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Smartphone am Steuer

Australien: In New South Wales straft nun eine KI Autofahrer

Wer während der Fahrt telefoniert, wird in Australien von einer KI gestraft. © Alexandre Boucher on Unsplash
Wer während der Fahrt telefoniert, wird in Australien von einer KI gestraft. © Alexandre Boucher on Unsplash

Australien sagt Smartphones am Steuer den Kampf an: Im Bundesstaat New South Wales überwacht schon seit geraumer Zeit eine KI Autofahrer. Erkennt sie, dass Fahrer ein Smartphone verwenden, folgt nun die Strafe in Form eines Bußgeldes und „Punkten“ im Register. Die KI hatte das letzte halbe Jahr Zeit, sich einzuarbeiten.

An sich sei das System nämlich bereits länger aktiv, schreibt BBC. Die künstliche Intelligenz kontrolliert demnach bereits seit einem halben Jahr die Straßen von New South Wales. Wer bislang erwischt wurde, bekam lediglich eine Verwarnung. Seit dem 1. Dezember des Vorjahres sind die KI-Kameras im gesamten Bundesstaat im Einsatz, davor nur in ausgewählten Testgebieten.

Hohe Strafen für Smartphone-Nutzung am Steuer

Bei einer Erprobung des Tools in der ersten Hälfte des Jahres 2019 wurden bereits 100.000 Fahrer, die ein Mobiltelefon illegal während der Fahrt nutzten, erfolgreich entdeckt. Verkehrsminister Andrew Constance zeigt sich mit dem Probelauf zufrieden: „Einige Leute haben die Nachricht von der legalen und sicheren Nutzung ihrer Telefone offensichtlich nicht erhalten“, erklärt der Minister. Strafe müsse darum sein: „Wenn sie glauben, dass sie weiterhin ihre eigene Sicherheit, die ihrer Fahrgäste und die der Gemeinschaft ohne Konsequenzen gefährden können, dann droht ihnen demnächst ein kleiner Schock“ – in Form eine Strafe, sei angemerkt.

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System wird ausgebaut

Die Zahl der Strafen dürfte sich nun häufen. Alleine während der Testphase erfassten die Kameras neun Millionen Autos und die Behörde verschickte satte 33.000 Verwarnungen. Seit dem 1. März gibt es keine gelbe Karte mehr, ab sofort wird direkt gestraft. Wer von der KI entdeckt wird, muss tief in die Tasche greifen: Rund 200 Euro kostet es, wenn man während der Fahrt zum Smartphone greift. Wer das in der Nähe von Schulen macht, zahlt sogar 270 Euro. Außerdem gibt es „Strafpunkte“. Wer dreizehn Punkte angesammelt hat, gibt den Führerschein drei Monate ab. Laut der zuständigen Behörde in News South Wales will man das System bis 2023 auf 45 Kameras mit AI erweitern.

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Erst die KI, dann der Mensch

Das System verwendet hochauflösende Kameras und nimmt bei allen Wetterbedingungen Fotos vom Fahrzeug-Innenraum, also dem Fahrer und etwaigen Beifahrern, auf.
Danach arbeitet die KI und anschließend ein Mensch: „Bilder, von denen das automatisierte System annimmt, dass sie einen Fahrer enthalten, der illegal ein Mobiltelefon benutzt, werden von autorisiertem Personal überprüft“, heißt es von den Behörden. Bis 2023 will New South Wales auf diese Weise 135 Millionen Fahrzeuge kontrollieren. Ob das System auch bald in ganz Australien läuft, ist noch nicht bekannt.

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