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Automatisierung soll Millionen neuer Jobs schaffen. Moment? NEUE JOBS?

R2D2, der Lieblingsroboter vieler Star-Wars-Fans. © Photo by LJ from Pexels
R2D2, der Lieblingsroboter vieler Star-Wars-Fans. © Photo by LJ from Pexels

Eigentlich geht die Story ja so: Durch Automatisierung und AI können Maschinen jetzt und künftig die Arbeit erledigen, die vorher Menschen gemacht haben. Deswegen rechnet etwa die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) damit, dass etwa die Hälfte aller Arbeitsplätze der Mitgliedsstaaten ganz oder teilweise durch Maschinen oder Algorithmen bedroht sind.

2,4 Millionen neue Jobs in drei Jahren

Die andere Seite der Story ist (so erzählt sie jetzt zumindest eine neue Studie): Automatisierung und AI würden viel mehr für neue Jobs sorgen. Der Unternehmensberater Deloitte hat dieses Jahr die Chefs von mehr als 500 internationalen Unternehmen zu dem Thema befragt und kommt zu dem Schluss: „In den nächsten drei Jahren erwarten die Führungskräfte, dass die Automatisierung ihre Mitarbeiterkapazität um 27 Prozent erhöht: Das entspricht 2,4 Millionen zusätzlichen Vollzeitbeschäftigten (FTE) in den Belegschaften der 523 Organisationen, die an unserer Umfrage teilgenommen haben“, heißt es im neu erschienenen Global Intelligent Automation Report von Deloitte.

Aktuell berücksichtigen rund 36 Prozent der Unternehmen Künstliche Intelligenz in ihrer Unternehmensstrategie, allerdings trägt Automatisierung nur bei 11 Prozent bereits messbar zum wirtschaftlichen Erfolg bei. Die Erwartungshaltung an Algorithmen und intelligente Maschinen sind jedenfalls groß. „Immer mehr Unternehmen erkennen die Chancen, die sich ihnen durch den Einsatz von intelligenten Automatisierungstechnologien eröffnen. Die meisten erwarten sich vor allem eine Kostenreduktion sowie erhöhte Produktivität und Qualität in den Geschäftsabläufen“, sagt Werner Kolarik, Partner bei Deloitte Digital Österreich.

Essenziell: Weiterbildung der Mitarbeiter

Dass Automatisierung und AI nicht nur für einen Abbau von Arbeitsplätzen sorgt, zu diesem Schluss kommen übrigens auch andere Studie. Eine Analyse von Gartner etwa besagt, dass bis 2020 rund 2,3 Millionen neue Arbeitsplätze dazukommen, während „nur“ 1,8 Millionen wegfallen. Das World Economic Forum rechnet überhaupt damit, dass bis 2022 weltweit 75 Millionen Arbeitsplätze
durch eine Verschiebung der Arbeitsteilung zwischen Mensch und Maschine wegfallen, während für 133 Millionen Menschen neue Arbeitsrollen entstehen. Treffen die Vorhersagen ein, dann würden unterm Strich mehr Jobs entstehen als verloren gehen. Wie immer gilt: Ob Voraussagen und Analysen so eintreffen oder nicht, muss man sowieso immer abwarten.

Essenziell für diese Umschichtung ist dabei aber die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter. „Die erfolgreiche Implementierung von Automatisierungsprozessen setzt eine entsprechende Schulung der Belegschaft voraus. Fast zwei Drittel der Unternehmen haben sich aber noch nicht einmal Gedanken gemacht, welche Teile ihrer Belegschaft aufgrund der Automatisierung umgeschult werden müssen“, sagt Kolarik von Deloitte. „Im nächsten Jahr wird intelligente Automatisierung weltweit breitere Anwendung finden. Wenn Unternehmen mithalten wollen, müssen sie sich jetzt intensiv mit dem Thema befassen und vor allem ihre Mitarbeiter viel stärker einbinden.“

Eine größere Frage

Roboter, Automatisierung, AI hin oder her – eine größere Frage ist die Rezession der deutschen Industrie, die derzeit in Österreichs großem Nachbarland intensiv von Wirtschaft und Politik behandelt wird. Als Wachstumsmotor Europas wird Deutschland damit zum Sorgenkind. Wie sich diese Entwicklung auf Jobs auswirkt, bleibt abzuwarten.

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