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Berlin überholt London als Europas attraktivste Startup-Metropole

Berlin: Attraktiver als London © Stefa / Unsplashn Widua
Berlin: Attraktiver als London © Stefa / Unsplashn Widua

Für Unternehmensgründer war im Jahr 2020 Berlin zum ersten Mal seit 2016 der attraktivste Standort in Europa. Das besagen die Zahlen der jährlichen Erhebung Startup Heatmap Europe. Damit hat die deutsche Hauptstadt dem bislang ungeschlagenen Champion London im Jahr des Brexit den Rang abgelaufen. 39 Prozent der Startup-Chefs sehen Berlin als vielversprechenden Ort für die Gründung, während der Wert bei der britischen Metropole „nur“ noch bei 36 Prozent liegt.

Brexit frustriert Gründer

An der Umfrage haben 1.295 Unternehmensgründer in Europa teilgenommen. Davon stammen 27 Prozent nicht aus einem europäischen Land. Die Zustimmung gegenüber Berlin hat im Jahr 2021 im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent zugenommen, während London ein Minus von einem Prozent erlitten hat. Startup Heatmap zufolge war der mit Ende 2020 komplett vollzogene Brexit ein großer Störfaktor für London als Standort. Viele Startup-Gründer, die vor dem EU-Ausstieg ihre Zelte dort aufgeschlagen haben, sind jetzt frustriert. Mehr als 60 Prozent dieser Unternehmenschefs hätten Großbritannien im Nachhinein lieber gemieden.

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Auf dem europäischen Festland ist nicht nur Berlin bei Startups angesagt. Insgesamt sechs „Unicorn-Ökosysteme“ haben sich im Jahr 2020 gefunden, womit sich die Anzahl seit 2014 verdreifacht hat. Unicorn-Ökosysteme sind Standorte, an denen Startups in einem Jahr insgesamt eine Milliarde Euro an Investitionen einsammeln. „Die Macht von Netzwerken und Communitys darf man nicht unterschätzen. Wir haben mit der Zeit die Entwicklung von aufregenden Startup-Standorten wie München oder Stockholm gesehen. Dabei hat sich gezeigt, dass es Jahre dauert, ein Unicorn-Ökosystem zu entwickeln“, erklärt Thomas Kösters, Präsident von Startup Heatmap.

Corona verstärkt Ungleichheit

Die Corona-Krise wirkt sich in ganz Europa negativ auf die Startup-Szene aus. Das betrifft vor allem weibliche Entrepeneure, die im Jahr 2020 nur einen Anteil von acht Prozent an Finanzierungen erreicht haben. Damit liegt der Unterschied zu den männlichen Gründern bei etwa drei Milliarden Euro. Auch haben 58 Prozent der Startup-Communitys im Corona-Jahr Mitglieder verloren. Außerdem ist die Rate der internationalen Expansionen von Jungunternehmen das erste Mal seit 2016 unter 50 Prozent gefallen.

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