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2 autonome Elektrobusse gehen in Wien in den Testbetrieb. Und man kann gratis damit fahren.

© KFV/APA-Fotoservice/Tesarek
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10 Fahrgäste und ein so genannter Operator passen hinein, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 20 km/h, und der Akku reicht für bis zu 9 Stunden: In Wien – genauer gesagt der Seestadt Aspern – ist heute der Testbetrieb von zwei autonomen E-Bussen mit Fahrgästen aufgenommen worden. Wer sich einen Eindruck von der neuen Form urbaner Mobilität machen will, kann das auf der Strecke mit zehn Haltestellen auf zwei Kilometern jetzt tun – die Fahrt ist dabei sogar gratis.

Operator muss eingreifen können

Die Busse fahren zwar auf einer programmierten Strecke autonomen, doch zu jederzeit muss ein Operator – also ein eigens ausgebilderter Mitarbeiter der Wiener Linien – mit an Bord sein. „Bei jeder Fahrt wird aufgrund der gesetzlichen Vorgaben und technischer Notwendigkeit ein geschulter Operator mit an Bord sein“, heißt es. Fünf Wiener-Linien-Mitarbeiter wurden zu Operatoren ausgebildet – sie greifen etwa dann ein, wenn unvorhergesehene Hindernisse (z.B. falsch geparkte Autos) im Weg stehen.

Ein echter Fahrbetrieb ist noch nicht möglich. „Einen wie bisher klassischen Fahrplan wird es für die autonomen Busse nicht geben. Die Wiener Linien bemühen sich, die zwei Busse immer werktags in den Vormittags- und Mittagsstunden in einen regelmäßigen Fahrrhythmus zu bringen“ heißt es. Wo die Busse gerade sind, soll man hier abrufen können.

1,5 Millionen Euro hat das Projekt gekostet, das die Wiener Linien haben gemeinsam mit den Projektpartnern (Austrian Institute of Technology, Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV), TÜV Austria, Siemens Mobility und Bushersteller Navya) umgesetzt hat. Nun will man sehen, wie die Busse bei Fahrgästen ankommen. Laut Bürgermeister Ludwig (SPÖ) sei eine „spektakuläre Möglichkeit der neuen Fahrgastbeförderung“ auf die Straße gebracht worden.

LIDAR-Aufzeichnungen der Strecke

Damit die E-Busse selbstständig fahren können, mussten zuvor mit einem eigenen Fahrzeug Abstandsmessungen mittels 3D-LIDAR-Aufzeichnungen gemacht werden, um den exakten Streckenverlauf oder markante Stellen wie Haltestellen-Stangen, Häuserecken oder Gehsteigkanten zu erfassen. „Nicht im System erfasste Hindernisse, egal ob bewegliche wie FalschparkerInnen oder unbewegliche wie Baustellengerüste, erkennen die Busse stets als nicht umfahrbares Hindernis“, heißt es. Dann muss der Operator eingreifen.

Auch in der Schweiz werden ähnliche autonome Busse schon länger getestet. Trending Topics hat darüber bereits eine Video-Doku gedreht:

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