Gastbeitrag

Beaconinside: „Die kleinen Bluetooth-Funksender sind mehr als nur ein Werbe- und Servicetool“

In Shops versteckte Blutooth-Funksender schicken Angebote aufs Smartphone. © Fotolia/vladimirs
In Shops versteckte Blutooth-Funksender schicken Angebote aufs Smartphone. © Fotolia/vladimirs

Weihnachten steht vor der Tür und das Weihnachtsgeschäft lässt die Kassen klingeln. Immer häufiger kommen aber Stimmen auf, dass dem stationären Handel endgültig und nicht nur alle Jahre wieder nach Weihnachten die Lichter ausgehen werden. Preisdrückende Online-Angebote und sinkende Kundenloyalität machen dem Handel zu schaffen. Es gilt sich auf seine Stärken zu besinnen und sich neben Angeboten auch mit kundenfreundlichen Serviceangeboten zu präsentieren.

Neuerdings können die Händler hierbei auf sogenannte Beacons zurückgreifen. Beacons sind eigentlich nichts weiter als kleine Bluetooth-Funksender, die aber vor allem innerhalb von Gebäuden eine wichtige Rolle einnehmen und eine genaue Lokalisierung des Kunden ermöglichen. Ist der Kunde lokalisiert, kann sich der Händler diese Information zu Nutzen machen und standortrelevante Inhalte zur Verfügung stellen.

Mehrwehrt für Händler und Kunden zugleich

Die Bluetooth-Funksender können tagesaktuelle Angebote in Form von Coupons bereitstellen, aber auch Angebote mit Servicecharakter – von Produktinformationen hin zu Hinweisen auf Service- und Beratungsleistungen. Mehrwert und Relevanz für den Kunden sind die dabei wichtigsten Faktoren, wenn sich Händler und Vermarkter für den Einsatz von Beacons entscheiden. Allerdings sollten sie dabei kritisch fragen, ob Benachrichtigungen mit dem Inhalt „Hallo! Schön, dass Du bei uns bist.“ ihre Markenbotschaft wirklich authentisch rüberbringen und hilfreich für Kunden sind.

Beim ersten Besuch noch als schöne Geste verstanden, kann dies beim zweiten und dritten Mal dann auch schnell ins Gegenteil verfallen und den Kunden zur Deaktivierung von Bluetooth und sogar zur Deinstallation der App bewegen. Stattdessen können Beacons optimal für Ruhe sorgen: McDonald’s etwa stattete zahlreiche McCafés mit Beacons aus und richtete mit ihnen digitale Lesezonen ein. Der Gast betritt die Beacon-Zone und hat für die Dauer des Aufenthalts die Möglichkeit, neben dem Kaffeegenuss auch kostenlos im Lieblingsmagazin zu blättern. Nicht nur ein deutlicher Mehrwert für den Gast: Der längere Besuch hat zusätzlich auch zu mehr Umsatz verholfen.

Mehr als nur ein Werbe- und Servicetool

Für Vermarkter sind neben dem unmittelbaren Kundenkontakt auch Einblicke in das Besuch- und Konsumverhalten interessant. So kann nicht nur analysiert werden, in welchen Zonen sich Kunden wie lange aufgehalten und mit Produkten beschäftigt haben. Wann wurde dem Nutzer z.B. ein Werbebanner auf dem Smartphone angezeigt, wann hat er dieses angeklickt und wann hat ihn die angezeigte Werbung auch tatsächlich zum Filialbesuch verführt? Das türkische Handelsunternehmen e-bebek hat genau das umgesetzt: Kunden wird in der e-bebek-App eine Anzeige für z.B. Kinderwagen angezeigt. Mit Hilfe der Beacon-Software ermitteln Vermarkter, ob der Kunde daraufhin eine Filiale in seiner Umgebung besucht.

Die Beacon-Software liefert e-bebek die Information, wann der Nutzer tatsächlich in der Filiale war und ob und wie lange er sich auch im Bereich der Kinderwagen aufgehalten hat. Wird der Nutzer aber regelmäßig immer nur im Bereich der Spielwaren vermerkt, werden zukünftig mobile Werbebanner auch danach ausgewählt und ausgeliefert. Die Nutzerdaten sind in beiden Fällen immer anonymisiert, d.h. es werden grundsätzlich keine personenbezogenen Daten gespeichert.

Noch ist der Markt undurchsichtig

Zwar sind immer mehr Händler und vor allem Vermarkter vom Einsatz der Beacons überzeugt, den meisten fehlt es aber noch an Transparenz am Markt. Letztlich entscheiden sich Händler auch nicht nur für eine Software-Lösung, sondern für eine Investition in die Funksender und in deren Installation und Wartung. Welche Hardware ist die richtige und wie wartungsintensiv sind die kleinen Sender? Um hier wichtige Entscheidungshilfen zu liefern und Vertrauen beim Kunden zu schaffen, ist neben einer langen Batterielaufzeit auch die Softwareleistung entscheidend.

Händler sollten sich gleich zu Beginn die Frage stellen, ob der Zugang zur Beacon-Infrastruktur zukünftig auch anderen Unternehmen ermöglicht werden soll. Setzen sie hier auf Anbieter mit diversen Sicherheitsmechanismen, so entscheiden sie jederzeit selbst, wem sie den Zugriff und die Nutzung erlauben möchten. Damit fürchten Händler auch keinen ungenehmigten Missbrauch.

Wie Beacons bereits weltweit den Alltag erleichtern

Skepsis hin oder her, die kleinen Funksender kommen bereits weltweit zum Einsatz – allein RELOAD, ein französischer Parfümhersteller, hat in über 1.300 Parfümerien in 27 Ländern und verteilt auf drei Kontinenten gerade Beacons installiert. RELOAD informiert über Produktneuheiten und aktuelle Angebote und nutzt diese Infrastruktur, um direkt in den Dialog mit dem Kunden treten zu können. Doch auch in den verschiedensten Handelsbereichen finden sich mittlerweile Beacons, denn den Anwendungsbereichen sind dabei nahezu keine Grenzen gesetzt.

Ob Museen, Flughäfen, Stadien, oder der öffentliche Nahverkehr, sie alle haben Beacons für sich entdeckt, um Kunden, Besuchern und Gästen Informationen und Mehrwerte auf ihr Smartphone zu senden: Im Museum informiert der Beacon über Künstler und Hintergründe eines Kunstwerks, der Reisende erhält beim Betreten des Flughafens die aktuelle Wartezeit bei der Sicherheitskontrolle angezeigt, der Stadionbesucher freut sich bereits auf dem Weg zum Stehplatz über ein tolles Angebot für einen Sitzplatz nah am Spielfeld und ein sehbehinderter Mitbürger bekommt Dank eines installierten Beacons im Bus einen Audio-Hinweis über die Buslinie  und die nächste Station.

Die aufgezählten Möglichkeiten sind nur eine Handvoll Beispiele, mit denen Händler und Vermarkter Beacons für sich und ihre Kunden nutzen können. Jedoch hat die Technologie nach wie vor einen kleinen Haken. Die benötigten „Bluetooth Low Energy“-Chips sind zwar mittlerweile in nahezu jedem Smartphone integriert und stellen daher keine Einschränkung mehr dar. Allerdings muss für die Erkennung eines Beacons der Nutzer Bluetooth aktiviert und auch die dazugehörige App installiert haben. Sei es die App des eigenen Unternehmens oder eine reichweitenstarke App eines Drittanbieters. Die Erfahrung der letzten zwei Jahre zeigt aber bereits, dass immer mehr Nutzer Bluetooth dauerhaft aktiviert haben. Eine positive Entwicklung, zu der sicherlich auch die gesteigerte Nutzung von Freisprecheinrichtungen, Sportarmbändern und Smart Watches geführt hat – und langfristig die Vorteile der Beacons führen werden.

Michael A. Kappler ist Mitgründer und Geschäftsführer von Beaconinside. Gemeinsam mit Cornelius Rabsch hat er das Unternehmen im März 2014 gegründet und bereits nach kurzer Zeit mit Kunden in mehr als 50 Ländern zu einem der weltweit führenden Anbietern von Beacon-Technologie für Handel, Industrie und Dienstleistungsunternehmen aufgebaut. Schon vor Beaconinside gründete Kappler Unternehmen, unter anderem eines für Hardware mit einem patentierten Gerät für die Wohnungswirtschaft und das Webunternehmen DeutschlandCoupon.de, das 2010 von KaufDA/Bonial Group übernommen wurde.

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