedingt aus. Muss sie aber auch nicht, solange die Besucher schnell und einfach ihre bevorzugte Biermarke zum besten Preis finden können. Die Methode, mit der Penaloza die Sonderangebote zusammensucht, hat ebenfalls wenig mit Hightech und Algorithmen zu tun, sondern mehr mit seinem Postkasten. „Ich sammle Prospekte aus dem Postwurf und gebe die Informationen daraus ein“, sagt Penaloza. „Anfangs hatte ich probiert, das über Crawling anderer Online-Quellen zu lösen. Ich habe mit der Zeit aber gemerkt, dass die Vollständigkeit der Daten dann oft nicht gegeben war, und das Letzte, was ich wollte, war Unvollständigkeit.“

„Ungebremste Dynamik“ bei Sonderangeboten

Wirklich zeitaufwändig ist die Dateneingabe nicht – pro Woche braucht Penaloza etwa eineinhalb Stunden, um seine Nutzer mit Informationen über Bier-Schnäppchen zu versorgen. „Ich komme vom Land und weiß, welch ungebremste Dynamik im Ort entsteht, wenn die Kiste Gösser Märzen um  12,40 statt  18,80 Euro über den Ladentisch geht. Da werden Auto-Anhänger reaktiviert und Verwandte mitgenommen, um die Mindestabgabenmenge pro Person zu umgehen“, so Penaloza. Wichtiger Faktor für die Preissensibilität bei Bier sei seine Lagerfähigkeit. „Bier hält zwar nicht ewig, verglichen zu anderen Aktions-intensiven Supermarktprodukten wie ein Erdbeerjoghurt oder Beinschinken aber eine gefühlte Ewigkeit.“

Wie Penaloza mit www.bier-in-aktion.at selbst Geld verdienen will, ist noch ungewiss. „Mir schweben zwei Möglichkeiten vor, die ich aber in den nächsten Monaten aber noch intensiver testen möchte, daher möchte ich noch nicht drauf eingehen”, so Penaloza. „Das Portal macht Spaß, funktioniert gut und blickt auf ein materielles Investment von bis dato ca. 300 Euro zurück. Der Druck, ein Business-Modell ausrollen zu müssen um Break-Even zu erreichen, ist noch entsprechend gering.“

Viel Konkurrenz am Schnäppchen-Markt

Weil er die Webseite selbst programmiert hat, würde das meiste Geld in Facebook-Werbung fließen, um die Community aufzubauen. Pro Tag würden die Kampagnen-Budgets für Facebook Ads aber im einstelligen Bereich (sic!) liegen, so Penaloza. Die Stoßrichtung seiner Seite ist strategisch interessant: Anstatt ein Vollangebot wie andere Portale zu bieten, fokussiert Penaloza auf eine ganz bestimmte Zielgruppe. Dementsprechend ist die Webseite auch nicht nach Händlern oder Regionen strukturiert, sondern nach dem, was dem Biertrinker am nächsten ist: den Biermarken.

Dass es einen Markt für Schnäppchen-Portale in Österreich gibt, zeigt eine aktuelle Studie von MindTake. Zahlreiche heimische Internetnutzer schauen regelmäßig bei Portalen wie wogibtswas.at, Marktguru, Aktionsfinder.at, meinKauf oder schnapp.at vorbei, um dort nach Sonderangeboten in Supermärkten zu stöbern. Bier lässt sich dort übrigens ebenfalls sehr einfach finden.

© MindTake
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