Channel

Mobility

Elektroauto

Battery Day: Günstigere Akkus sollen den 25.000-Dollar-Tesla möglich machen

Tesla-Chef Elon Musk am Battery Day. © Tesla
Tesla-Chef Elon Musk am Battery Day. © Tesla

Im Vorfeld sind die Erwartungen derart in die Höhe geschossen, dass der sonst nicht unbedingt bescheidene Elon Musk Vorfreude der Fans ein wenig zügeln musste. „Was wir ankündigen, wird erst im Jahr 2022 eine ernsthafte Großserienproduktion erreichen“, twitterte der Tesla-Chef im Vorfeld des heiß erwarteten Annual Shareholder Meeting & Battery Day. Zuvor war die Aktie nach einem Durchsacker wieder Richtung Rekordhoch geklettert.

Anyway. Was hat Tesla nun am Battery Day präsentiert? „Unsere wirklich wichtige Kennzahl ist, um wie viele Jahre wir den Übergang zu nachhaltiger Energie beschleunigen“, sagt Elon Musk vor seinem Publikum, das diesmal nicht auf Sesseln, sondern in Tesla-Autos auf einem riesigen Parkplatz vor seiner Bühne sitzt. Seine Fans unten hupen anerkennend, während Musk sie durch die bisherigen Erfolge (Wachstum im Corona-Jahr, vier Quartalsgewinne hintereinander, neue Fabriken in Shanghai, Berlin und Austin) und die News zu neuen Batterien führt.

Das Publikum am Batery Day. © Tesla
Das Publikum am Battery Day. © Tesla

Zauberformel 4680

„Heute reden wir noch von Gigawatt, künftig werden wir von Terawatt sprechen“, sagt Musk. Wen man auf 100 Prozent erneuerbare Energie umsteige, würde man 1.600 Mal mehr Batterien als heute verfügbar sind brauchen, um die Energie zu speichern. „Heutige Batteriefabriken schaffen das nicht“, so Musk. Und: Die Batteriezellen heute seien noch zu teuer, um wirklich leistbare Autos zu produzieren. Angestrebt wird ein Preis von etwa 50 Dollar pro Kilowattstunde – derzeit gilt noch alles, was unter 100 Dollar kommt, als sehr gut.

Elons Plan also ist nun, die Kosten pro Kilowatt zu halbieren. Die Zauberzahl dazu lautet 4680. 46 Millimeter im Durchmesser, 80 Millimeter hoch, das sind die Maße der neuen Batteriezellen, die in drei Jahren 56 Prozent günstiger pro Kilowattstunde sein und 54 Prozent mehr Reichweite bieten sollen. Bisher sind Lithium-Ionen-Batterien für Elektroautos in den Größen 18650 und 21700 gängig. Und dann, so die große Botschaft, wäre es endlich möglich, ein nur mehr 25.000 Dollar teures Elektroauto auf den Markt bringen zu können.

Dass diese neue Batterie, die Musk einfach mal „Tesla 4680“ tauft, solch tolle Leistungsdaten bietet, ist nicht nur ihr alleiniger Verdienst. Um die Vergünstigung zu schaffen, hat Tesla alles rund um die Produktion der Zellen optimiert – vom Silizium über das Nickel bis hin zu den Maschinen, die die Zellen herstellen. Und das soll Gold wert sein.

Vorsprung durch Fabriken

„Jede andere Firma wird Elektroautos mit großer Reichweite haben und jede andere Firma wird autonomes Fahren anbieten, aber nicht jede andere Firma wird High-Performance-Fabriken haben wie wir“, sagt Musk. Durch stetige Verbesserungen werde es möglich sein, dass eine Fabrik könne auf einer Fläche, auf der heute 150 Gigawatt produziert werden, in Zukunft ein Terawatt Batterien produzieren werden können.

Und dieser Produktionsprozess soll Tesla eine massiven Vorsprung vor der Konkurrenz geben. Er bedeutet 69 Prozent weniger Investment für die Produktion pro Gigawattstunde, rechnet Musk vor. 2030 will Tesla selbst 3 Terrawattstunden Batterien produzieren. „Wir werden weiter bei LG, CATL und Panasonic bestellen, aber nur so können wir viel mehr Autos produzieren“, sagt Musk. Zwar hätte man mehr als eine Million Elektroautos verkauft, aber das sei weiter nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Es gebe zwei Milliarden Fahrzeuge mit Verbrennermotoren weltweit, und für diese brauche man eine Unmenge an Akkus.

Tesla wird zum Lithium-Produzenten

Tesla will aber nicht nur selbst Batterien herstellen, sondern geht auch noch unter die Rohstoffproduzenten. „In Nevada gibt es genug Lithium, um die gesamte US-Autoflotte mit etwa 300 Millionen Fahrzeugen zu elektrifizieren“, sagt Musk. In dem US-Bundesstaat wolle man selbst Lithium fördern. Das Unternehmen will auch die Produktion der Kathoden für die Batterien in die USA holen, ganz nach dem Motto: Strategisch wichtige Rohstoffe und Bauteile müssen auf eigenem Boden produziert werden.

Die Rohstoffe sollen aber nicht nur neu abgebaut werden, sondern auch im Kreislauf verwendet werden. Musk: „Heute werden die Batterien von Drittfirmen recycelt, aber künftig wollen wir das in den selben Fabriken tun in denen sie hergestellt werden.“ Ganz Öko eben. Und die Fans hupen.

Hier kann man sich die ganze Show noch einmal ansehen:

Springe zu:

Ganzen Artikel lesen
Corona-Krise