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Zahlungsmittel? Grazer Blockchain-Projekt Artis muss von Finanzmarktaufsicht geprüft werden

Das Artis-Logo. © Artis.eco
Das Artis-Logo. © Artis.eco

Mit Artis und dem ATS-Token will das Grazer lab10 collective eine Blockchain-basierte Infrastruktur für eine „subscription-based economy“ schaffen und startet dazu am 31. Mai ein Initial Token Offering. Bei diesem sollen sich Nutzer gegen Ether (ETH) so genannte ATS Token (ERC20-Token) kaufen können, die dann Ende 2018 in den eigentlichen ARTIS-Coin umgewechselt werden.

Ziel ist, eine Möglichkeit zu schaffen, mit der man für unterschiedlichste Services (vom Aufladen eines Elektroautos über Carsharing und Solarstrom-Handel bis hin zu Abos für digitale Musik oder Online-Medien) einfach und anonym bezahlen kann. Bei dem Verkauf der Token sollen rund fünf Millionen Euro eingenommen werden, um die Weiterentwicklung des Projekts zu finanzieren.

Rechtsauskunft der FMA fehlt noch

Allerdings ist der rechtliche Status des ATS-Token noch nicht geklärt. „Wegen eines möglichen Interpretationsspielraums bezüglich Ausgabe eines „Zahlungsmittels“ werden wir eine verbindliche Rechtsauskunft bei der Finanzmarktaufsicht (FMA) einholen“, heißt es seitens lab10 collective in einem aktuellen Blog-Eintrag. Die Grazer Genossenschaft rund um Vorstand Thomas Zeinzinger will auf Nummer sicher gehen, um später keine rechtlichen Probleme zu bekommen.

Um dafür Zeit zu gewinnen, wurde das Zeitfenster für den Initial Token Offering verlängert, und zwar beträchtlich. Interessierte können nun bis zum 26. Oktober Ether einzahlen, um sich ATS-Token zu reservieren. Bis zum 30. September ist es außerdem möglich, die Einzahlung rückgängig zu machen.

Stiftung als „Heimat“ der Blockchain

In der Zeit bis Oktober will das lab10 collective außerdem die ARTIS-Stiftung als gemeinnützige Bundesstiftung einrichten. Das entspricht den Strukturen vieler Projekte, die eigene Blockchains haben. Für Ethereum gibt es etwa die Ethereum Foundation in der Schweiz, für NEM gibt es die NEM Foundation in Singapur, für Stellar die Stellar Development Foundation in den USA.

„Wir nutzen also das gewonnene Zeitfenster, um bestmögliche Rechtssicherheit zu erlangen und konzentrieren uns vorerst darauf, der Artis-Blockchain in Österreich eine „Heimat“ zu geben“, heißt es seitenslab10 collective. „Darüber hinaus suchen wir nach Alternativen und setzen zusätzlich auch erste Schritte im europäischen Ausland, um ggf. dort vollen Investoren-Schutz sicherstellen zu können und die optimalen Rahmenbedingungen zu schaffen.“

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