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EY-Studie

Auslandsinvestitionen in Österreich 2020 entgegen europäischem Trend höher

© klimkin / Pixabay
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Die Corona-Zeit hatte im Jahr 2020 schwere Auswirkungen auf Auslandsinvestitionen in Europa. Laut der neuen EY Attractiveness Survey gab es europaweit insgesamt 5.578 Investitionsprojekte ausländischer Investoren, was um 13 Prozent weniger war als im Vorjahr. Einen derartigen Einbruch gab es laut EY selbst im Krisenjahr 2009 nicht. Österreich sticht hier jedoch positiv hervor: Mit 76 Investitionsprojekten hat das Land eine Steigerung um zehn Prozent auf ein neues Rekordniveau erreicht und ist damit im europäischen Vergleich von Rang 18 auf Platz 15 aufgestiegen.

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„Attraktivität von Österreich gestiegen“

„Den Anstieg gegen den europäischen Trend sehen wir als Bestätigung der Standortpolitik – die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Österreich ist im letzten Jahr deutlich gestiegen. Die Coronakrise hat zwar – wie es aussieht relativ zeitbegrenzt – im Frühjahr 2020 für eine Vollbremsung gesorgt, jedoch nicht bei den Investitionen. Jetzt gilt es, diesen Aufschwung zu nutzen, um die heimische Wirtschaft anzukurbeln“, sagt Gunther Reimoser, Country Managing Partner EY Österreich.

EY hat für die Studie ausländische Direktinvestitionen in Europa im Jahr 2020 erfasst, die zur Schaffung neuer Standorte und neuer Arbeitsplätze geführt haben. Durch die tägliche Sichtung von über 10.000 Nachrichtenquellen hat EY die Projekte identifiziert. Die Spitzenreiter bei den Investitionen sind demnach Frankreich, Großbritannien und Deutschland. Frankreich hat jedoch im Vergleich zum Vorjahr einen Verlust von 18 Prozent, Großbritannien um zwölf Prozent erlitten. Westeuropäische Länder dominieren weiterhin die Top 10.

Für Österreich ist Deutschland bei Auslandsinvestitionen am wichtigsten. Insgesamt 34 Projekte haben deutsche Investoren finanziert, was ein Plus von 42 Prozent gegenüber 2019 bedeutet. Auf dem zweiten Platz liegen die USA mit elf Projekten, das bedeutet jedoch einen Rückgang von 15 Prozent. Andere Investoren stammen unter anderem aus der Schweiz, Großbritannien und Frankreich.

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Österreichische Investoren finden wiederum Deutschland am attraktivsten. Von den 74 Projekten, die sie im Ausland angekündigt hatten, fanden 31 beim Nachbarn statt. An zweiter Stelle liegt Frankreich mit zwölf Projekten, an dritter Stelle Großbritannien mit acht. Grundsätzlich gehen die Investitionen aber zurück. Haben österreichische Investoren 2020 noch 107 Projekte angekündigt, lag die Zahl 2020 bei nur insgesamt 74.

Europaweit allem haben vor allem Unternehmen aus dem Maschinenbau und der Autoindustrie ihre Investitionen deutlich – um 21 beziehungsweise um 35 Prozent – heruntergefahren. Dagegen steigerten Pharmaunternehmen sie um 62 Prozent. „Klassische Industrieunternehmen mussten im vergangenen Jahr bei den Investitionen massiv auf die Bremse treten. Im produzierenden Gewerbe waren der Umsatzeinbruch und die damit einhergehende Unsicherheit vorübergehend sehr groß“, sagt Reimoser. Ihm zufolge wird sich der Boom in der Pharmaindustrie im laufenden Jahr voraussichtlich fortsetzen. Aber auch die Automobil- und Maschinenbranche würden sich aber erholen.

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