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B&C Privatstiftung: Neuer institutioneller Investor steckt Millionensumme in Wiener Start-up Flightkeys

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Raimund Zopp ist Geschäftsführer von Flightkeys. © Flightkeys
Raimund Zopp ist Geschäftsführer von Flightkeys. © Flightkeys

Wie viel man pro Jahr genau für österreichische Start-ups locker machen will, wollte man bei der Pressekonferenz zum Start des neuen institutionellen Investors B&C Innovations Investments GmbH (BCII), eine Tochter der B&C Privatstiftung, nicht verraten. Doch es dürften einige Millionen jährlich sein. Im Rahmen einer Pressekonferenz gab Thomas Zimpfer, Geschäftsführer der BCII, jedenfalls bekannt, einen siebenstelligen Betrag in die 2015 gegründete Wiener Jungfirma Flightkeys (gemeinsam mit Co-Investor Hannes Bardach, Eigentümer der unter anderem auf Luftfahrt spezialisierten Frequentis AG) gesteckt zu haben.

„Wir fokussieren auf Start-ups mit einer starken Technologiebasis, die eine Bedeutung für die Industrie haben“, sagt Zimpfer. „Start-ups sind ein Innovationstreiber für die österreichische Wirtschaft, den etablierte Unternehmen brauchen, um fortbestehen zu können. Start-ups sind deswegen ein logischer Ansprechpartner für die Old Economy.“ In Folge wolle man pro Jahr mit rund fünf Jungfirmen kooperieren.

Eine Chance auf ein BCII-Investment haben Gründer, die ein erfolgsversprechendes Geschäftsmodell rund um eine starke, für etablierte, produzierende Industrien relevante Technologie haben (z.B. IoT, Industrie 4.0) und auf der Suche nach Kapital in der Größenordnung zwischen 300.000 und drei Millionen Euro sind. Im Rahmen einer Kapitalerhöhung nimmt die BCII etwa 18 Prozent der Firmenanteile. Pro Jahr will man fünf Beteiligungen machen. Wer sich an die BCII wenden will, muss das über die Webseite machen und einen ersten Quick-Check absolvieren.

Flightkeys will Flugkosten optimieren

Flightkeys aus Wien, das die erwähnte Millionensumme bekommen hat, hat 22 Prozent an die neuen Geldgeber abgegeben. Das 2015 von Luftfahrt-Spezialisten (sie haben u.a. 1987 ein noch laufendes Software-System bei den Austrian Airlines eingeführt) gegründete Start-up ist auf Software spezialisiert, die kostenoptimierte Flugstrecken (Flugverkehrsregeln, Treibstoffverbrauch, Wetter, Verspätungen, etc.) berechnet. Bedeutet in der Praxis etwa: Die Datenanalyse sagt dem Autopiloten des Flugzeugs, wie schnell es optimalerweise fliegen soll, und berücksichtigt dabei etwa entstehende Kosten bei Verspätungen oder den Treibstoffverbrauch.

Das System von Flightkeys soll 2018 in den Vollbetrieb gehen, große US-Fluglinien hätten Interesse gezeigt. Das große Ziel, so Mitgründer Raimund Zopp, sei, Weltmarktführer in dem Bereich zu werden. Ein Fünf-Jahresvertrag könne für eine Fluglinie mehrere Millionen Euro kosten. Sie sollen damit Einsparungen im Bereich von einem Prozent der Betriebskosten schaffen können (v.a. bei den Treibstoffkosten). Bei einem verspäteten Transatlantikflug etwa könne man mehrere tausend Euro sparen, so Zopp.

B&C als Brücke zur „Old Economy“

Die BCII will sich von Fonds wie jenem von Speedinvest (die Privatstiftung hat hier investiert) oder Business Angels unterscheiden. „Das sind Investoren auf Zeit, während wir nicht auf schnelle Exits aus sind“, so Zimpfer. Man sei bereit, mehrere Runden zu zeichnen. Außerdem würde es nur wenige Investoren in Österreich geben, die mehr als 800.000 Euro einzahlen können; deswegen müssten viele Gründer Geldgeber im Ausland finden. Die BCII hingegen wäre bereit, auch größere Runden zu machen. Wichtig sei, dass Start-ups an alte Industrien andocken können, zu denen die Privatstiftung einen guten Draht hat.

Die B&C Privatstiftung wurde im Jahr 2000 von der Bank Austria und der Creditanstalt errichtet. Hauptzweck der B&C Privatstiftung ist die Förderung des österreichischen Unternehmertums, d.h. die Unternehmenszentralen müssen in Österreich liegen und Forschung und Entwicklung müssen im Land stattfinden. Die B&C Privatstiftung hält Mehrheitsbeteiligungen an der AMAG, an Semperit und an Lenzing. Diese Kernbeteiligungen sorgen für etwa 15.000 Arbeitsplätze in Österreich. Von 2012 bis 2015 wurden von diesen Kernbeteiligungen in Österreich 838,4 Millionen Euro investiert (zusammen mit Auslandsinvestitionen 1,4 Mrd. Euro).

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