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Augmented-Reality-App Areeka: “Lassen nicht zu, dass in den Lehrinhalten Werbung aufpoppt”

Die Areeka-App augmentiert Unterrichtsunterlagen. © Areeka
Die Areeka-App augmentiert Unterrichtsunterlagen. © Areeka

AR für die Massen: Mit dem ARKit von Apple und ARCore von Google sieht es so aus, als würde Augmented- Reality-Technologie (AR) den Weg aus der Liebhabernische in den Mainstream schaffen. Auf diesen Trend setzt auch die Wiener Firma Amlogy von Gründer und Geschäftsführer Arkadi Jeghiazaryan. Hat man bisher AR-Anwendungen für Kunden aus der Immobilien-, Werbe und Tourismusbranche umgesetzt, will man jetzt mit einem eigenen Produkt durchstarten: Areeka.

“Wir wollen Printmedien zum Leben erwecken”, sagt Jeghiazaryan im Gespräch mit Trending Topics. Das Mittel dazu ist die App Areeka (für iPhone und Android), die Lehrunterlagen augmentieren kann. Hält man das Smartphone mit laufender Kamera auf ein passendes Schulbuch, so können am Display dreidimensionale Objekte angezeigt werden – etwa das Sonnensystem, um Schülern begreifbar zu machen, wie die Mondphasen zustande kommen.

Ein Büchlein als Showcase

“Wir wollen einmal alle Schulbücher in der App haben und so augmentieren können”, sagt Jeghiazaryan. Um potenziellen Kunden veranschaulichen zu können, wie Areeka funktioniert, hat die Jungfirma einen ungewöhnlichen Schritt unternommen: Lehrer können ein Themenheft auf der Webseite bestellen, das mit der App funktioniert und Schülern Physik näherbringen soll („Optik“ und „Wasser“ für dritte und vierte Klasse Unterstufe). Rund 150 Vorbestellungen sind bis dato eingegangen.

“Wir wollen kein Verlag werden, aber wir haben das Buch gemacht, weil es in Österreich in dem Bereich nur langsam vorangeht”, so der Areeka-Macher. Ziel sei weiterhin, als Technologiefirma Software-Lizenzen zu verkaufen. Schulbuchverlage sollen eine jährliche Lizenz bezahlen, um in der App vertreten zu sein.

Keine leichte Sache

Bei Amlogy arbeitet ein kleines Team seit zwei Jahren an Augmented-Reality-Technologien. Auch Arkadi Jeghiazaryans Bruder Minas (ihre Familie flüchtete vor rund zehn Jahren aus Armenien nach Österreich) ist an Bord, und gemeinsam wollen sie alles auf die Augmented-Reality-App setzen. “Wir haben alles investiert, was wir haben, wir sogar unser Auto verkauft”, sagt Jeghiazaryan.

Bis Areeka sich finanziell trägt, wird das derzeit sechsköpfige Team weiter Auftragsarbeiten im AR-Bereich umsetzen. Das Geschäft in der Werbebranche soll aber keinesfalls die Lehr-App beeinflussen. Jeghiazaryan: “Wir lassen nicht zu, dass in den Lehrinhalten plötzlich Werbung aufpoppt.” Eine weitere Herausforderung: Amlogy muss die eigene Technologie noch fit für ARKit von Apple und ARCore von Google machen.

Augmented Reality im Aufwind

Wikitude lässt Spielzeug erkennen. © Wikitude
Wikitude lässt Spielzeug erkennen. © Wikitude

In Österreich hat Augmented Reality in der Startup-Szene eine lange Tradition. Mit Wikitude gibt es eine Firma aus Salzburg, die weltweit als Vorreiter in dem Tech-Bereich gilt – im Juni wurde sie im Silicon Valley mit dem „Auggie Award“ ausgezeichnet (Trending Topics berichtete). 2016 war es die Wiener Firma ViewAR, die ebenfalls einen „Auggie Award“ holen konnte (wir berichteten). Die Wiener Digitalagentur Ovos wiederum hat ein Augmented-Reality-System für Volkswagen entwickelt, mit dessen Hilfe neue Mitarbeiter mittels AR-Brillen Trainings bekommen können (mehr dazu hier), und mit HoloLight gibt es ein Startup aus Tirol, das Software für Microsofts AR-Headset HoloLens entwickelt.

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