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atmoky: Die dreidimensionale Zukunft von Audio

Das Team von atmoky. © Manuel Schaffernak
Das Team von atmoky. © Manuel Schaffernak

Die Zukunft von Audio ist 3D!“, ist das Grazer Startup atmoky überzeugt. Das „virtualisierte Hörerlebnis“ soll dabei „so natürlich und umhüllend wie in der Realität“ empfunden werden, erklärt CEO und Gründer Markus Zaunschirm. 2020 ins Leben gerufen, hat es sich das junge Startup zur Aufgabe gemacht, „mehrdimensionale Hörerlebnisse“ zu ermöglichen.

Spatial Audio: Hören wie in der Realität

„Das menschliche Gehör kann durch Auswerten und Vergleichen beider Ohrensignale unterschiedlichen Schallquellen eine definierte Richtung, Ausdehnung und Distanz zuordnen und somit mehrdimensional und räumlich wahrnehmen”, erklärt Zaunschirm. „Stellen Sie sich eine Szenerie vor, in der Sie sich inmitten eines bunten Großstadttreibens befinden. Menschen unterhalten sich, Autos und Fahrräder zischen vorbei, Vögel fliegen über Ihnen und eine Saxophonspielerin beginnt hinter Ihnen zu spielen. Sie sind somit Teil einer akustischen Szene und von Klang umgeben“, so der Gründer. „Die neuartige Spatial-Audio-Technologie von atmoky ermöglicht es, diese räumliche Klangszene über Lautsprecher und Kopfhörer so natürlich wie in der Realität wiederzugeben”, fährt Zaunschirm fort.

„Im Unterschied dazu würde eine Abbildung im gängigen Stereo-Format die gesamte umhüllende akustische Szene in eine einzige Linie vor uns zusammendrängen und komprimieren. Das wäre vergleichbar mit der Komprimierung des gesamten Bildes eines Filmes in nur eine Pixelzeile des Bildschirms, was im Zeitalter von Retina-Displays unvorstellbar ist. Ähnlich wie im visuellen Bereich wollen wir eine Anpassung der Audiowiedergabe an die Eigenschaften des Gehörs“, erklärt Zaunschirm weiter. „Ein gängiges Stereo-Setup biete eine ‘Hör-Auflösung’ von ca. 60 unterschiedlichen Richtungen zwischen beiden Lautsprechern, wohingegen der Mensch mit seinen Ohren mehr als 16.000 Richtungen unterscheiden kann. „Mit Spatial Audio wollen wir uns dieser Auflösung annähern. Die große Revolution der Technologie liegt in der Möglichkeit zur räumlichen Wiedergabe und der Anpassung an die Richtungswahrnehmung des Gehörs.“

atmoky: Hyperrealistisches Spatial Audio

Das Gründungsteam von atmoky beschäftigt sich schon seit einigen Jahren mit dem Recording, Processing und der Wiedergabe von mehrdimensionalen Klangszenen – und das sowohl akademisch während der wissenschaftlichen Tätigkeit am Institut für Elektronische Musik und Akustik (IEM) an der Kunstuniversität Graz, als auch in der Praxis bei der Umsetzung von Produktionen und der Erstellung von Audiosoftware. „Dabei ist für uns die perzeptive Qualität des Hörerlebnisses stets oberstes Ziel. Das virtualisierte Hörerlebnis soll dabei so natürlich und umhüllend wie in der Realität empfunden werden, beziehungsweise sogar noch besser – also hyperrealistisch“, so Zaunschirm.

© Andreas Schoerkhuber
© Andreas Schoerkhuber

2019 sei ihm und seinem Team klar geworden, dass „wir unser Know-how und unsere Visionen in Produkte gießen wollen, um die Zukunft der Audiowiedergabe mitzugestalten“. Gegründet wurde atmoky von vier Personen, neben Zaunschirm namentlich Daniel Rudrich, Clemens Amon und Christian Schörkhuber. Zudem stehe ein Advisory-Board zur Seite, das die Bereiche Legal, Business-Development, Markt und Research abdeckt.

„Schaffen räumlicher Klangwelten“

Das technologische Herzstück von atmoky ist eine Software-Library, bestehend aus „plattformunabhängigen, hoch-optimierten Spatial-Audio-Modulen“, die sämtliche Bereiche der Produktionskette, also Audioaufnahme, -bearbeitung und -wiedergabe abdecken. „Die Software-Library wird ständig erweitert und für verschiedene Plattformen adaptiert. Für die Aufnahme und Bearbeitung von Spatial Audio haben wir ein auf den Inhalt optimiertes Aufnahmemodul und eine ganze Sammlung von sogenannten Spatial Effects im Portfolio. Stark vereinfacht sind diese Spatial Effects vergleichbar mit bekannten Audioeffekten, wie z. B. Delays und Flanger, schaffen aber aufgrund der mehrdimensionalen Signalverarbeitung räumliche und umgebende Klangwelten“, erklärt Zaunschirm.

Zahlreiche Einsatzmöglichkeiten von Spatial Audio

„Ein Konzert soll auch zuhause oder mit Kopfhörern unterwegs so erlebt werden, als wäre man direkt vor Ort im Club oder in der Konzerthalle. Auch die vermehrte Nutzung von Webmeeting-Lösungen hat den Wunsch nach natürlicher Kommunikation geweckt. atmoky bietet den Geschäftskund*innen in jedem Fall die nötigen Werkzeuge für die Umsetzung”, so Zaunschirm.

Für die Wiedergabe von Spatial Audio ist das beispielsweise ein Modul für „binaurales Rendering“, das sowohl in Web Services und Apps, als auch direkt in Mobiltelefone oder Kopfhörer integriert werden kann. Sehr ähnlich verhält es sich auch mit dem Modul zur Wiedergabe über verteilte Lautsprecher. Dieses Modul können sowohl Streaming-Anbieter*innen als auch Hersteller*innen von TV-Geräten oder Lautsprechersystemen direkt in ihre Services und Produkte einbinden, erklärt der Gründer. Im Bereich der Virtual Reality biete atmoky zudem neben dem binauralen Rendering auch ein Modul für die räumliche Simulation an.

Der Science Park Graz als optimaler Hub

In der Anfangs- bzw. Planungsphase von atmoky sei die Inkubation am Hightech Inkubator Science Park Graz (SPG) der „optimale Hub für gründungsrelevante Beratung“ und den Austausch mit anderen Gründer*innen gewesen, erinnert sich Zaunschirm zurück. „Wir hatten die Technologie, eine Vision, viele Umsetzungsideen und vier Sattelschlepper voller Motivation im Gepäck. Darauf aufbauend half uns das Team des SPG in allen wesentlichen Bereichen der Unternehmensgründung und erarbeitete mit uns essentielle Strategien.“ Die Inkubation am Science Park Graz ermöglichte auch den Zugang zu einem internationalen Netzwerk von externen Spezialist*innen, das eine entscheidende Rolle im gesamten Prozess der Geschäftsentwicklung für uns gespielt hat.

Positiver Ausblick in die Zukunft

Im Moment arbeitet atmoky gemeinsam mit Pilotkund*innen an der Integration der Lösungen in deren Produkte. Geht es nach Zaunschirm, soll es „rasant“ weitergehen: Unsere Lösungen werden im Laufe der Zeit immer mehr Plattformen zur Verfügung stehen und Einsatz in neuartigen Produkten finden. Auch personell haben wir die Erweiterung unseres Teams geplant. Nächster Schritt ist die Integration unserer Technologie in Produkte großer international tätiger Akteur*innen in den Bereichen Home-Entertainment, Mobiltelefonie, sowie Streaming- und Kommunikationsanwendungen.“

Es läuft also bei atmoky. So soll es, geht es nach Zaunschirm, auch weitergehen. Der Markt jedenfalls sei bereit dafür: „Wir sehen derzeit eine enorme Traktion im Markt hinsichtlich der Verwendung von Spatial Audio in verschiedensten Produkten. Der Zeitpunkt, an dem wir die Entscheidung getroffen haben, atmoky zu gründen, war gut. Wir hatten genügend Zeit uns vorzubereiten und ‚ready for market‘ zu sein. Ziel ist die Integration unserer Technologie in Big-Player-Devices bis 2022. atmoky steht jetzt und wird auch in Zukunft für Spitzentechnologie im Bereich Spatial Audio stehen.“

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